03.05.17 14:06

Kassel. Ein 22-jähriger Angeklagter aus Nigeria hat vor dem Kasseler Landgericht gestanden, vor zwei Jahren eine damals 16-Jährige in der Kasseler Nordstadt vergewaltigt zu haben.

Allerdings bestreitet er weiterhin, eine 28-jährige Frau im Sommer 2016 in Kassel vergewaltigt zu haben. Wegen dieses Falls stand er ursprünglich vor Gericht.

„Die Wahrheit kann befreiend sein“, sagte der 22-jährige Angeklagte am Dienstagvormittag vor der 10. Großen Jugendkammer des Kasseler Landgerichts, bevor er ein Geständnis ablegte. Er räumte ein, im Mai 2015 ein damals 16-jähriges Mädchen nachts vor der Kneipe „Mutter“ in der Kasseler Nordstadt vergewaltigt zu haben.

Dass er sich an der Jugendlichen vergangen hat, war erst im Laufe des Prozesses herausgekommen. Bis dahin musste sich der Flüchtling aus Nigeria wegen einer Vergewaltigung einer 28-jährigen Frau im Juli 2016 auf der Friedrich-Ebert-Straße und Beleidigung verantworten. Diese Taten hat er bislang abgestritten. Die 16-Jährige hatte sich bei der Polizei gemeldet, nachdem sie kürzlich von diesen Fällen in der Zeitung gelesen hatte.

Am Dienstag gestand der 22-Jährige ohne Umschweife, dass die 16-Jährige vor zwei Jahren sein Opfer wurde. Allerdings habe er in dieser Nacht Kokain konsumiert und reichlich Alkohol getrunken. „Ich konnte mich nicht kontrollieren“, sagte der junge Mann über sein Handeln.

Er habe die 16-Jährige in der „Mutter“ getroffen. Weil es dort zu laut war, um sich zu unterhalten, seien sie vor die Tür gegangen. Dort habe er dann die Jugendliche, die an einem Auto stand und sich nicht bewegen konnte, gegen ihren Willen geküsst und habe sie mit seinen Fingern vaginal penetriert. Das Opfer habe sich gewehrt und ihn zwischen die Beine getreten. Erst dann habe er sie losgelassen. Die junge Frau, die mittlerweile auch Nebenklägerin in dem Prozess ist, sagte am Dienstag unter Ausschluss der Öffentlichkeit aus.

Ob die 28-jährige Nebenklägerin, die behauptet hat, von dem Mann im Juli vergangenen Jahres nach einer Partynacht auf der Friedrich-Ebert-Straße vergewaltigt worden zu sein, glaubwürdig ist, darüber sollte ein Gutachten des Göttinger Psychiaters und Psychologen Dr. Georg Stolpmann am Nachmittag Aufschluss geben.

Nach einem rund zweistündigen Vortrag fasste Stolpmann zusammen, dass es Hinweise darauf gebe, dass „Aussagetüchtigeit und Aussageverlässlichkeit“ dieser Frau eingeschränkt seien. Das habe auch an ihrer Alkoholisierung gelegen. Der Gutachter geht davon aus, dass die 28-Jährige in der Nacht einen Alkoholgehalt von 1,57 Promille hatte.

Bei dem aussagepsychologischen Gutachten gehe es darum, festzustellen, ob die konkrete Aussage einer Person Kriterien erfüllt, die auf wahren Erlebnissen beruhen, erklärte Stolpmann. Der Psychologe hat nach der polizeilichen Vernehmung der Frau mehrmals mit ihr gesprochen. Zudem sind die Aussagen der Frau in der Hauptverhandlung in sein Gutachten geflossen.

Demnach hätten sich mehre Abweichungen in den verschiedenen Aussagen der Frau ergeben. Sie habe zum Beispiel unterschiedliche Angaben über den Beschuldigten gemacht. Zunächst habe sie gesagt, er sei dunkel gekleidet gewesen und sie kenne ihn nicht. Später habe sie behauptet, der Mann habe weiße Kleidung getragen und heiße Samuel. Bei der Polizei habe sie behauptet, sie wisse nicht, mit was der Täter in sie eingedrungen sei, vor Gericht sei sie dann sicher gewesen, es sei sein Penis gewesen.

Ein mögliches Motiv für eine Falschaussage der Frau könne sein, dass sie sich erhoffte, als Opfer einer Vergewaltigung mehr Aufmerksamkeit von ihrem Freund zu bekommen, so der Gutachter.

Er machte aber auch deutlich, dass trotz dieser Widersprüche die Vergewaltigung so geschehen sein könne, wie von der Frau geschildert worden sei. „Wie das zu werten ist, ist Aufgabe des Gerichts, sagte Stolpmann.

Der Prozess wird am Montag, 15. Mai, 2017 fortgesetzt.

https://www.hna.de/kassel/nord-holland-ort304156/vergewaltigung-vor-kneipe-mutter-in-kassel-gestanden-8248317.html


16.05.2017

Er hat zwei Frauen in Kassel vergewaltigt. Nun muss ein 22 Jahre alter Mann dafür fünf Jahre ins Gefängnis. So hat es das Landgericht Kassel entschieden. Das Gericht sieht es als erwiesen an, dass der Mann im vergangenen Jahr eine damals 28 Jahre alte Frau auf der Kasseler Party-Meile, der Friedrich-Ebert-Straße, vergewaltigt hat.

Zudem hat er sich bereits vor zwei Jahren an einem 16 Jahre alten Mädchen vor der Kneipe „Mutter“ in der Kasseler Nordstadt vergangen. Diese Tat hatte der 22-Jährige gestanden, die Vergewaltigung der 28-Jährigen hatte er bis zuletzt bestritten. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, sagte ein Gerichtssprecher zu FFH. Der Angeklagte kann noch in Revision gehen.

https://www.ffh.de/news-service/hessen/nordhessen/toController/Topic/toAction/show/toId/118326/toTopic/kassel-fuenf-jahre-haft-fuer-vergewaltiger.html


16.05.17 05:29

Kassel. Es waren wohl Freudentränen, die die junge Frau im Kasseler Landgericht vergoss. Zuvor hatte die 10. Große Jugendkammer den Mann verurteilt, der ihr so viel Leid angetan hat.

Ein 22-Jähriger aus Nigeria wurde am Montag wegen Vergewaltigung in zwei Fällen, wegen Körperverletzung und Beleidigung zu einer Freiheitsstrafe von fünf Jahren verurteilt.

Dieses Strafmaß hatte zuvor auch Oberstaatsanwältin Andrea Boesken in ihrem Plädoyer beantragt. Verteidiger Mustafa Üstün hatte zwei Jahre und drei Monate Haft für die Vergewaltigung einer 16-Jährigen gefordert.

Im Mai 2015 hatte er ein damals 16-jähriges Mädchen nachts vor der Kneipe „Mutter“ in der Kasseler Nordstadt vergewaltigt. Das Opfer hatte sich erst jetzt bei der Polizei gemeldet, nachdem es in der Zeitung über den laufenden Prozess erfahren hatte. Diese Tat hatte sein Mandant eingeräumt. Allerdings hatte der 22-Jährige bis zum Schluss bestritten, im Juli vergangenen Jahres die 28-jährige Frau auf der Friedrich-Ebert-Straße vergewaltigt zu haben.

Ursprünglich war der Mann nur angeklagt gewesen, weil er eine 28-jährige Frau im Juli des vergangenen Jahres nach einer Partynacht auf der Friedrich-Ebert-Straße im Vorderen Westen vergewaltigt haben soll. Diese Tat hatte der Mann, der im Jahr 2014 von Nigeria nach Deutschland geflüchtet war, bestritten.

In einer früheren Verhandlung wurde der Vorwurf geprüft, dass die Vergewaltigung auf der Friedrich-Ebert-Straße vom Exfreund der 28-Jährigen in Auftrag gegeben wurde.

Das Gericht unter Vorsitz von Richter Jürgen Dreyer sah es als erwiesen an, dass der junge Mann zwei Frauen in Kassel vergewaltigt hat. In der Urteilsbegründung machte er deutlich, dass das Gericht dem Opfer glaube, auch wenn es viele Ungereimtheiten in der Aussage der 28-Jährigen gegeben habe. In diesem Fall ein Urteil zu finden, sei aber nicht so schwierig gewesen, wie es auf den ersten Blick erscheine. Angeklagter und Opfer hätten vor Gericht vieles berichtet, was identisch gewesen sei.

So stehe fest, dass die beiden in der Nacht zusammen von der Kneipe „Joe’s Garage“ in Richtung Rathaus gegangen seien. Danach müsse der Frau etwas Gravierendes passiert sein. Sie hatte ausgesagt, dass der Mann sie an einer Laterne in Höhe des HUK-Hauses an der Friedrich-Ebert-Straße vergewaltigt hatte.

Zeugen hatten vor Gericht geschildert, dass die Frau in der Kneipe noch keine Hämatome hatte. Ein Pärchen, das das Opfer später in einem Gebüsch an der Frankfurter Straße in der Nähe dessen Wohnung fand, berichtete dann von blauen Flecken am Körper der Frau. Diese habe gesagt, dass sie zuvor vergewaltigt worden sei. Das Gericht gelangte zu der Überzeugung, dass die Frau kein Motiv gehabt habe, den Angeklagten zu Unrecht zu belasten.

Im Prinzip sei es nur einem Zufall zuzuschreiben, dass die Polizei in diesem Fall überhaupt eingeschaltet worden sei, so der Richter.

Nachdem das Pärchen die völlig aufgelöste Frau in ihre Wohnung gebracht hatte, entdeckten die jungen Leute eine Polizeistreife auf der Frankfurter Straße. Sie berichteten den Beamten von der Frau, die sie zuvor gefunden hatten. „Nur deshalb kamen die Ermittlungsbehörden ins Spiel“, führte der Richter aus.

Das Opfer habe in den Wochen nach der Tat seine Wohnung und seinen Job aufgeben müssen. Zudem ging die junge Frau freiwillig in die Psychiatrie und überließ ihr kleines Kind für Monate dem Ex-Partner. Man könne sich schlichtweg nicht vorstellen, dass die Frau diesen Weg eingeschlagen hätte, nur um den Angeklagten zu Unrecht zu belasten, sagte Dreyer.

Die Vorgeschichte des 22-Jährigen:
Er sei im Jahr 2014 nach Deutschland gekommen, um Musik zu studieren, sagte der 22-jährige Angeklagte am Montag vor dem Landgericht. „Das war aber nicht alles so einfach, wie ich mir das vorgestellt habe.“ Dann gibt der Mann noch einen weiteren Grund an, warum er seine Heimat Nigeria verlassen habe: Sein bester Freund sei umgebracht worden, weil er sich mit den falschen Leuten angelegt hatte. Er habe damit zwar nichts zu tun gehabt, schilderte der 22-Jährige, aber seine Mutter habe Angst um ihn gehabt und deshalb Geld zusammengekratzt, um ihm die Flucht nach Europa zu ermöglichen.

Er sei über Frankreich nach Deutschland gekommen. Zunächst habe er in der Erstaufnahmeeinrichtung in Gießen gelebt, bevor er in den Raum Kassel kam. Bei seiner Einreise nach Deutschland hatte der Angeklagte angegeben, drei Jahre jünger zu sein als er ist. Minderjährige Flüchtlinge können nicht ausgewiesen werden und haben den Anspruch auf Mittel aus der Jugendhilfe. Mittlerweile gehen die Behörden davon aus, dass der Mann 1994 geboren wurde.

In Wohngruppen für Jugendliche habe er nur kurze Zeit gelebt, sagte ein Mitarbeiter der Jugendgerichtshilfe über den Angeklagten. Grund: Er habe sich allen Erziehungsversuchen entzogen und wollte als Mann behandelt werden. Auffällig sei gewesen, dass er ein negatives Frauenbild und Probleme mit Frauen habe. In Kassel habe er kurze Zeit die Willy-Brandt-Schule besucht, flog aber nach einer Schlägerei.

https://www.hna.de/kassel/vergewaltigungen-in-kassel-nigerianer-zu-haft-verurteilt-8310899.html

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