• 01.05.2015 Tübingen: Gambischer Asylbewerber versucht 33-Jährige zu vergewaltigen
  • 24.05.2015 Tübingen: Gambischer Asylbewerber vergewaltigt 33-Jährige in einem Gebüsch
  • 11.10.2015 Tübingen: Gambischer Asylbewerber versucht 22-Jährige im Botanischen Garten zu vergewaltigen
  • 24.02.2017 Tübingen: Gambischer Asylbewerber vergewaltigt 35-Jährige in seiner Asylunterkunft

06.07.2017 – 11:25

Reutlingen (ots) – Gemeinsame Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft Tübingen und des Polizeipräsidiums Reutlingen

(Nachtrag zu den Pressemitteilungen des PP Reutlingen vom 05.06.2015 und 12.10.2015)

Wegen des dringenden Verdachts der Vergewaltigung und der versuchten Vergewaltigung in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung ermitteln die Staatsanwaltschaft Tübingen und das Kriminalkommissariat Tübingen gegen einen in Tübingen wohnhaften, 21-jährigen Asylbewerber aus Gambia. Ihm wird vorgeworfen, im Zeitraum zwischen Mai 2015 und Februar 2017 in Tübingen zwei vollendete und zwei versuchte Vergewaltigungen begangen zu haben, weshalb er nun seit Mittwoch in Untersuchungshaft sitzt.

Eine 35-jährige Frau hatte Anfang März 2017 bei der Polizei Anzeige erstattet, dass sie in den Abendstunden des 24.02.2017 in einer Tübinger Asylunterkunft von einem dunkelhäutigen Mann vergewaltigt worden sei. Nachdem sie sich zunächst freiwillig in dessen Wohnung begeben hatte, soll er schließlich gegen ihren Willen den Geschlechtsverkehr durchgeführt haben. Im Zuge der daraufhin eingeleiteten Ermittlungen ergab sich ein Tatverdacht gegen den 21-jährigen gambischen Staatsangehörigen. Mit Beschluss des Amtsgerichts Tübingen wurde am 13.03.2017 dessen Wohnung nach Spuren durchsucht. Außerdem wurde eine Speichelprobe erhoben. Der 21-Jährige selbst bestritt den Tatvorwurf der Vergewaltigung und gab an, es sei zu einem einvernehmlichen Geschlechtsverkehr gekommen. Am 04.07.2017 kam vom Kriminaltechnischen Institut des Landeskriminalamts Stuttgart die Mitteilung, dass ein DNA-Abgleich der Speichelprobe des 21-Jährigen mit Spuren einer vollendeten und einer versuchten Vergewaltigung im Jahre 2015 übereinstimmt und somit der Tatverdächtige auch als Spurenleger für diese Taten in Betracht kommt. Auch die von den damaligen Opfern abgegebene Täterbeschreibung passte auf den 21-Jährigen. Er wurde noch am selben Tag vorläufig festgenommen und am 05.07.2017 beim Amtsgericht Tübingen der Haftrichterin vorgeführt. Diese erließ den von der Staatsanwaltschaft Tübingen beantragten Haftbefehl und nahm den 21-Jährigen in Untersuchungshaft.

Wie bereits mit Pressemitteilungen im Jahr 2015 berichtet, soll der Beschuldigte in den frühen Morgenstunden des 01.05.2015 im Bereich des Lustnauer Tores eine 33-jährige Frau angesprochen und nach Hause begleitet haben. In der Wohnung der Geschädigten soll er als Gegenleistung den Geschlechtsverkehr verlangt haben, was die Frau ablehnte, woraufhin er sie bedrängt haben soll. Nach heftiger Gegenwehr habe er schließlich von ihr abgelassen und die Wohnung verlassen.

Am Morgen des 24.05.2015 hatte sich eine 33-Jährige auf dem Heimweg von der Tübinger Innenstadt in Richtung Lustnau befunden. Auf Höhe der Taxizentrale in der Wilhelmstraße soll ihr der Beschuldigte aufgelauert, sie in ein Gebüsch gezerrt und dort vergewaltigt haben.

In den frühen Morgenstunden des 11.10.2015 befand sich eine 22-Jährige auf dem Nachhauseweg in der Tübinger Innenstadt. Auf dem Weg durch den Botanischen Garten soll der Tatverdächtige plötzlich aus einem Gebüsch gekommen sein, sie am Hals gepackt und sie in ein Gebüsch gezerrt haben. Weil zwei Zeugen auf die Tat aufmerksam wurden, ließ der Beschuldigte von ihr ab und ergriff die Flucht.

Die Kriminalpolizei prüft nun, ob der Beschuldigte noch für weitere, ähnlich gelagerte Taten in Betracht kommt. Entsprechende Ermittlungen sind im Gange.

http://www.presseportal.de/blaulicht/pm/110976/3677916


07. Juli 2017 – 12:32 Uhr

Tübingen – Nach der Festnahme eines mutmaßlichen Seriensextäters in Tübingen hat der Oberbürgermeister Boris Palmer (Grüne) die Arbeit der Polizei kritisiert. „Nach meiner Meinung hätte schon der erste Bericht einer Zeugin, dass ein junger Schwarzafrikaner versucht hat, sie zu vergewaltigen, gereicht, um DNA-Proben aller schwarzen Asylbewerber in der Stadt zu nehmen“, schrieb Palmer auf Facebook. „Das wären in Tübingen keine 100 Personen gewesen.“ Aufgrund der damaligen Tatumstände sei die Wahrscheinlichkeit, dass es sich bei dem Täter um einen Flüchtling handeln müsse, groß gewesen.

Dem 21-jährigen Gambier werden bisher vier Taten zwischen Mai 2015 und Februar 2017 zur Last gelegt. Eine 35-jährige Frau hatte den Mann im vergangenen März angezeigt. Sie sei von ihm in seiner Asylbewerberunterkunft vergewaltigt worden. Die Polizei nahm daraufhin eine Speichelprobe. Das Ergebnis kam in dieser Woche. Demnach stehe fest, dass der Mann auch für eine vollendete und zwei versuchte Vergewaltigungen im Jahr 2015 verantwortlich sei. Betroffen waren Frauen im Alter von 22 bis 33 Jahren, die auf offener Straße ins Gebüsch gezerrt, auf dem Heimweg im Alten Botanischen Garten überfallen oder bis nach Hause begleitet und zum Sex genötigt worden waren.

„Ich erwarte vom Staat einen besonderen Schutz vor Übergriffen von Menschen, die wir aus Humanität in unser Land gelassen haben“, sagte Palmer. Dies sei nötig, sonst wären viele bald nicht mehr bereit zu helfen. Bei straffällig gewordenen Flüchtlingen müsse man „manche Rücksichten fallen lassen“. Kriminell gewordene Asylbewerber sollten nach Verbüßung der Hälfte ihrer Haftzeit abgeschoben werden. „Das Gesetz lässt das zu“, sagte Palmer. Die bei Facebook erhobene Forderung, „erweiterte Sicherheitsvorkehrungen“ zu treffen, relativierte er dagegen im Gespräch: „Es werden jetzt ja tatsächlich mehr Polizisten eingestellt; das hätte nur schon früher geschehen sollen.“ Im Laufe der Legislaturperiode will die Landesregierung 1500 zusätzliche Stellen schaffen. Unabhängig von den Vergewaltigungen hat Tübingen zwei weitere städtische Polizisten angestellt, um für mehr Präsenz im Zentrum zu sorgen.

Viele Menschen unterstützen Palmers Forderungen, wie man den zahlreichen Kommentaren auf Facebook entnehmen kann. Allerdings lässt sich vieles in der Praxis oft nicht verwirklichen. Erstens würden für kriminelle Asylbewerber die gleichen „Abschiebungshemmnisse“ gelten wie für alle anderen, sagt Carsten Dehner, der Sprecher des Stuttgarter Innenministeriums. So werde in das Bürgerkriegsland Syrien derzeit niemand abgeschoben. Daneben räumt Dehner ein, dass gerade Gambia ein Staat sei, der wenig mit Deutschland kooperiere – wenn ein Asylbewerber angebe, keinen Ausweis zu besitzen, sei es oft unmöglich, Ersatzpapiere zu beschaffen. Nach Völkerrecht müsse Deutschland aber nachweisen, dass es sich um einen gambischen Staatsbürger handle. Es sei mittlerweile eine Bundesstelle eingerichtet worden, die sich um solche Fälle kümmere.

Die von Palmer geforderten DNA-Reihenuntersuchungen hatte es nach den beiden ersten Fällen im Jahr 2015 übrigens gegeben. Sie waren von der Tübinger Staatsanwaltschaft beantragt und vom Amtsgericht genehmigt worden. Damals habe man zwar nicht pauschal alle schwarzen Asylbewerber zur Speichelprobe gebeten, sondern den Kreis aufgrund „bestimmter Prüfmerkmale eingegrenzt“, betonte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft, Tatjana Grgic. Dennoch seien in beiden Fällen mehr als 100 Leute angeschrieben beziehungsweise vorgeladen worden.

Das Echo war mäßig. „Viele wurden nicht angetroffen, einige verweigerten sich“, sagte Grgic. Nach Paragraf 81h der Strafprozessordnung ist die Teilnahme an solchen Reihenuntersuchungen freiwillig. „Wir hatten 30 Proben, im zweiten Fall ein paar mehr“, sagte Grgic. Ob der Verdächtige damals angesprochen wurde, ist unklar. Eine Probe gab er jedenfalls nicht ab. Die Opfer hätten den Täter als etwa 30-jährigen Mann beschrieben, sagte ein Polizeisprecher. Möglicherweise sei der damals noch nicht einmal 20 Jahre alte Mann deshalb durch das Raster gefallen. Mittlerweile sitzt er in Untersuchungshaft. Zu den Vorwürfen äußerte er sich bisher nicht.

http://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.festnahme-in-tuebingen-palmer-fordert-haertere-gangart.2a50e910-685b-47b8-85f2-ba9a06c42d93.html

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