Bonn – Es ist ein Fall, der entsetzte. Die tödliche Prügelattacke auf Schüler Niklas (17) am 7. Mai vorigen Jahres in Bad Godesberg. Jetzt beschäftigt sie das Bonner Landgericht.

9.22 Uhr, Saal 0.11. In Handschellen wird Walid S. (21) in den Saal geführt. Ein kurzes Gespräch mit seinem Verteidiger Martin Kretschmer. Dann sitzt er mit gesenktem Kopf da. Nach ihm wird der zweite Angeklagte Roman W. (21) hereingebracht.

Nur wenige Meter von ihnen entfernt steht Niklas’ Mutter Denise P. (48) mit ihrem Anwalt Dirk Simon. Sie ist Nebenklägerin im Prozess, angespannt, mustert die jungen Männer.

Walid S. muss sich wegen Körperverletzung mit Todesfolge und Beteiligung an einer Schlägerei verantworten. Er hatte Niklas, der mit seiner Schwester und Freunden auf dem Heimweg von einem Konzert war, laut Anklage mit der Faust gegen die Schläfe geschlagen. Auch gegen den Kopf soll er getreten haben, als sein Opfer schon am Boden lag.

Niklas fiel ins Koma und starb sechs Tage später. Das ergab die Obduktion.

Kumpel Roman W. (21) soll ebenfalls versucht haben, Niklas gegen den Kopf zu treten. Eine Freundin des Schülers griff ein, wurde auch geschlagen. Ihm wird vorsätzliche Körperverletzung und Beteiligung an einer Schlägerei vorgeworfen.

Ruhig hören die beiden Angeklagten zu, als Staatsanwalt Florian Geßler die Vorwürfe verliest. „Walid S. schlug mit der Faust gegen die Schläfe des Geschädigten. Ihm war bewusst, dass das lebensgefährlich sein kann.“

Die jungen Männer waren laut Anklage auch in weitere Schlägereien verwickelt. Walid S. soll einen Mann am Bonner Hauptbahnhof mit einer Flasche geschlagen, Roman W. unter anderem einen Zeugen in diesem Fall angegriffen haben. Beide sitzen in Untersuchungshaft.

Die jungen Männer schwiegen am ersten Verhandlungstag. Sie streiten die Vorwürfe ab. So will Walid S. überhaupt nicht am Tatort gewesen sein, soll sich stattdessen im benachbarten Kurpark aufgehalten haben. Den habe er nur für einen Einkauf an einer Tankstelle verlassen. Doch Zeugen wollen ihn dort gesehen haben. An seiner Jacke, die er in der Nacht getragen haben soll, wurde Blut von Niklas entdeckt.

Verteidiger Martin Kretschmer: „Er bestreitet die Beteiligung an der Tat zum Nachteil von Niklas.“ Wenn ein Zeuge Walid S. am Tatort gesehen haben will, sei das schlichtweg falsch. Die Jacke mit den Blutspuren gehöre ihm nicht: „Sie gehört jemand anderem. Er hat sie erst nach dem Tatgeschehen erhalten.“

Anwalt Peter Krieger, der Roman W. vertritt, äußerte sich nur zu den Schlägen auf den Zeugen und nicht zum Fall Niklas. Sein Mandant soll ebenfalls wiedererkannt worden sein.

Weil Walid S. zur Tatzeit noch 20 Jahre war, wird vor einer Jugendkammer verhandelt. 17 Verhandlungstage hat Richter Volker Kunkel bis zum 31. März angesetzt. An den ersten wird es um die anderen Schlägereien gehen, dann erst wird der Fall Niklas aufgerollt.

Nach einer knappen halben Stunde war der erste Verhandlungstag vorbei. Nächsten Freitag geht es weiter.

Blass, aber gefasst ging Niklas’ Mutter aus dem Saal. Sie will am Prozess teilnehmen, die Wahrheit über den Tod des Sohnes erfahren. Ihr Anwalt Dirk Simon:

http://www.bild.de/regional/koeln/prozess/auftakt-im-fall-niklas-49871706.bild.html


19.1.2017

http://www.rundschau-online.de/region/bonn/stadtbonn/zum-prozessauftakt-im-fall-niklas-was-sich-in-bonn-bad-godesberg-veraendert-hat-25574934


20.1.2017

http://www.rundschau-online.de/region/bonn/stadtbonn/pruegelattacke-angeklagter-im-fall-niklas-bestreitet-tat—-er-war-nicht-am-tatort–25581816


27.1.2017

Am zweiten Prozesstag geht es noch nicht um den verhängnisvollen Angriff auf Niklas, sondern um zwei Auseinandersetzungen vom 30. April 2016, derentwegen Walid ebenfalls angeklagt ist. Das hat nichts mit Niklas zu tun, der erst eine Woche später auf Walid S. traf.

Es gibt dennoch einen Zusammenhang. Denn der frühere Vorfall offenbart der Jugendstrafkammer mit ihrem Vorsitzenden Richter Volker Kunkel, mit welch hoher Grundaggressivität und Streitlust Walid S. und so manche andere Jugendliche nachts in Bonn unterwegs sind. Nach dem Tod von Niklas klagten Einwohner von Bad Godesberg im vergangenen Jahr über Jugendgruppen, die andere drangsaliert oder ausgeraubt hätten.

Drei Zeugen sind vor Gericht geladen. Sie gehörten zu der Gruppe, die im vergangenen April nachts mit einer anderen Gruppe um Walid S. zweimal aneinandergeriet.

Vor der Vernehmung räumt der Verteidiger im Namen des Angeklagten noch ein, dass Walid S. an der zweiten Schlägerei beteiligt gewesen sei und begründet dies mit der „Vorgeschichte“, nämlich der ersten Schlägerei gegen 0.30 Uhr. Nach Schilderung des Verteidigers gab es an einer U-Bahn-Station erst Beschimpfungen, dann eine Schlägerei. Dabei sei Walid S., der zu jenem Zeitpunkt zwei Drittel einer Wodkaflasche plus Energydrink intus hatte, mit einer Fahrradkette am Kopf verletzt und ins Gleisbett gestoßen worden.

Die Angreifer seien in eine Bahn gestiegen. Walid S. sei noch hinterher, habe versucht, nach einem von ihnen zu treten, sei wieder ausgestiegen und habe sich seine Wunde am Kopf von einem alarmierten Arzt versorgen lassen.

Etwa zweieinhalb Stunden später ist Walid S. mit Freunden unterwegs und begegnet am Hauptbahnhof drei jungen Männern aus der gegnerischen Gruppe. Da sei Walid S. losgestürmt, habe die erste Person geschlagen und gegen den Oberkörper getreten; er habe aber mit keiner Flasche zugeschlagen. „Mehr möchte er dazu nicht sagen“, erklärt der Verteidiger.

Einer soll ein Küchenmesser dabeigehabt haben

Der erste Zeuge tritt auf. Er ist 18 Jahre alt, schlank, sportliche Statur, schwarzes T-Shirt, die dichten dunklen Haare zum Undercut frisiert. Jerome* arbeitet als Verkäufer an einer Tankstelle und will eine Ausbildung beginnen. Jerome hat die Flasche damals gegen den Kopf bekommen und ist sich zunächst sicher, dass Walid S. sie geschwungen habe. Dann sagt er, dass er das nicht gesehen habe. Aber Walid S. sei dabei gewesen.

Jerome schildert noch, dass die erste Auseinandersetzung ganz plötzlich begonnen habe. „Pass auf, da kommen welche, die wollen schlagen. Einer hat ein Messer“, erinnert sich der Zeuge. Jemand aus der Gruppe mit Walid S. soll ein langes Küchenmesser mit sich geführt haben.

Der zweite Zeuge ist der 19-jährige dunkelblonde Fynn* aus St. Augustin. Er trägt ein hellblaues Hemd und will bald im Berufskolleg anfangen. Er ist ein Kumpel von Jerome und wurde in die zweiten Auseinandersetzung verwickelt. Fynn betont, dass er mit der ersten Auseinandersetzung nichts zu tun gehabt hab, er sah das Küchenmesser und auch, wie S. mit der Fahrradkette geschlagen und von „irgendjemanden“ ins Gleisbett „reingeschubst oder reingetreten“ wurde. Die Polizei sei schnell vor Ort gewesen, teilweise sei die Auseinandersetzung dann noch weitergegangen.

Das Opfer wurde noch am Boden liegend attackiert

Bei der zweiten Auseinandersetzung am Hauptbahnhof gegen 3 Uhr nachts bekam dann auch Fynn Schläge ab. Er sah, wie Jerome zu Boden ging und dort weiter auf ihn eingetreten wurde. Auch dieses Mal war die Polizei rasch zur Stelle. „Wenn die Polizei nicht gekommen wäre, hätten die viel länger draufgehauen“, sagt Zeuge Fynn. Er kann nicht sagen, wer Jerome die Flasche über den Kopf gezogen hat.

Dann soll der dritte Zeuge aussagen. Doch Ahmed* ist nicht gekommen. Der Freund von Jerome und Fynn wurde damals bei der ersten Auseinandersetzung von Polizisten zu Boden gerungen. Der Vorsitzende Richter Kunkel versucht, Ahmed über die in den Akten angegebene Handynummer zu erreichen. Doch die Nummer ist ungültig. Kunkel verhängt wegen unentschuldigtem Fernbleiben ein Ordnungsgeld in Höhe von 200 Euro oder ersatzweise vier Tage Ordnungshaft.

Einige Zuhörer werden des Raumes verwiesen

Im Zuschauerraum tuscheln einige junge, bullige Männer, die Ahmed zu kennen scheinen. Bei ihnen sitzen jetzt auch die beiden Zeugen Fynn und Jerome, die gerade eben ausgesagt haben. In der ersten Reihe haben drei andere junge Männer Platz genommen. Sie drängen am Ende des Prozesstages zum Absperrband auf der Anklageseite und wollen einen der Angeklagten persönlich begrüßen.

Die Wachtmeister erlauben das nicht, sie schicken die drei mit den anderen Zuschauern aus dem Saal.

Der Prozess wird am kommenden Freitag fortgesetzt. In zwei Wochen soll eine Begleiterin des 17-jährigen Niklas erstmals aussagen. Die junge Frau war bei der verhängnisvollen Begnung am 7. Mai 2016 dabei und wurde vom mitangeklagten Roman W. angegriffen. Sie ist Nebenklägerin im Prozess.

https://www.welt.de/vermischtes/article161583555/Pass-auf-da-kommen-welche-die-wollen-schlagen.html


17.02.2017

Bonn – Die junge Frau (19) brach in Tränen aus. So schwer fiel ihr die Erinnerung an die Nacht, als Niklas († 17) in Bad Godesberg tödlich von einem Schlag an der Schläfe getroffen wurde.

Sarah (Name geändert) war in der Tatnacht mit Freunden unterwegs, darunter auch Niklas. Am Rondell waren sie auf eine Gruppe junger Männer getroffen. Die Erinnerung sei verschwommen, betonte sie.

Den Schlag auf „Nik“, den ihm laut Anklage Walid S. (21) verpasst haben soll, habe sie nicht gesehen, so Sarah.

„Er lag bewusstlos am Boden“, sagte sie weinend. Ein junger Mann ganz in Weiß habe dann zu Niklas gewollt. „Er war aggressiv. Wir haben uns dazwischen gestellt.“ Bei der Polizei hatte sie gesagt: „Er wollte dem Niklas noch mehr weh tun.“

Später sah sie Fotos bei der Polizei, wählte eins vom Mitangeklagten Roman W. (21) als dem Mann in Weiß aus: „Ich bin nach dem Ausschlussverfahren gegangen. Es kam dem Bild in meinem Kopf am nächsten.“

Die Verteidiger hakten nach. Bei Facebook und WhatsApp waren zahlreiche Fotos von Verdächtigen kursiert. Davon hatte Hauptbelastungszeuge David (Name geändert) berichtet. Auf Antrag von Anwalt Dr. Peter Krieger wird sein Handy nun ausgewertet.

http://www.bild.de/regional/koeln/prozess/niks-freundin-weint-im-zeugenstand-50487074.bild.html


3.5.2017 15:25

Nach dem Urteil im Prozess um den Prügeltod des Schülers Niklas hat der Angeklagte das Gericht als freier Mann verlassen. Das Bonner Landgericht hob den Haftbefehl gegen den 21-Jährigen mit sofortiger Wirkung auf.

Die Kammer hatte ihn zwar wegen einer ganz anderen, mitangeklagten Schlägerei zu einer achtmonatigen Jugendstrafe wegen gefährlicher Körperverletzung verurteilt – diese Strafe sei aber aufgrund der langen Untersuchungshaft von fast einem Jahr vollständig verbüßt.

Dem Angeklagten stehe für die Zeit, die er über die acht Monate hinaus in U-Haft verbrachte, eine Entschädigung zu. Im Kernvorwurf, der Prügelattacke auf den 17 Jahre alten Niklas, sprach das Gericht den 21-Jährigen frei.

Der Fall des 17 Jahre alten Schülers, der bundesweit für Bestürzung gesorgt hat, bleibt nach dem Freispruch des Angeklagten vorerst ungeklärt. „Wir können nicht beweisen, dass er geschlagen hat und dass er am Tatort war“, sagte Richter Volker Kunkel bei der Urteilsbegründung. Es gebe vielmehr Anhaltspunkte, dass der Angeklagte die Tat tatsächlich nicht begangen habe.

Sowohl Staatsanwaltschaft als auch Verteidigung hatten in ihren Plädoyers im Kernvorwurf den Freispruch gefordert. Es sei nicht zweifelsfrei sicher, dass der Angeklagte Niklas in der Tatnacht attackiert habe, hatte Staatsanwalt Florian Geßler seine überraschende Kehrtwende begründet. Es komme auch ein anderer Mann als Täter in Betracht.

Der Angeklagte bestritt die Tat von Anfang an. Er gab an, nicht am Tatort gewesen zu sein. Niklas, der zuletzt in Bad Breisig in Rheinland-Pfalz wohnte, war im Mai 2016 im Bonner Stadtteil Bad Godesberg auf offener Straße mit einem Schlag gegen die Schläfe niedergeschlagen worden. Anschließend wurde ihm gegen den Kopf getreten. Er starb wenige Tage später im Krankenhaus.

Kurz vor dem Urteil im Prozess sagte seine Mutter, dass sie an die Schuld des Angeklagten glaube. „Sie ist aufgrund ihrer Erfahrung des Prozesses überzeugt, dass derjenige, der hier auf der Anklagebank sitzt, derjenige ist, der für den Tod ihres Sohnes verantwortlich zeichnet“, sagte ihr Anwalt Thomas Düber in seinem Plädoyer. Niklas‘ Mutter trat in dem Prozess als Nebenklägerin auf.

Der Prozess gestaltete sich für die Strafkammer äußerst schwierig. Viele Zeugen gaben an, sie könnten sich nicht richtig erinnern oder hätten die eigentliche Tat nicht beobachtet. Ein Freund von Niklas, der den Angeklagten als Täter wiedererkannt haben wollte, reichte der Staatsanwaltschaft nicht aus. Es sei möglich, dass es sich um eine Verwechslung handele.

Es gebe eine sehr große Ähnlichkeit mit einem anderen jungen Mann, der ebenfalls am Tatort gewesen sein soll – der aber nicht auf der Anklagebank saß. Den anderen Mann hatte die Staatsanwaltschaft zuletzt ebenfalls als Beschuldigten in dem Fall geführt. Man wolle prüfen, ob es neue Ermittlungsansätze gebe, hieß es bei der Behörde.

Die Nebenklage kritisierte scharf das Verhalten vieler Zeugen in dem Prozess. Man könne davon ausgehen, dass einige genau wüssten, wer der Täter sei, vor Gericht aber geschwiegen hätten. „Das ist für jeden aufrecht Denkenden ein Schlag in das Gesicht“, sagte Anwalt Düber. Das Verfahren habe die „Grenzen des Ertragbaren“ für die Hinterbliebenen aufgezeigt. Seine Mandantin sei „durch die Hölle gegangen“.

https://www.welt.de/vermischtes/article164202899/Angeklagtem-steht-nach-Freispruch-Entschaedigung-zu.html

Die Mama von Niklas hat nicht nur ihren Sohn verloren, sondern hat die Gewissheit, dass der Täter noch frei herumläuft. Deutschland 2017. Irre. Der Staatsanwalt sollte sich für seine schlampige Arbeit in Grund und Boden schämen. Auf die Justiz in NRW ist kein Verlass. Das sah man schon nach Silvester 2015, wo von 1000 Tätern nur 2 bestraft wurden.

7.5.2017 14:33 Uhr

Es gibt Veränderungen, die kommen schleichend daher. Irgendwann sind sie einfach da. Im Nachhinein fragt man sich, wie alles so kommen konnte – und ob es so kommen musste.

Das erleben zurzeit Freunde von mir in Bonn-Mehlem, früher ein kleines Fischerdorf, in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ein eleganter Kurort in der Nähe von Bad Godesberg. Als sie ihr Reihenhaus kauften, waren Bundesregierung und Bundestag in Bonn. Im benachbarten Godesberg residierten Botschaften und wichtige Verbände.

Wer eine Immobilie dort erwerben konnte, schätzte sich glücklich – ihr Wertzuwachs schien programmiert. Dann fiel die Mauer, und der Umzug nach Berlin wurde vorbereitet. 1995 öffnete am Rhein die vom saudischen Königshaus finanzierte König-Fahd-Akademie ihre Pforten. Es hieß damals, durch sie solle der „Clash of Civilisations“ bekämpft oder zumindest abgemildert werden.

Es kam anders: Die Akademie wurde zum Mekka für Anhänger des strengen saudischen, also wahabitischen Islam. Dadurch änderte sich in weniger als einer Generation das Bild Bad Godesbergs: Wo früher Botschaftergattinnen shoppten, gehen nun schwarz vermummte Damen mit großer Kinderschar spazieren. Im letztem Jahr wurde die Akademie zwar geschlossen, aber die Stadt bleibt ein Magnet für Immigranten aus dem arabischen Raum.

Die Menschen, die seit Jahrzehnten dort leben, spüren besonders, wie sich ihre Stadt verändert hat. Dazu gehört vor allem eine Unsicherheit, die es dort so nie gab. Meine Freunde etwa, Mitte sechzig und noch sehr rüstig, empfinden das stark.

Seit Jahrzehnten gehört für sie zum Tagesausklang der Spaziergang am Rhein entlang. Dabei müssen sie durch eine Unterführung der B 9. Längst umgehen sie die weitläufig; bei beginnender Abenddämmerung tragen beide Pfefferspray in der Tasche.

Allein würde meine Freundin abends ein paar „heikle Gegenden“ in Bad Godesberg sowieso ausklammern, die allbekannten No-go-Areas. Und der Fall Niklas hat die Stimmung nicht gerade verbessert: Das Verfahren zum Tod des 17 Jahre alten Schülers im Mai 2016 wurde jetzt mit einem Freispruch für den vorbestraften, gewalttätigen 21 Jahre alten Hauptangeklagten Walid S. beendet.

Meine Freundin meint, das „Aktionsbündnis für ein lebenswertes Godesberg“ habe recht, wenn es von einem „fatalen Signal“ spricht und die Hilflosigkeit des deutschen Rechtsstaats angesichts der Macht der die Szene beherrschenden Klans beklagt. Gerade das mache ihr als Frau Angst. Besserung sieht sie nicht und zum Wegziehen sei sie zu alt.

https://www.welt.de/debatte/kommentare/article164326890/Abends-durch-Bad-Godesberg-nur-noch-mit-Pfefferspray.html


8.5.2017

Das Urteil im Bonner Prozess um den Tod des verprügelten Schülers Niklas ist rechtskräftig. „Es ist keine Revision eingegangen“, sagte ein Sprecher des Landgerichts am Donnerstag.

Das Gericht hatte den ursprünglich Angeklagten im Fall der Prügelattacke auf Niklas in der vergangenen Woche freigesprochen, weil es Zweifel an seiner Täterschaft hatte. Im Zusammenhang mit einer ganz anderen Schlägerei verurteilte das Gericht den 21-Jährigen zu einer achtmonatigen Jugendstrafe – diese Strafe ist aber aufgrund der langen Untersuchungshaft vollständig verbüßt.

Der 17-jährige Niklas war im Mai 2016 im Bonner Stadtteil Bad Godesberg derart geschlagen und getreten worden, dass er wenig später starb. Nach dem Freispruch für den einst Hauptverdächtigen ist der Fall weiterhin nicht aufgeklärt.

https://www.welt.de/regionales/nrw/article164468064/Freispruch-fuer-21-Jaehrigen-im-Fall-Niklas-ist-rechtskraeftig.html

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