Der Afghane Abdul D. hat sich bei den deutschen Behörden als 15-jähriger alleinreisender Flüchtling ausgegeben.

27.12.2017 – 19:00
Kandel (ots) – Am Mittwochnachmittag, gegen 15.20 Uhr, kam es in einem Drogeriemarkt in Kandel zu einem Streit zwischen einem 15-jährigen Afghanen und einer 15-jährigen Deutschen. Im weiteren Verlauf zog der 15-Jährige ein Messer und stach auf diese ein, welche im Krankenhaus ihren Verletzungen erlag. Der Täter konnte durch Passanten überwältigt und durch die Polizei festgenommen werden.

Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen aufgenommen.

https://www.presseportal.de/blaulicht/pm/117696/3825696


Video Augenzeugin:

http://www.bild.de/video/clip/mord/augenzeugin-mord-kandel-54316444.bild.html


Video:

Sieht so ein 15-Jähriger aus? Mit Meinungen von Mitschülern

https://wize.life/themen/kategorie/fahndung/artikel/65822/sieht-so-ein-15-jaehriger-aus-maedchenmord-in-kandel-bringt-ganz-deutschland-zum-brodeln


27.12.2017 – 21:21 Uhr

Kandel – Ein 15 Jahre alter Afghane hat im rheinland-pfälzischen Kandel (16 000 Einwohner) ein gleichaltriges deutsches Mädchen erstochen.

Dem Angriff sei ein Streit zwischen den Teenagern in einem dm-Drogeriemarkt vorausgegangen, teilten die Staatsanwaltschaft Landau und das Polizeipräsidium Rheinpfalz am Mittwoch mit. Das Mädchen sei im Krankenhaus an den Verletzungen gestorben.

Passanten überwältigten den jungen Afghanen nach der Tat am Nachmittag, die Polizei nahm ihn fest.

Das Opfer war nach ersten Erkenntnissen in Begleitung in dem Drogeriemarkt. Der Festgenommene soll nicht zusammen mit der 15-Jährigen zu dem Geschäft gekommen sein. Der Auslöser des Streites ist noch unbekannt.

Antje Sch. (48), Kellnerin aus Kandel, zu BILD: „Ich war total geschockt, als ich mit dem Auto gegen 15.40 Uhr an dem Drogeriemarkt vorbeigefahren bin. Da war schon alles voller Polizeiautos, Rettungssanitätern. Ein Notarztauto stand auch da. Alles hat sich in dem Geschäft abgespielt.“

Der Afghane soll voraussichtlich am Donnerstag einem Haftrichter vorgeführt werden. Ob es sich bei dem Jugendlichen um einen Flüchtling handelt, wurde nicht mitgeteilt.

http://www.bild.de/news/2017/news/kandel-afghane-ersticht-deutsches-maedchen-54312532.bild.html


28.12.2017 – 13:52 Uhr
Kandel – Ein 15-jähriges Mädchen wurde am Mittwochnachmittag in einem Drogeriemarkt in Rheinland-Pfalz von einem gleichaltrigen afghanischen Jungen niedergestochen. Es handelt sich um den Ex-Freund des Mädchens. Das teilte die Leitende Oberstaatsanwältin Angelika Möhlig auf einer Pressekonferenz mit. Es wurde Haftbefehl erlassen.

Der Junge befindet sich wegen des dringenden Verdachts auf Totschlag in U-Haft. Er verweigert bisher die Aussage. Das Mädchen hatte sich den Angaben zufolge Anfang Dezember von dem Beschuldigten getrennt. Am Mittwoch trafen die beiden zufällig aufeinander. Der Afghane folgte seiner Ex-Freundin und stach im Drogeriemarkt mehrmals auf sie ein. 

Nach der mehrmonatigen Beziehung hatte der Jugendliche in sozialen Medien damit gedroht, dass er seine Ex-Freundin „abpassen“ wolle, sagte Polizeivizepräsident Eberhard Weber.

Der Afghane war im April 2016 als minderjähriger unbegleiteter Flüchtling in Hessen eingereist. Seit September 2017 lebte er in Neustadt an der Weinstraße (Rheinland-Pfalz) mit drei Jugendlichen in einer Wohngruppe. Wegen einer Auseinandersetzung auf dem Schulhof war er polizeibekannt.

Die Eltern des Opfers erstatteten vor zwei Wochen Anzeige gegen den Täter wegen Nötigung. Nach der Anzeige sei der Jugendliche der Vorladung der Polizei mehrmals nicht gefolgt. Daraufhin haben Polizisten ihm am Vormittag des Tattages die Vorladung persönlich ausgehändigt.

Bei der Tatwaffe handelte es sich um ein 20 Zentimeter langes Küchenmesser. Die Waffe wurde nach Angaben von Dieter Lippold, dem Leiter der Ermittlungsgruppe, sichergestellt. Der Afghane habe sich widerstandslos festnehmen lassen. Es gibt keine Anhaltspunkte, dass er unter Drogen stand. Laut Lippold wirkte er recht teilnahmslos. Die beiden Begleiter des Mädchen halfen mit, den Messerstecher bis zum Eintreffen der Polizei festzuhalten.

http://www.bild.de/regional/frankfurt/frankfurt-am-main/markt-nach-messer-attacke-wieder-geoeffnet-54315942.bild.html


28.12.2017-19:12

Nach den tödlichen Stichen auf eine 15-Jährige im rheinland-pfälzischen Kandel deutet vieles auf eine Beziehungstat hin. Der ebenfalls 15 Jahre alte Tatverdächtige war der Ex-Freund des Opfers. Nach bisherigen Erkenntnissen hat sich die jetzt erstochene Jugendliche Anfang Dezember von ihm getrennt, wie die Leitende Oberstaatsanwältin Angelika Möhlig am Donnerstag in Ludwigshafen sagte. Das Verbrechen hatte sich am Mittwoch in einer Drogerie abgespielt. 15 bis 20 Menschen waren zu der Zeit im Markt.

Die Eltern des Opfers hatten den 15 Jahre alten Jungen Mitte Dezember wegen Beleidigung, Nötigung und Bedrohung ihrer Tochter angezeigt. Nach Darstellung der Polizei soll er das Mädchen nach Ende der Beziehung über soziale Netzwerke und telefonisch immer wieder bedrängt haben.

Der 15 Jahre alte afghanische Flüchtling soll am Mittwochnachmittag mit einem Küchenmesser, das eine etwa 20 Zentimeter lange Klinge hat, auf das Mädchen eingestochen haben. Die beiden sollen in dem  Drogeriemarkt in Kandel zufällig aufeinandergetroffen sein.

Die Jugendliche wurde nach dem Verbrechen ins Krankenhaus gebracht, wo sie kurz darauf starb. Die beiden Begleiter des Mädchens sowie Mitarbeiter und Kunden des Marktes hielten den Täter bis zum Eintreffen der Polizei fest.

Bei seiner Festnahme soll er nach Angaben des Ludwigshafener Polizeivizepräsidenten Eberhard Weber teilnahmslos gewirkt haben. Das Mädchen starb kurze Zeit später in einem Krankenhaus.

Noch am Vormittag des Tattages hatten Polizisten dem Jugendlichen eine Vorladung wegen der Strafanzeige persönlich ausgehändigt. Bereits zuvor hatte die Polizei eine sogenannte Gefährderansprache gemacht – und den Jugendlichen auf sein Verhalten angesprochen und ihn gewarnt. „In aller Regel fruchten solche Ansprachen auch“, sagte Polizeivizepräsident Weber.

Das genaue Motiv ist aus Sicht von Polizei und Staatsanwaltschaft aber noch unklar. „Wir sind am Anfang der Ermittlungen“, sagte Oberstaatsanwältin Möhlig. Im Raum stehe eine Beziehungstat, dies müssten aber noch die weiteren Ermittlungen klären.

Gegen den 15 Jahre alten Jungen erging Haftbefehl wegen Totschlags, die Ermittler wollen auch prüfen, ob Mord als Vorwurf infrage kommt. Für das Strafmaß macht dies keinen Unterschied. Die Höchststrafe liegt in beiden Fällen im Jugendstrafrecht bei zehn Jahren. Das Messer hat der Jugendliche nach bisherigen Ermittlungen in den Markt mitgebracht. Er hat sich laut Staatsanwaltschaft bislang nicht zu der Tat geäußert.

Forderung nach Abschiebung
Der 15-Jährige ist den Angaben zufolge als unbegleiteter minderjähriger Flüchtling nach Deutschland gekommen. Er sei im April 2016 nach Deutschland eingereist, sagte Polizeivizepräsident Weber. Nach seiner Registrierung in Frankfurt sei er ins pfälzische Germersheim gebracht worden und habe dort bis September dieses Jahres in einer Jugendhilfeeinrichtung gelebt. Er sei dort auch zur Schule gegangen. Anschließend sei er in eine betreute Jugendwohngruppe in Neustadt an der Weinstraße gezogen.

Polizeilich bekannt war der Jugendliche der Polizei auch wegen einer mutmaßlichen Körperverletzung auf einem Schulhof. Nach einer Beleidigung soll er mit der Faust zugeschlagen haben. Ob dies im Zusammenhang mit der späteren Bluttat stand, ist aber unklar.

Für die rheinland-pfälzische Landesregierung erklärten Innenminister Roger Lewentz (SPD) und Familienministerin Anne Spiegel (Grüne) gemeinsam: „Wir sind betroffen von dieser schrecklichen Tat.“ Der innenpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Burkhard Lischka, forderte gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland die Abschiebung des Täters.

Diese sei „sowohl völkerrechtlich als auch nach deutschen Gesetzen grundsätzlich möglich“. Der AfD-Vorsitzende Jörg Meuthen sagte: „So kann und darf es in unserem Land nicht weitergehen.“ Die rheinland-pfälzische CDU-Landtagsfraktion forderte eine „Aufarbeitung der Tat und der Hintergründe“.

http://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/kriminalitaet/eltern-des-opfers-hatten-messerstecher-angezeigt-15360879.html


29.12.2017, 13:46

Zwei Tage nach dem brutalen Mord an der 15-jährigen Mia aus Kandel in Rheinland-Pfalz werden immer mehr Details über die Tatumstände bekannt. Offenbar hatte es bereits vorher Alarmsignale gegeben, die Polizei war bereits mit dem Fall befasst. Doch möglicherweise fanden entscheidende Warnungen nicht rechtzeitig oder gar nicht statt.
Der Fall: Der mutmaßliche Täter Abdul D. hatte seine Ex-Freundin nach Angaben der Staatsanwaltschaft Landau zufällig am Mittwochnachmittag in Kandel getroffen und in einen Drogeriemarkt verfolgt. Dort stach er auf die 15-Jährige mehrfach mit einem Messer ein. Das Mädchen erlag kurz darauf seinen Verletzungen. Als Motiv vermutet die Staatsanwaltschaft, dass der Junge nicht verkraftet habe, von seiner Freundin Anfang Dezember verlassen worden zu sein.

Mias Eltern hatten bereits am 15. Dezember eine Anzeige gegen den jungen Afghanen wegen Beleidigung, Nötigung und Bedrohung gestellt. Normalerweise müsse die Polizei schnell reagieren, um Straftaten zu verhindern, sagte der Münchner Sozialpädagoge Andreas Dexheimer FOCUS Online. Zudem war der Afghane schon vorher wegen Gewalttätigkeiten in seiner Schule aufgefallen. Was also unternahm die Polizei?

Persönliche Gefährderansprache drei Tage nach der Strafanzeige
Laut Staatsanwaltschaft veranlassten die zuständigen Polizeibehörden folgende Schritte:

Am 15. Dezember nahm die Polizeiinspektion Wörth eine Anzeige gegen den jungen Afghanen von Mias Eltern entgegen.
„Unmittelbar danach“ soll am 17. Dezember eine „fernmündliche Gefährderansprache“ stattgefunden haben – ein Telefongespräch, in dem der junge Mann von Polizeibeamten warnend auf strafrechtliche Konsequenzen hingewiesen wurde, sollte er seine Drohungen nicht unterlassen.
Am 18. Dezember sei der 15-jährige Afghane von Polizeibeamten persönlich in seiner Schule aufgesucht und verwarnt worden.
Nachdem der junge Flüchtling in der dritten Dezemberwoche einer Vorladung zur Polizei nicht gefolgt war, sei er am Tattag, dem 27. Dezember, erneut von der inzwischen zuständigen Polizei aus Neustadt an der Weinstraße aufgesucht und verwarnt worden. Am Nachmittag kam es dann zur Bluttat im Drogeriemarkt.
Fand eine gemeinsame „Risikoeinschätzung“ nach der Anzeige gar nicht statt?
Doch in solchen Fällen geht es nicht nur darum, dass die Polizei eine Gefährderansprache durchführt – sondern auch, dass sie weitere Zuständige informiert. Die Alarmkette sei bei drohenden Gewaltdelikten jedenfalls eindeutig, erläutert Sozialpädagoge Dexheimer. „In einem solchen Fall ist es entscheidend und entspricht der üblichen Vorgehensweise, dass sowohl das Jugendamt als auch die Einrichtung sofort darüber informiert werden.“ Anschließend müssten die drei beteiligten Institutionen dann eine Risikoeinschätzung treffen und entscheiden, ob die Person noch enger betreut werden oder sogar in einer geschlossenen Einrichtung untergebracht werden müsse.

Landkreis Germersheim: „Polizei hat uns nicht informiert“
Ob dies im Fall des jungen geschah, will die Staatsanwaltschaft noch nicht beantworten. Die Frage, welche anderen an der Betreuung des jungen Afghanen beteiligten Behörden die Polizei über die Anzeige informiert hat, sei ebenfalls Gegenstand der Ermittlungen, bestätigte die Leitende Landauer Oberstaatsanwältin Angelika Möhlig FOCUS Online auf Anfrage. Neue Erkenntnisse lägen derzeit dazu jedoch noch nicht vor.

Klar ist: Der Täter ist den Polizeibehörden bereits seit November als gewalttätig bekannt, nachdem er in der Schule Mitschüler verprügelt hatte. Der Landkreis Germersheim, der sowohl für die Unterbringung des Flüchtlings als auch für seine Betreuung zuständig ist, verneinte, von der Polizei über die Anzeige informiert worden zu sein. „Von einer direkten Bedrohung des Mädchens waren wir noch nicht informiert“, heißt es in einer schriftlichen Stellungnahme gegenüber FOCUS Online. Lediglich zu den Gewalttätigkeiten an der Schule habe es Informationen und Absprachen gegeben.

Beschuldigter schweigt in der Untersuchungshaft
Der Täter war nach der Tat in der Drogerie von mehreren Passanten überwältigt und bis zum Eintreffen der Polizei festgehalten worden. Er sitzt in einer Jugendstrafanstalt in Untersuchungshaft und schweigt bislang zu der Tat.

https://www.focus.de/politik/deutschland/fluechtling-war-polizei-als-gewalttaetig-bekannt-15-jaehrige-in-kandel-erstochen-was-wussten-behoerden-ueber-den-jungen-afghanen_id_8149759.html


29.12.2017

Jetzt ist Mia tot. Jede neue politische Entscheidung kommt für die 15-Jährige zu spät. Ihr Ex-Freund hatte sie am Mittwoch in einem Drogeriemarkt im pfälzischen Kandel mit einem Küchenmesser erstochen.

Mias Eltern hatten den polizeibekannten Afghanen Mitte Dezember wegen Beleidigung, Nötigung und Bedrohung angezeigt. Der als „unbegleiteter minderjähriger Flüchtling“ eingestufte Abdul D. soll das Mädchen, nachdem sie die Beziehung mit ihm zwei Wochen zuvor beendet hatte, immer wieder auf der Straße, telefonisch und über soziale Netzwerke bedrängt haben.

Noch wenige Stunden vor der Bluttat hatten Polizisten dem angeblich erst 15 Jahre alten Zuwanderer eine Vorladung wegen der Strafanzeige persönlich ausgehändigt. Bereits zuvor hatte die Polizei eine sogenannte Gefährderansprache gemacht und den Afghanen auf sein Verhalten angesprochen und ihn gewarnt. Diese Maßnahmen erwiesen sich als untauglich, um Mias gewaltsamen Tod zu verhindern.

Auch wenn dieses Verbrechen nun wieder als Beziehungstat, als tragischer Einzelfall bezeichnet wird, ist es mehr als das. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein junger polizeibekannter Afghane in Deutschland ein Mädchen erstechen kann, ist beeinflussbar durch politische Entscheidungen.

Erhöht wurde das Risiko dadurch, dass Deutschland zum Hauptzielland sogenannter unbegleiteter minderjähriger Ausländer wurde, inzwischen sind es mehr als 50.000. Dass mehr dieser Migranten nach Deutschland kommen als in jedes andere Land, hängt neben der intensiven Betreuung in Einrichtungen der Jugendhilfe auch mit der laxen Altersfeststellung zusammen.

In Deutschland ist die Chance für einen illegal einreisenden jungen Ausländer besonders hoch, mit einer falschen Altersangabe durchzukommen. Ob das auch bei Abdul D. der Fall ist, muss nun festgestellt werden. Zumindest auf am Freitag veröffentlichten Fotos sieht er deutlich älter aus als ein 15-Jähriger – mit diesem Alter wurde er offiziell registriert und entsprechend betreut. Falls er deutlich älter sein sollte, würde dies weitere Fragen aufwerfen. Zumal bereits bekannt wurde, dass der Afghane schon im November 2017 wegen einer Körperverletzung auffällig geworden war. Vielleicht wäre diese spürbar geahndet worden oder Mias Eltern hätten ihrer Tochter eine Beziehung mit ihm untersagt.

Dass es vielen jungen Schutzsuchenden gelingt, mit einem niedrigeren Alter als dem echten registriert zu werden, hat zwei Gründe: Erstens fehlen meist Identitätspapiere oder andere Dokumente, die auf das Lebensalter schließen lassen könnten. Zweitens wird das Alter zumeist nur durch die sogenannte Inaugenscheinnahme bei der vorläufigen Inobhutnahme durch die Jugendämter festgestellt – durch ein Gespräch des jungen Ausländers mit mehr oder weniger qualifizierten Behördenmitarbeitern.

Verlässliche Methoden der Altersfeststellung wie die ärztliche Begutachtung der körperlichen Reife oder radiologische Untersuchungen werden selten angewandt. Dabei hat die Deutsche Gesellschaft für Rechtsmedizin mit ihrer Arbeitsgemeinschaft für Forensische Altersdiagnostik einen international anerkannten Diagnosestandard entwickelt. Der erlaubt zwar nicht die Feststellung des exakten Lebensalters, aber doch eines Mindestalters, was bei den jungen Migranten meist ausreichen würde. Zur Einschätzung der Zahn- und Knochenreifung muss dabei allerdings geröntgt werden: die Hand und, falls noch immer Zweifel bestehen, auch das Schlüsselbein, das zuletzt ausreift.

Weil in Deutschland die rund 600 Jugendämter entscheiden dürfen, ob ein Migrant als unbegleiteter Minderjähriger eingestuft wird, und die gesundheitlichen Bedenken gegenüber der medizinischen Altersdiagnostik groß sind, wird Letztere nur selten genutzt. Andreas Schmeling vom Institut für Rechtsmedizin der Universitätsklinik Münster sagte der WELT dazu kürzlich: „Es ist durchaus möglich, mit wissenschaftlich gesicherten Methoden Volljährigkeit zweifelsfrei nachzuweisen.“ Die gesundheitlichen Konsequenzen schätzt er als sehr gering ein.

Schmeling war zuletzt auch als Sachverständiger im Einsatz, um das Alter von Hussein K., dem mutmaßlichen Mörder der Freiburger Studentin Maria L., zu bestimmen. Der Fall zeigt, wie nachlässig deutsche Behörden mit der Altersprüfung der unbegleiteten Minderjährigen umgehen. Als solcher war der Afghane bei einer Pflegefamilie untergebracht worden, ohne dass jemals sein Alter ernsthaft überprüft wurde. Dies geschah erst im Gerichtsprozess. Dort kam heraus, dass der angeblich unbegleitete Flüchtling zum Tatzeitpunkt schon deutlich über 20 Jahre alt war.

Zu Abdul D. will die Polizei erst in der kommenden Woche neue Erkenntnisse mitteilen – falls sich herausstellt, dass er schon deutlich älter ist, würde dies den Druck auf die Regierungen von Bund und Ländern und die politischen Parteien erhöhen, den laxen Umgang mit den Altersfeststellungen zu überdenken. Dass der Afghane überhaupt ein Mädchen umbringen konnte, wurde auch durch die politische Entscheidung ermöglicht, jeden Ausländer unerlaubt einreisen zu lassen, der glaubhaft angibt, Schutz zu suchen. Dass darunter auch Gewalttäter sind, lässt die Bundesregierung bis heute nicht von ihrem bisherigen Kurs abweichen.

Auch dass durch diese auf illegaler Einreise bestehenden Flüchtlingspolitik, kein einziger Afghane aus Afghanistan gerettet wird, sondern aus Österreich oder anderen Nachbarländern, ist für die Bundesregierung kein hinreichender Grund für einen Kurswechsel. Nach dem Willen der Bundesregierung werden Schutzsuchende, sogar wenn sie sich als gewalttätig erweisen, nur in Ausnahmefällen abgeschoben oder eingesperrt.

Wie die Zeitung „Rheinpfalz“ berichtete, soll der Asylantrag des angeblich 15-Jährigen schon abgelehnt worden sein. Doch ob ein unerlaubt eingereister Migrant schutzbedürftig ist oder nicht, ist für den Verbleib in Deutschland ohnehin zweitrangig – solange er als unbegleiteter Minderjähriger eingestuft wird. In diesem wie auch den vergangenen Jahren wurde laut Bundesregierung kein einziger Angehöriger dieser Gruppe in sein Herkunftsland abgeschoben.

https://www.welt.de/politik/deutschland/article172036951/Bluttat-in-Kandel-Wie-die-Politik-bei-den-unbegleiteten-Minderjaehrigen-versagt.html


30. Dezember 2017

Zwei Tage nach der schockierenden Bluttat von Kandel gab es gestern noch viele offene und ungeklärten Fragen. Sie betreffen unter anderem den Informationsfluss zwischen der Polizei und dem Jugendamt des Kreises Germersheim sowie das Alter des Tatverdächtigen. Die Staatsanwaltschaft Landau will erst nächste Woche weitere Ermittlungsergebnisse mitteilen.

«Kandel/MAINZ.» Seit Donnerstag sitzt ein nach Behördenangaben 15-jähriger Afghane in Untersuchungshaft, weil er seine 15-jährige Ex-Freundin, ein Mädchen aus Kandel, erstochen haben soll. Unklar ist bisher, ob es in dem Fall zwischen den beteiligten Behörden und Einrichtungen vor der Tat zu Versäumnissen in der Kommunikation gekommen ist. Unterschiedliche Darstellungen gibt es dazu, inwieweit die Polizei das Jugendamt des Kreises über die konkreten Bedrohungen des Mädchens durch den Tatverdächtigen informiert hat. Wie berichtet, hatten die Eltern am 15. Dezember bei der Polizei Strafanzeige gegen den Ex-Freund ihrer Tochter wegen Beleidigung, Nötigung und Bedrohung gestellt. „Von einer direkten Bedrohung des Mädchens waren wir noch nicht informiert“, sagte gestern eine Sprecherin der Kreisverwaltung. Dessen Jugendamt war für die Betreuung des Afghanen zuständig, der dem Kreis im Mai 2016 zugewiesen worden war.

Erfahren habe das Jugendamt am 18. Dezember aber von der Polizei, dass der Jugendliche in eine körperlichen Auseinandersetzung in der Schule verwickelt gewesen sei. Darauf hin seien „im Rahmen eines internen Verfahrens“ weitere Schritte im Zusammenwirken mehrerer Fachkräfte eingeleitet und mit der Jugendhilfeeinrichtung Kontakt aufgenommen worden.

Ein Sprecher des Mainzer Innenministeriums wies dagegen gestern daraufhin, aus den Unterlagen der Polizei sei zu schließen, dass der Vormund des Tatverdächtigen – dies ist ein Mitarbeiter der Jugendamtes – am 18. Dezember auch über die Anzeige der Eltern informiert worden sei. Der betreffende Beamte sei aber derzeit für Rücksprachen nicht zu erreichen.

Gab es eine Riskoeinschätzung durch die Behörden? Die Darstellung der Kreisverwaltung lässt offen, ob es zu einer gründlichen Abschätzung des Gefährdungsrisikos kam, wie es das Gesetz in solchen Fällen vorsieht. Die Alarmkette sei bei solchen drohenden Gewaltdelikten eindeutig, sagte der Münchener Sozialpädagoge Andreas Dexheimer gestern gegenüber „Focus online“. „In solch einem Fall ist es entscheidend und entspricht der üblichen Vorgehensweise, dass sowohl das Jugendamt als auch die Einrichtung sofort darüber informiert werden“, erklärte Dexheimer, der eine Geschäftsstelle der Diakonie–Jugendhilfe leitet. Anschließend müssten die drei beteiligten Institutionen dann eine Risikoeinschätzung treffen und entscheiden, ob die Person noch enger betreut oder sogar in einer geschlossenen Einrichtung untergebracht werden müsse.

Der Sprecher des Innenministeriums sagte, eine Einschätzung des Gefährdungsrisikos zu veranlassen, sei in solchen Fällen Sache des Jugendamtes.

Waren die Betreuer über die Polizei-Vorsprachen informiert? Wie berichtet, war der Tatverdächtige zuletzt in Neustadt in der Jugend-Wohngruppe eines freien Trägers untergebracht. Bei ihm handelt es sich nach Informationen der RHEINPFALZ um die „MIO Kinder- und Jugendhilfe“ in Maikammer. Dieser Träger bietet für die Jugendämter von Kommunen in der Vorderpfalz ambulante und stationäre Maßnahmen an. Dazu gehören auch zwei Wohngruppen in Neustadt für vier beziehungsweise fünf Jugendliche ab 15 Jahren. Die Wohnung, in der offenbar bis Mittwoch der Tatverdächtige lebte, wird als 190 Quadratmeter großes „schönes Einfamilienhaus mit vier eingerichteten Einzelzimmern mit Garten, Gartenhaus und Garage“ beschrieben.

Laut Kreisverwaltung wurde die Wohngruppe, in der der Afghane untergebracht war, von drei „Bezugserziehern“ des freien Trägers „MIO“ mit mindestens zehn Stunden pro Woche betreut. Ob diese Betreuer mitbekommen haben, dass die Polizei nach der Anzeige der Eltern den Tatverdächtigen am 17. Dezember telefonisch und am 18. Dezember persönlich mit einer „Gefährderansprache“ ermahnt hatte, sich entsprechend zu verhalten, blieb gestern unklar. Wie berichtet, war der Jugendliche einer polizeilichen Vorladung nicht nachgekommen.

Welche Rolle spielt das Alter des Tatverdächtigen? Unklar ist weiter, ob der Messerstecher von Kandel überhaupt ein Fall für das Jugendamt war. „Er ist nie und nimmer erst 15 Jahre alt“, zitierte die „Bild“-Zeitung gestern den Vater des Opfers. Die Zeitung hat zudem ein Foto des angeblichen Täters veröffentlicht, auf der Abgebildete wesentlich älter wirkt. Ob es sich bei dieser Person tatsächlich um den Inhaftierten handelt, dazu gab es gestern von den Justizbehörden keine Bestätigung.

Die Frage des Alters ist in dem Fall aus drei Gründen bedeutsam: Ein Volljähriger kommt in eine karge Gemeinschaftsunterkunft, während ein Minderjähriger Anspruch auf die Leistungen der Jugendhilfe hat, die für eine angemessene Unterbringung und Betreuung sorgt sowie Erziehung und Ausbildung sicherstellt.

Zweiter Grund: Bei einem 15-Jährigen wäre zwingend das mildere Jugendstrafrecht anzuwenden. Höchststrafe für Mord oder Totschlag: zehn Jahre Haft. Wäre der Täter dagegen 21 Jahre oder älter, wäre bei Mord nach dem Erwachsenenstrafrecht zwingend eine lebenslange Freiheitsstrafe zu verhängen, bei Totschlag sieht das Gesetz mindestens fünf Jahre Haft vor. Bei einem Alter zwischen 18 und 20 Jahren hängt es von der Reife des Täters ab, ob noch Jugendstrafrecht anzuwenden ist.

Dritter Grund für die Bedeutsamkeit des Alters: Wäre der Messerstecher ein Erwachsener und auch als solcher bei seiner Registrierung als Flüchtling erkannt worden, hätte es wohl kaum zu der Kandeler Bluttat kommen können. Denn als 15-Jähriger wurde er in die Integrierte Gesamtschule in Kandel eingeschult. Ob dort auch die Beziehung zu seinem späteren Opfer ihren Anfang nahm, dazu gebe es allerdings „noch keine feststehende Erkenntnis“, hieß es gestern aus Ermittlerkreisen.

Zu der Einschätzung, dass der Inhaftierte erst 15 Jahre alt sein soll, kam das Jugendamt in Frankfurt, wie die Kreisverwaltung Germersheim informiert. Und zwar durch „Inaugenscheinnahme“ und durch ein „ärztliches Erstscreening“. Außerdem habe sich ein Familienrichter den Afghanen angeschaut. Das Alter sei dort nicht in Frage gestellt worden. Dass der Täter volljährig – also 18 Jahre alt– sei, „wird derzeit von allen Beteiligten ausgeschlossen“.

Welche Informationen fehlen den Behörden noch? Aus dem Ausländerzentralregister ergibt sich nach Informationen der RHEINPFALZ ein Geburtsdatum 1. Januar 2002, Geburtsort Kabul. Das Datum 1. Januar wird in der Regel dann gewählt, wenn eine Person ohne Ausweispapiere nach Deutschland kommt und behauptet, nur das Jahr, nicht aber Tag und Monat seiner Geburt zu kennen. Ob das auch im Falle des Messerstechers so war, müsste sich aus der Ausländerakte ergeben, die aber offenbar den rheinland-pfälzischen Ermittlern noch nicht vorliegt.

Für die Altersbestimmung von (angeblich) minderjährigen Flüchtlingen gibt es in Deutschland keine einheitliche Handhabung, lediglich Empfehlungen für die zuständigen Jugendämter. Die Arbeitsgemeinschaft für Forensische Altersdiagnostik (AGFAD) der Deutschen Gesellschaft für Rechtsmedizin empfiehlt eine Kombination aus einer körperlichen und einer zahnärztlichen Untersuchung mit einer Röntgenaufnahme des Gebisses sowie einer Röntgenuntersuchung der Hand. Das Problem: Laut der Röntgenverordnung des Bundes sind solche Untersuchungen wegen der Gesundheitsrisiken nur zulässig, wenn es dafür einen medizinischen Grund gibt. Außerdem kann das so ermittelte Alter um ein bis zwei Jahre nach oben oder unten vom tatsächlichen abweichen.

Die Bundesarbeitsgemeinschaft der Landesjugendämter empfiehlt deshalb die „qualifizierte Inaugenscheinnahme“, wie sie offenbar beim Frankfurter Jugendamt vorgenommen wurde. Manche CDU-Politiker werfen den Jugendämtern allerdings eine zu laxe Handhabung der Altersbestimmung vor: Ein Drittel bis zur Hälfte der angeblichen Jugendlichen sei deutlich älter.

Der erste Aufenthaltsort des jungen Afghanen in Rheinland-Pfalz war nach RHEINPFALZ-Informationen die „Insel der Zuversicht“ in Wörth. Die „Insel“ ist ein ehemaliges Hotel, das vom Deutschen Roten Kreuz 2016 als Einrichtung für jugendliche Flüchtlinge umgebaut wurde. Anfang Dezember wohnten dort 23 männliche Jugendliche zwischen 14 und 18 Jahren. Möglicherweise wohnte der junge Afghane dort von Mai 2016 bis September 2017. Unter Verweis auf die Staatsanwaltschaft sagte der ehrenamtliche Projektleiter Heiner Butz auf Anfrage, er könne sich dazu nicht äußern.

Was unternimmt die Landesregierung in dem Fall? Nach einer zweieinhalbstündigen Sitzung am Donnerstag trafen sich in Mainz gestern erneut Vertreter des Innenministeriums, des Integrations- und Familienministeriums sowie des Bildungsministeriums und der Staatskanzlei, um sich ein aktuelles Bild des Falles zu verschaffen. Das Justizministerium, das bei anderen Fallkonstellationen rund um ausländische Tatverdächtige früher mit im Boot war, nahm den Informationen nach an keinem der beiden Treffen teil.

Der FDP-Landeschef, Wirtschaftsminister Volker Wissing, sagte gestern: „Wenn ein Mensch inmitten von Menschen, am helllichten Tag getötet wird, kann man das nicht einfach hinnehmen. Es müssen Fragen gestellt und beantwortet werden.“

Der Vorsitzende der AfD-Landtagsfraktion, Uwe Junge, konkretisierte unterdessen seine politischen Forderungen im Umgang mit unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen: Dazu zählen unter anderem eine „zwingende medizinische Altersfeststellung“, eine eingehende Sicherheitsüberprüfung dieser Personengruppe und die Auswertung von Mobilfunkdaten zur Gefahrenabwehr und Identitätsfeststellung. „Festsetzen, verurteilen, abschieben“ fordert Junge für den Tatverdächtigen.

https://www.rheinpfalz.de/lokal/aus-dem-suedwesten/artikel/bluttat-in-kandel-fragen-nach-informationsaustausch/


30. Dezember 2017 – 17:56 Uhr

Im Vorfeld der Bluttat von Kandel war das Jugendamt des Kreises Germersheim offenbar doch umfassender über die vorangegangenen Bedrohungen des Opfers informiert als es bisher eingeräumt hat.
Das geht aus Akten der Polizei hervor. Die Kreisverwaltung hatte dagegen am Freitag erklärt, von der Polizei nicht über eine „direkte Bedrohung“ informiert worden zu sein.
Wie berichtet, hatte am Mittwoch ein nach Behördenangaben 15-jähriger Afghane ein 15-jähriges Mädchen aus Kandel erstochen. Der Jugendliche war dem Kreis im Mai 2016 zugewiesen worden, dessen Jugendamt war für seine Betreuung zuständig: Als Vormund des Afghanen ist ein Mitarbeiter des Jugendamtes eingesetzt. Das Mädchen hatte Anfang Dezember eine mehrmonatige Beziehung zu dem Flüchtling beendet.

Eberhard Weber, Vizechef des Polizeipräsidiums Rheinpfalz (Ludwigshafen), sagte am Samstag gegenüber der RHEINPFALZ, der Vormund sei über die beiden Strafanzeigen gegen den Afghanen am 18. Dezember informiert worden. Das ergebe sich aus der Aktenlage und aus einer ersten telefonischen Rücksprache mit dem mit dem Fall befassten Polizeibeamten, der derzeit im Ausland in Urlaub ist.
Die erste Anzeige wegen Beleidigung, Nötigung, Bedrohung und Verletzung persönlicher Rechte stammt vom 15. Dezember. Sie war nicht, wie es bisher geheißen hatte, von den Eltern des Mädchens, sondern von der 15-Jährigen selbst erstattet worden. Der Vater habe dann am 17. Dezember bei der Polizei vorgesprochen und ebenfalls Anzeige erstattet, sagte Weber. Nach RHEINPFALZ-Informationen war es zuvor zu Telefonaten zwischen dem Afghanen und dem Vater gekommen, in denen in Bezug auf die Tochter von „abpassen“, „schlagen“ und „man müsse in Zukunft aufpassen“ die Rede gewesen sein soll.

Laut Weber kam es am 18. Dezember auch zu einer sogenannten „Gefährderansprache“ durch zwei Polizeibeamte in der Integrierten Gesamtschule Kandel, bei der zwei Betreuerinnen aus der Wohngruppe des Afghanen anwesend waren. Dabei sei der Jugendliche, der dort zur Schule ging, entsprechend belehrt worden. In der Regel werde der Beschuldigte dabei über die vorliegenden Strafanzeigen informiert und auf mögliche Konsequenzen hingewiesen, sagte Weber.

Eine Sprecherin der Kreisverwaltung hatte am Freitag den Kontakt zur Polizei so geschildert: Der Vormund sei am 18. Dezember informiert worden, dass der von ihm betreute Jugendliche in eine körperliche Auseinandersetzung in der Schule verwickelt gewesen sei und er Bilder, die persönliche Rechte verletzen könnten, auf seinem Handy habe. Bei der Körperverletzung ging es um einen Streit mit einem anderen Schüler Ende November, diese Auseinandersetzung steht offenbar nicht im Zusammenhang mit der späteren Bluttat. Bei den Handyfotos geht es nach RHEINPFALZ-Informationen offenbar auch um Aufnahmen des 15-jährigen Mädchens.

https://www.rheinpfalz.de/lokal/artikel/bluttat-kandel-vormund-wusste-laut-polizei-von-strafanzeigen/


30.12.2017 – 23:01 Uhr

Kommentar bei der BILD:

Unser Staat schafft es nicht, prinzipiell das Alter von Asylsuchenden medizinisch zu prüfen. Also hat, wer sich als Kind ausgibt, große Chancen, auch so behandelt zu werden.

Das Ergebnis ist, dass echte Kinder mit Männern zusammengesteckt werden, die vorgeben, Kinder zu sein. In keinem anderen gesellschaftlichen Kontext würde man das akzeptieren. Warum ausgerechnet bei Menschen, über die der Staat quasi nichts weiß?

Gegenüber echten Kindern, einheimischen wie geflüchteten, ist diese Praxis völlig verantwortungslos. Dass die Prioritäten hier so falsch gesetzt werden, macht mich fassungslos.

Der Mordfall in Kandel ist auch deshalb so schwer zu ertragen, weil der mutmaßliche Täter auf Fotos aussieht wie ein erwachsener Mann.

Abdul D. hat mit einem Küchenmesser in einem Drogeriemarkt in Kandel auf seine Ex-Freundin Mia (†15) eingestochen.
Der deutsche Staat hat ihn als 15-Jährigen akzeptiert. Er durfte die Schule des späteren Opfers besuchen. Hat der laxe Umgang mit dem Alter den Kontakt zu dem 15 Jahre alten Mädchen, das sterben musste, erst möglich gemacht?

Allein der Verdacht hat eine politische Dimension, weil er das Vertrauen in den Staat zerstört.

Die Politik muss die Altersfeststellung jetzt gesetzlich festschreiben. Die echten Kinder habe ein Recht darauf.

http://www.bild.de/politik/inland/sebastian-pfeffer/die-altersfeststellung-ist-ein-kinderrecht-54336686.bild.html


01. Januar 2018 – 17:15 Uhr

Die Kreisverwaltung Germersheim hat am Wochenende nochmals bestritten, über eine Bedrohung des 15-jährigen Mädchens informiert gewesen zu sein, das am 27. Dezember in Kandel erstochen worden war. Tatverdächtiger ist ihr Ex-Freund, ein nach Behördenangaben minderjähriger afghanischer Flüchtling, für dessen Betreuung das Jugendamt des Kreises zuständig ist. Das Mädchen und ihr Vater hatten am 15. beziehungsweise 17. Dezember Strafanzeigen gegen den Afghanen erstattet – unter anderem wegen Nötigung und Bedrohung. In Telefonaten soll der Beschuldigte in Bezug auf das spätere Opfer von „abpassen“ und „schlagen“ gesprochen haben. Der Vize-Chef des Polizeipräsidiums Rheinpfalz in Ludwigshafen, Eberhard Weber, hatte am Samstag erklärt, nach der Aktenlage sei der Vormund des Beschuldigten am 18. Dezember über die Strafanzeigen und ihren Inhalt informiert worden.

Als Vormund des Flüchtlings ist ein Mitarbeiter des Jugendamtes eingesetzt. Eine Sprecherin der Kreisverwaltung widersprach inzwischen der Darstellung der Polizei: In dem Telefonat habe es zwar Informationen zu den Strafanzeigen gegeben, „nicht jedoch mit dem Inhalt der Bedrohung des Mädchens“. Darüber, dass das Mädchen direkt bedroht wurde, sei weder der Vormund noch die mit diesem Fall bei der Kreisverwaltung befasste Sachbearbeiterin von der Polizei unterrichtet worden.

https://www.rheinpfalz.de/lokal/artikel/bluttat-kandel-widersprueche-zwischen-polizei-und-jugendamt/


02. Januar 2018

Hätte die Bluttat von Kandel vielleicht verhindert werden können, wenn die Behörden vorher entschlossener reagiert hätten?
Zwölf Tage vor seinem gewaltsamen Tod hatte das 15-jährige Mädchen aus Kandel Anzeige gegen den Ex-Freund gestellt – wegen Bedrohung und Nötigung. Eine detaillierte Einschätzung des Risikos gab es aber daraufhin offenbar nicht.

Was passierte im Dezember?

Anfang Dezember hatte die 15-Jährige die mehrmonatige Beziehung zu ihrem Freund, ein nach Behördenangaben 15-jähriger Afghane, beendet, am 27. Dezember wurde sie von ihm in einem Kandeler Drogeriemarkt erstochen. Was passierte in der Zeit dazwischen? „Es gab keine Hinweise, dass die Situation so eskalieren könnte“, sagte der Vizechef des Polizeipräsidiums Rheinpfalz (Ludwigshafen), Eberhard Weber am Wochenende im RHEINPFALZ-Gespräch. Aber wurde die Situation überhaupt professionell erörtert und eingeschätzt?

Telefonat mit dem Vormund

Von der Polizei und dem Jugendamt der Kreisverwaltung Germersheim gibt es unterschiedliche Darstellungen dazu, wie der Informationsfluss zwischen den Behörden war. Zwei Tage nach seiner Tochter hatte auch der Vater Anzeige gegen den Afghanen erstattet – unter anderem auch wegen Nötigung und Bedrohung. In einem Telefonat soll der Ex-Freund in Bezug auf das Mädchen von „abpassen“, „schlagen“ und „man müsse in Zukunft aufpassen“ gesprochen haben. Am 18. Dezember telefoniert der mit dem Fall befasste Polizeibeamte mit dem Vormund des Afghanen, einem Mitarbeiter des Jugendamtes. Der Flüchtling war dem Kreis im Mai 2016 zugewiesen worden, das Jugendamt ist für seine Betreuung zuständig.

Was besprochen wurde, ist strittig

Was zwischen Polizei und Vormund an diesem Tag besprochen wurde, ist strittig. Polizei-Vizepräsident Weber sagt, der Vormund sei über den Sachverhalt und den Gegenstand beider Strafanzeigen unterrichtet worden. Die Kreisverwaltung erklärte dazu am Sonntag: „Bei diesem Telefonat erfolgte auch Information über die Erstattung von Strafanzeigen, nicht jedoch mit dem Inhalt der Bedrohung des Mädchens.“ Und weiter: „Darüber, dass das Mädchen direkt bedroht wurde, war weder der Vormund noch die Fall führende Sachbearbeiterin informiert.“

Trifft dies zu, dann hätte der Polizeibeamte nicht erläutert, was der Hintergrund der Strafanzeigen ist, und der Vormund hätte von sich aus auch nicht nachgefragt, was denn eigentlich zu den Strafanzeigen gegen den von ihm betreuten Jugendlichen geführt hat. Ist ein solch lückenhaftes Gespräch ohne Rückfragen zwischen zwei Behördenvertretern vorstellbar?

Die entscheidende Frage

Die entscheidende Frage: Was hätte das Jugendamt unternehmen müssen, wenn es Kenntnis von der Bedrohungslage gehabt hätte? Der Münchener Sozialpädagoge Andreas Dexheimer, der seit Jahren minderjährige unbegleitete Flüchtlinge betreut, beschreibt das Verfahren so: „In solch einem Fall ist es entscheidend und entspricht der üblichen Vorgehensweise, dass sowohl das Jugendamt als auch die Einrichtung sofort darüber informiert werden.“ Anschließend müssten die drei beteiligten Institutionen dann eine Risikoeinschätzung treffen und entscheiden, ob die Person noch enger betreut oder sogar in einer geschlossenen Einrichtung untergebracht werden müsse. Die Verpflichtung zu solch einer Risikoabschätzung ergebe sich aus den Vorschriften des Sozialgesetzbuches, sagte Dexheimer der RHEINPFALZ.

Doch eine solche Risikoabschätzung in einer Konferenz aller Beteiligten wurde nicht vorgenommen. „Die gab es in dieser klaren Form nicht“, sagt Polizeivizepräsident Weber. Die Drohungen seien im Vergleich auch äußerst niederschwellig gewesen. Bei der Kreisverwaltung heißt es: „Eine erste Abstimmung über das weitere Vorgehen der Polizei wurde bereits bei dem Telefonat getroffen. Aufgrund der Informationen der Polizei wurden im Rahmen eines internen Verfahrens weitere Schritte im Zusammenwirken mehrerer Fachkräfte (Allgemeiner Sozialer Dienst und Vormund) eingeleitet und mit der Jugendhilfeeinrichtung Kontakt aufgenommen.“

Doch was wurde konkret veranlasst? Wurde über eine Änderung des Betreuungskonzepts für den Jugendlichen nachgedacht, der zuletzt in der Wohngruppe eines freien Trägers in Neustadt untergebracht war? Gab es weitere Gesprächskontakte zwischen Vormund und Polizei? Zu diesen Fragen der RHEINPFALZ hat die Kreisverwaltung bisher nicht Stellung genommen. In einer schriftlichen Mitteilung der Behörde heißt es dazu: Alle Fragen müssten „selbstverständlich im Laufe des Verfahrens lückenlos und im Detail aufgeklärt werden“. Die Kreisverwaltung arbeite dabei „selbstverständlich vollumfänglich“ mit. Die Ermittlungen seien jedoch Aufgabe der Staatsanwaltschaft, auf deren Arbeit man vertraue.

„Mindestens zehn Stunden pro Woche“

Unterdessen wird bei der Aufarbeitung des Falles auch die Entscheidung des Jugendamtes zu hinterfragen sein, den jungen Afghanen im September 2017 von einer Einrichtung mit 24-Stunden-Betreuung im Landkreis Germersheim in eine betreute Wohngemeinschaft nach Neustadt zu verlegen. In solchen Wohngruppen sollen die jungen Menschen auf ein selbstständiges Leben vorbereitet werden. Die Betreuung findet „mindestens zehn Stunden pro Woche“ statt. Faktisch kümmern sich die drei Bezugserzieher 40 Stunden in der Woche um die vier Bewohner – außerhalb der Schulzeit. Zudem bestehe eine 24-stündige Rufbereitschaft. Wie die Betreuungssituation konkret zwischen dem 15. und 27. Dezember aussah, ist eine der Fragen, die von der Kreisverwaltung bisher nicht beantwortet wurde.

Ganz grundsätzlich stellt sich die Frage, wie angemessen es ist, dass ein 15-Jähriger in einer Wohngruppe wohnt, in der nicht rund um die Uhr eine Betreuungsperson anwesend ist. In diesem speziellen Fall gab es nach RHEINPFALZ-Informationen außerdem Zweifel von Fachkräften, einer Verlegung des Afghanen in eine Verselbstständigungsgruppe zuzustimmen. Nach Angaben der Kreisverwaltung Germersheim wurde diese Wohnform „im Zusammenwirken mehrerer Fachkräfte als mittelfristige adäquate Hilfeform als notwendig und geeignet eingerichtet“.

Kirchenpräsident Christian Schad thematisierte im Silvestergottesdienst in Ludwigshafen auch die Bluttat in Kandel: Die abscheuliche Tat müsse bestraft werden. Zugleich wies Schad darauf hin, dass „wir vor der Tat eines einzelnen afghanischen Flüchtlings stehen, nicht vor einer Gruppe von Menschen, die – wie er – Afghane oder Flüchtling sind.“ Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) ging in ihrer Neujahrsansprache nicht auf die Kandeler Ereignisse ein. Sie sagte allgemein, die Landesregierung werde alles dafür tun, dass die Menschen in Rheinland-Pfalz sicher leben könnten.

https://www.rheinpfalz.de/lokal/aus-dem-suedwesten/artikel/kandel-haette-die-bluttat-verhindert-werden-koennen/

→ Weitere Infos: https://www.rheinpfalz.de/toetungsdelikt-in-drogeriemarkt-in-kandel/


03.01.2018

Frankfurt – Der Flüchtling Abdul D. (angeblich 15) erstach vor einer Woche in Kandel (Rheinland-Pfalz) seine Ex-Freundin Mia (†15) – sie hatte sich zuvor von ihm getrennt.
Jetzt kommen immer mehr Details über den Killer heraus: Sein Asylantrag war schon im Februar 2017 abgelehnt worden. Hätte er schon längst abgeschoben werden können?
Abdul D. kam im April 2016 ohne Papiere angeblich aus der Provinz Kabul (Afghanistan) nach Frankfurt am Main. Als Geburtsdatum gab er den 01.01.2002 an. Die Überprüfung seines Alters dauert an.

Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge lehnte seinen Asylantrag vor elf Monaten zwar ab, sprach für den angeblich Minderjährigen aber eine Duldung aus.
Das für den Flüchtling zuständige Jugendamt warf der Polizei vor, vor der Bluttat zwar den Vormund über Strafanzeigen von Mia und ihren Eltern, aber nicht über eine direkte Bedrohung des Mädchens informiert zu haben.

Polizeisprecher Michael Baron: „Die beteiligten Stellen wurden darüber informiert, dass der Beschuldigte dem Mädchen drohte, sie am Bahnhof Kandel ,abzupassen‘ und dass er ihr drohte, dass sie in Zukunft ,aufpassen‘ müsse. Zudem wurde dem Vormund mitgeteilt, dass er ehrverletzende Bilder des Mädchens anderen an öffentlichen Stellen zugänglich gemacht hat.“
Bei dem „Gefährdergespräch“ am 18. Dezember mit dem Afghanen seien seine Betreuerinnen dabei gewesen. Den Betreuern wäre auch gesagt worden, dass Abdul D. einen Jugendlichen (15) auf dem Schulgelände attackiert hat.

Die Mutter des angegriffenen Jungen zu BILD: „Er hat meinen Sohn oft bedroht und gesagt, er solle sich von Mia fernhalten. Als mein Sohn sagte, dass er beim Hauswirtschaftsunterricht mit Mia ja wohl kaum die Schulküche verlassen kann, hat Abdul ihm mit der Faust ins Gesicht geschlagen, die Brille meines Sohnes kaputt gemacht.“
Abdul D. sitzt in U-Haft – und schweigt bisher.

http://www.bild.de/news/inland/mord/asylantrag-des-afghanen-wurde-im-februar-2017-abgelehnt-54366582.bild.html


03.01.18 um 13:12 Uhr

Die Stadt Frankfurt hat erstmals Angaben zur Altersfeststellung bei dem Verdächtigen gemacht, der in Kandel (Rheinland-Pfalz) ein Mädchen getötet haben soll. Der Leiter der Jugendgerichtshilfe, Rainer Johne, erklärte auf Anfrage von hr-iNFO, das Jugendamt der Stadt habe im Mai 2016 einen unbegleiteten Flüchtling vorläufig in Obhut genommen, auf den die Personalien des Tatverdächtigen von Kandel zutreffen könnten.

Daraufhin sei das Alter, damals 14 Jahre, durch eine „qualifizierte Inaugenscheinnahme“ festgestellt worden. Darunter sei ein Gespräch mit Dolmetscher und zwei Sozialpädagogen des Jugendamtes zu verstehen. Allerdings will die Stadt Frankfurt nicht sicher bestätigen, dass es sich um den Tatverdächtigen handelt, denn der Stadt liegt nach eigenen Angaben nicht dessen kompletter Name vor.

Johne betont, dass die „qualifizierte Inaugenscheinnahme“ das übliche Verfahren zur Altersfeststellung sei. Es würden die Angaben des Flüchtlings zu Biografie, Schulbesuch und Fluchtweg ebenso begutachtet wie das äußere Erscheinungsbild und der Gesamteindruck. Ein medizinisches Altersgutachten erstellen zu lassen, sei kostenintensiv und liefere auch kein eindeutiges Ergebnis.

Der Verdächtige soll am 27. Dezember ein 15 Jahre altes Mädchen – seine Ex-Freundin – in einem Drogeriemarkt in Kandel niedergestochen und tödlich verletzt haben. An seiner Altersangabe gibt es erhebliche Zweifel. So sagte etwa der Vater des Opfers in der Bild-Zeitung, der mutmaßliche Mörder seiner Tochter sei „nie und nimmer 15 Jahre alt“.

Auch Alter in Fall aus Darmstadt unklar
Ähnliche Zweifel gibt es auch im Falle eines Flüchtlings aus Darmstadt, dem versuchter Mord vorgeworfen wird. Der angeblich 16-Jährige soll am 22. Dezember versucht haben, seine Ex-Freundin, eine 17-jährige Darmstädterin, durch mehrere Messerstiche in den Oberkörper zu töten. Eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft sagte, der Verdächtige wirke älter als 16 Jahre. Man wolle deshalb sein Alter mit einem medizinischen Gutachten feststellen lassen.

Der Verdächtige hat laut Staatsanwaltschaft seine Tat eingeräumt und befindet sich derzeit in Untersuchungshaft. Das Opfer liege schwerstverletzt im Krankenhaus und habe noch nicht befragt werden können.

Innenminister gegen Ärztepräsident
Infolge der Tötung von Kandel fordern Politiker, die Vorgaben bei der Altersfeststellung junger Flüchtlinge zu verschärfen. Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) sagte am Mittwoch in Berlin, das Alter müsse in Fällen ohne offizielles Dokument „soweit geboten auch durch ärztliche Untersuchung“ festgestellt werden.

Eine solche Untersuchung kann unter anderem durch Röntgen der Hand und der Schlüsselbeine erfolgen. Frank Ulrich Montgomery, Präsident der Ärztekammer, lehnte den Vorschlag dagegen als „Eingriff in das Menschenwohl“ ab und wies darauf hin, dass die Ergebnisse häufig ungenau sind.

http://www.hessenschau.de/panorama/verdaechtiger-von-kandel-alter-wohl-in-frankfurt-durch-inaugenscheinnahme-bestimmt,kandel-100.html


03. Januar 2018 – 15:58 Uhr

Die Staatsanwaltschaft hat das vorläufige Obduktionsergebnis nach dem tödlichen Messerangriff auf eine 15-Jährige in Kandel bekanntgegeben. Das Mädchen sei durch mehrere Messerstiche verletzt worden. Ein Stich im Bereich des Herzens sei tödlich gewesen.

Laut Staatsanwaltschaft dauern die Ermittlungen zu Motiv und Hintergründen sowie zum konkreten Tatgeschehen noch an. Der Beschuldigte äußert sich weiter nicht zur Tat. Inzwischen hat die Polizei seinen Wohnraum in Neustadt durchsucht. Unterlagen und zwei Mobiltelefone wurden sichergestellt und werden ausgewertet. Nach bisherigen Erkenntnissen hat der Beschuldigte vor seiner Flucht mutmaßlich in der afghanischen Provinz Kabul gelebt.

„Keine hinreichenden Erkenntnisse zum Alter“

Der Beschuldigte habe der Staatsanwaltschaft zufolge nach eigenen Angaben bei seiner Einreise nach Deutschland kein Ausweispapier besessen und sein Geburtsdatum mit 1. Januar 2002 angegeben. „Da bislang keine hinreichend gesicherten Erkenntnisse zum tatsächlichen Alter des Beschuldigten vorliegen, wird die Staatsanwaltschaft Landau ein medizinisches Gutachten zur Bestimmung des Alters des Beschuldigten in Auftrag geben“, heißt es in der Mitteilung weiter.Streit zwischen Polizei und Kreis geht weiter

Derweil spitzt sich der Streit zwischen dem Polizeipräsidium Rheinpfalz (Ludwigshafen) und der Kreisverwaltung Germersheim über mögliche Versäumnisse im Vorfeld der Tat zu. Die Polizei bekräftigte am Mittwoch ihre Darstellung, dass sie am 18. Dezember – und damit neun Tage vor den tödlichen Messerstichen – das Jugendamt des Kreises Germersheim umfassend über die Vorwürfe gegen den afghanischen Flüchtling informiert habe.

Kreisverwaltung bestreitet Information

Der nach Angaben der Behörden 15-jährige Afghane hat seine 15-jährige Ex-Freundin aus Kandel am 27. Dezember nach Angaben der Staatsanwaltschaft erstochen. Die Kreisverwaltung bestreitet, vor der Tat über eine Bedrohung des Mädchens informiert gewesen zu sein.

Polizei: Zwei Mal Kontakt mit Vormund

Ein Sprecher des Polizeipräsidiums sagte dazu, der Sachbearbeiter habe dem Vormund des Afghanen am 18. und erneut am 19. Dezember mitgeteilt, dass der Beschuldigte ehrverletzende Bilder des Mädchens anderen öffentlich zugänglich gemacht habe und dem Mädchen gedroht habe, sie am Bahnhof Kandel „abzupassen“. Außerdem habe er mit Blick auf das Mädchen gesagt, sie müsse in Zukunft „aufpassen“. Als Vormund des Flüchtlings ist ein Mitarbeiter des Jugendamtes eingesetzt.

Kreisverwaltung: Keine Indizien für Lebensgefahr

Die Kreisverwaltung hatte dagegen am Dienstagabend erklärt, zu keiner Zeit habe für die Mitarbeiter des Jugendamtes oder für die Mitarbeiter der Einrichtung, in der der Afghane untergebracht war, Indizien gegeben, „die dafür sprachen, dass man um Leib oder Leben des Mädchens fürchten müsse.“

https://www.rheinpfalz.de/lokal/artikel/polizei-jugendamt-wusste-vor-kandeler-bluttat-von-bedrohung-des-maedchens/


3. Januar 2018
Im Fall des in Kandel getöteten Mädchens gibt die Polizei weitere Ermittlungsergebnisse bekannt. Demnach lebte der Tatverdächtige vor seiner Flucht mutmaßlich in der Provinz Kabul in Afghanistan. Er kam nach eigenen Angaben ohne Ausweis nach Deutschland und nannte den 1.1. 2002 als Geburtsdatum. Da keine gesicherten Erkenntnisse zum tatsächlichen Alter vorliegen, wird die Staatsanwaltschaft Landau ein medizinisches Gutachten in Auftrag geben. Der Asylantrag wurde im Februar 2017 abgelehnt, als Jugendlicher darf er aber nicht abgeschoben werden.
Der Beschuldigte schweigt bisher. In seiner Wohnung in Neustadt sichergestellte Mobiltelefone und Unterlagen werden nun ausgewertet.
Die Obduktion der 15-jährigen ergab, dass sie durch mehrere Messerstiche verletzt wurde und an einem Stich ins Herz starb.

https://www.rnf.de/kandel-15-jaehrige-starb-an-szich-ins-herz-neue-ermittlungsergebnisse-162643/


3. Januar 2018
Kandel – Die Staatsanwaltschaft Landau und das Polizeipräsidium Rheinpfalz haben neue Details zu dem afghanischen Flüchtling, der am 27. Dezember mutmaßlich die 15-jährige Mia in Kandel erstochen hat, mitgeteilt.

Nach bisherigen Erkenntnissen soll der angeblich 15-Jährige vor seiner Flucht vermutlich in der Provinz Kabul in Afghanistan gelebt haben, teilte die Leitende Oberstaatsanwältin Angelika Möhlig mit.

Im April 2016 kam er als unbegleiteter minderjähriger Ausländer nach Deutschland. Im Mai 2016 wurde er in den Bereich der Kreisverwaltung Germersheim zugewiesen.

Zum ausländerrechtlichen Status ist bisher bekannt, dass das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge den von ihm gestellten Asylantrag im Februar 2017 abgelehnt hat. Allerdings lag auch ein Abschiebungsverbots nach § 60 Abs. 5 des Aufenthaltsgesetzes vor.

Der Afghane war nach eigenen Angaben bei seiner Einreise nach Deutschland nicht im Besitz eines Ausweises und hat sein Geburtsdatum mit 1.1. 2002 angegeben.

Da es bislang keine gesicherten Erkenntnisse zum tatsächlichen Alter des Beschuldigten gibt, will die Staatsanwaltschaft Landau ein medizinisches Gutachten zur Bestimmung des Alters in Auftrag geben.

Das vorläufige Obduktionsergebnis ergab, dass das Mädchen durch mehrere Messerstiche verletzt wurde und ein Stich im Bereich des Herzens tödlich war.

Der in Untersuchungshaft sitzende Afghane schweigt weiterhin zu der Tat. Zwischenzeitlich wurde der Wohnraum des mutmaßlichen Täters in Neustadt durchsucht. Die sichergestellten Beweismittel, unter anderem zwei Mobiltelefone und diverse Unterlagen, werden nun gesichtet und ausgewertet.

Daneben konzentrierten sich derzeit die Ermittlungen besonders auf die Vernehmungen von Zeugen und die kriminaltechnischen Untersuchungen, so Möhlig.

Die Ermittlungen zu dem Motiv, den Hintergründen sowie dem konkreten Tatgeschehen gehen weiter.

http://www.pfalz-express.de/bluttat-in-kandel-mutmasslicher-taeter-stammt-offenbar-aus-kabul/


3. Januar 2018
Ludwigshafen/Kreis Germersheim Das Polizeipräsidium Rheinpfalz widerspricht in einer öffentlichen Mitteilung der Kreisverwaltung Germersheim im Fall des jungen Afghanen, der am 27. Dezember in Kandel seine 15-jährige Ex-Freundin erstochen hatte.

Die Kreisverwaltung hatte am 2. Januar bekannt gegeben, dass das zuständige Kreisjugendamt zwar Kenntnisse von zwei Strafanzeigen gegen den Afghanen gehabt habe – aber nicht im Detail.

Das Jugendamt habe am 18. Dezember von der Polizei erfahren, dass der Jugendliche in eine körperliche Auseinandersetzung in der Schule verwickelt war und er Bilder, die persönliche Rechte verletzen könnten, auf seinem Handy habe.

Bei diesem Telefonat sei das Jugendamt zwar über die Strafanzeigen informiert, nicht jedoch mit dem Inhalt der Bedrohung des Mädchens, schrieb die Kreisverwaltung.

Die Polizei widerspricht dem und bekräftigt ihre Darstellung, dass die beteiligten Stellen umfassend über vorliegende Erkenntnisse und Maßnahmen informiert wurden.

Zunächst habe der Sachbearbeiter der Polizei am Nachmittag des 18. Dezember den Vormund des Beschuldigten beim Jugendamt Germersheim in einem Telefonat erstmals über die gegen den Afghanen vorliegende Strafanzeige vom 15.12. und den Tatvorwürfen vom 17. und 18.12.2017 informiert.

Dieses Telefonat sei als Maßnahme im polizeilichen Vorgangsbearbeitungssystem dokumentiert.

Der Sachbearbeiter habe dem Vormund mitgeteilt, dass der Beschuldigte ehrverletzende Bilder des Mädchens anderen öffentlich zugänglich machte, dem Mädchen drohte, sie am Bahnhof Kandel „abzupassen“ und, dass sie in Zukunft „aufpassen“ müsse.

Der Jugendliche war am 27. November in eine körperliche Auseinandersetzung mit einem anderen Jugendlichen auf einem Schulgelände in Wörth verwickelt. Er wurden noch am gleichen Tage von dem Geschädigten angezeigt. Auch darüber habe der polizeiliche Sachbearbeiter den Vormund des afghanischen Asylbewerbers informiert.

Am 19. Dezember sei dann ein weiteres Telefongespräch zwischen dem Sachbearbeiter der Polizei und dem Vormund beim Jugendamt geführt worden. Auch dieses Telefonat sei dokumentiert. Neben dem Hinweis auf die Sicherstellung des Handys habe der Polizei-Sachbearbeiter die Straftaten erneut detailliert dargestellt, insbesondere ausgesprochenen Drohungen bezüglich „abpassen“ und „aufpassen“ in der Zukunft.

Am Tag zuvor hatte der Polizist gemeinsam mit einem weiteren Polizeibeamten die IGS Kandel aufgesucht, nachdem er kurz vorher von der Schulleitung darüber informiert worden war, dass sich der Afghane in der Schule befinden würde.

Er habe sich in Begleitung von zwei Betreuerinnen, die für ihn in der Wohngruppe in Neustadt zuständig waren, befunden.

Im Beisein der Betreuerinnen wurde er laut Polizei zunächst belehrt; danach fand eine Gefährderansprache * statt. Dabei wurde ihm wurde vorgehalten, dass er in sozialen Netzwerken Bilder des Mädchen anderen zugänglich gemacht, sie beleidigt und ihr gedroht zu habe, sie „abzupassen“.

„Dem Beschuldigten wurde erläutert, dass er eine Vorladung zur Polizei erhalten werde und er sich zu den Vorwürfen äußern könne. Sein Handy wurde sichergestellt“, so die Polizei. (red/pol)

* Individuelle Ansprache, dass „polizeiliches Interesse an seiner Person besteht, die Gefährdungslage bei der Polizei registriert wird und die Lage ernst genommen wird“.

http://www.pfalz-express.de/bluttat-in-kandel-polizei-widerspricht-kreisverwaltung-jugendamt-wurde-detailliert-informiert/


3. Januar 2018

Kandel – Der Tod der 15-jährigen Mia in Kandel beschäftigt auch die Politik – auf Bundesebene und ganz besonders in der Region.

Das Mädchen war am 27. Dezember von ihrem Ex-Freund, einem mutmaßlich ebenfalls 15-jährigen afghanischen Asylbewerber, mitten im dm-Markt erstochen worden.

Dazu äußersten sich in Pressemitteilungen der südpfälzische CDU-Wahlkreisabgeordnete im Deutschen Bundestag, Dr. Thomas Gebhart, und der AfD-Landtagsabgeordnete für den Kreis Germersheim, Matthias Joa.

Die Mitteilungen im Wortlaut:

Thomas Gebhart (CDU): „Die unfassbar schreckliche Tat in Kandel macht mich nach wie vor tief betroffen. Meine Gedanken sind bei der Familie, den Angehörigen und den Freunden des Mädchens – ihnen gehört mein tief empfundenes Mitgefühl.

Selbstverständlich gilt es, weiter aufzuklären und Antworten auf die offenen Fragen zu finden. Nach den ersten Tagen des Innehaltens und Trauerns müssen wir jetzt auch auf politischer Ebene genau analysieren, welche Lehren aus dieser Tat gezogen werden müssen. Dies sollte offen und besonnen geschehen. Ich erwarte, dass im Falle einer Verurteilung des nach Behördenangaben 15-jährigen Afghanen dieser unmittelbar nach Haftverbüßung nach Afghanistan zurückgeführt wird.

Über den konkreten Fall hinaus unterstütze ich die Forderung nach einer konsequenten Abschiebung von Straftätern. Eine mögliche Hürde bei der Abschiebung von straffällig gewordenen unbegleiteten Minderjährigen ist, dass die Erziehungsberechtigten nicht bekannt sind. Daher unterstütze ich die Forderung, bei diesen Minderjährigen mehr Möglichkeiten zu nutzen, um die Erziehungsberechtigten in den Herkunftsländern zum Beispiel durch das Auslesen von Handydaten zu ermitteln. “

Matthias Joa (AfD): „Die Debatte um die Tat in Kandel dreht sich momentan schwerpunktmässig um die Altersfrage. Dies ist auch allgemein, insbesondere finanziell, ein wichtiges Thema, sollte uns jedoch nicht von der Kernfrage ablenken:

Wie kann es sein, dass ein illegal eingereister Migrant Einheimische bedroht, attackiert, terrorisiert – und nichts geschieht?

Der Täter war polizeibekannt als Gewalttäter, die Eltern des Mädchens hatten nach massiven Drohungen und Gewaltattacken bereits Anzeige erstattet, nach Hilfe gesucht.

Ob Kreisverwaltung und Polizei formal korrekt gehandelt haben, wird sich in den nächsten Wochen zeigen. Doch wir müssen die Tat auch im Kontext sehen. Der Staat muss seine Bürger schützen. Wer ungefragt zu uns kommt, die Bürger viel Geld kostet, an den muss die Gesellschaft Erwartungen stellen.

Das Mindeste ist, sich rechtstreu zu verhalten. In anderen Ländern werden illegale Migranten direkt inhaftiert – es ist für mich nicht nachvollziehbar, wie schwach unser Staat hier handelt, was für ein Bild er abgibt. Die Migranten stammen oft aus Ländern, in denen die Polizei sehr repressiv vorgeht. Trifft eine solche kulturelle Prägung nicht auf Konsequenzen, also auf einen schwachen Staat, so fühlen sie sich die Täter oftmals noch zusätzlich ermutigt.

Auch im Interesse tatsächlich verfolgter, nicht krimineller Migranten darf sich unsere Gesellschaft ein solch delinquentes Verhalten nicht bieten lassen. Wer droht, einschüchtert, verprügelt, terrorisiert, der muss die harte Hand des Staates spüren. Ansonsten wird er sich noch ermutigt fühlen, genauso weiterzumachen.

Es muss genau dargelegt werden, welche Mittel der Staat hat und wo wir etwas ändern müssen. Dies ist primär Aufgabe des Innenministers und der Integrationsministerin – Herr Lewentz und Frau Spiegel sind in der Pflicht. Den Bürgern ist nicht zuzumuten, dass Gewalttäter in unseren Schulen ihr Unwesen treiben können. Sofern Gesetze oder interne Verfahrensanweisungen nicht ausreichen, müssen diese geändert werden.

Wenn lokal Fehler passiert sind, muss das aufgearbeitet werden. Dies werden wir aktiv begleiten.

Es muss uns aber klar sein, dass weder ein einzelner Lehrer, ein Polizist oder ein Mitarbeiter der Kreisverwaltung ohne politische Rückendeckung etwas ausrichten können. Und hieran krankt es leider viel zu oft. Dies jedenfalls wird hinter vorgehaltener Hand geäussert – man vertraut nicht darauf, dass in solchen Fällen der (politisch) Vorgesetzte Rückendeckung gibt. Land und Bund müssen entsprechende Regelungen schaffen – hier nur die lokale Ebene zu betrachten, geht an der Realität völlig vorbei.

Archaische Clanstrukturen und Einstellungen wie übersteigertes Ehrgefühl lassen sich nicht mehr in Kursen oder gutem Zureden abtrainieren. Alle durch Gewalt auffälligen, drohende oder straffällige Migranten müssen genau betrachtet und bei Gefahr für die Öffentlichkeit zentral untergebracht und streng überwacht werden – die Bürger stellen zurecht die Frage, was denn noch alles passieren muss, bevor gehandelt wird.

http://www.pfalz-express.de/thomas-gebhart-und-matthias-joa-statements-zur-tat-in-kandel/


16.1.2018

Rund drei Wochen nach dem gewaltsamen Tod eines 15-jährigen Mädchens im pfälzischen Kandel legt die Staatsanwaltschaft dem Verdächtigen nicht mehr Totschlag, sondern Mord zur Last. Der mutmaßliche Täter habe in einem Drogeriemarkt unvermittelt mehrfach mit einem Messer auf die 15-Jährige eingestochen, für die der Angriff überraschend erfolgt sei, teilte die Staatsanwaltschaft Landau am Dienstag mit.

Dafür, dass sich Täter und Opfer in dieser Situation gestritten hätten, gebe es bislang keine Anzeichen. Das Messer habe er zuvor in einem anderen Geschäft gekauft, in das er dem Mädchen und seinen Begleitern gefolgt sei.

Die Staatsanwaltschaft gehe deshalb von Heimtücke aus und bewerte die Tat als Mord. Unter Verdacht steht der Ex-Freund des Mädchens, ein angeblich 15 Jahre alter Flüchtling aus Afghanistan.

Die 15-Jährige war am 27. Dezember in einem Drogeriemarkt in der 8500-Einwohner-Gemeinde von dem angeblich minderjährigen afghanischen Flüchtling – nach offiziellen Angaben ist er auch 15 Jahre alt – erstochen worden. Das Alter des ohne Ausweispapiere nach Deutschland eingereisten Tatverdächtigen will die Staatsanwaltschaft Landau mit Hilfe eines medizinischen Gutachtens klären lassen.

Gegenüber den Behörden hat er sich noch nicht nicht geäußert. Er mache weiterhin von seinem Schweigerecht Gebrauch, sagte Ulrike Wilke, stellvertretende Abteilungsleiterin der Strafrechtsabteilung im rheinland-pfälzischen Justizministerium. Er ist laut Wilke „dringend tatverdächtig“.

Nach der Tat durchsuchten Polizisten den Wohnraum des Beschuldigten in einer betreuten Wohngruppe in Neustadt an der Weinstraße. Dabei wurden laut Wilke unter anderem zwei Mobiltelefone sichergestellt. „Die aufgefundenen Beweismittel werden aktuell gesichtet.“ Daneben wurden Zeugen vernommen, auch gebe es kriminaltechnische Untersuchungen.

https://www.welt.de/vermischtes/article172543945/Kandel-Staatsanwaltschaft-sieht-in-Toetung-von-15-Jaehriger-jetzt-Mord.html


Staatsanwaltschaft Landau:

https://stald.justiz.rlp.de/de/startseite/detail/news/detail/News/toetungsdelikt-in-kandel-gemeinsame-pressemitteilung-der-staatsanwaltschaft-landau-und-des-polizeip/

https://stald.justiz.rlp.de/de/startseite/detail/news/detail/News/toetungsdelikt-in-kandel-gemeinsame-presseerklaerung-der-staatsanwaltschaft-landau-und-des-polizeipr/


„Fotos ins Netz zu stellen stellt keine körperliche Bedrohung des Mädchens dar. Fausthiebe gibt es auch unter deutschen Schülern.“ – So der CDU-Landrat Fritz Brechtel zu den Warnhinweisen im Fall Kandel.

https://philosophia-perennis.com/2018/01/05/kandel-wiederholt/


04.01.2018-19:12

Im Fall des Messerstechers von Kandel rückt die Frage in den Vordergrund, ob die Mitarbeiter des zuständigen kommunalen Jugendamtes den gewaltsamen Tod der 15 Jahre alten Mia V. hätten verhindern können, wenn sie das Mädchen oder deren Eltern über die negative psychische Entwicklung des späteren Täters Abdul D. schon frühzeitig informiert hätten. Über diese Frage gibt es heftige Meinungsverschiedenheiten zwischen dem Landratsamt Germersheim und der Polizei in Ludwigshafen.

Landrat Fritz Brechtel (CDU) verteidigte im Gespräch mit dieser Zeitung die Arbeit der Jugendamts-Mitarbeiter: „Abdul D. ist von unseren Mitarbeitern engmaschig betreut und gefördert worden. Es ist auch zeitnah reagiert worden. Die Polizei schätzte die ihr bekannten Drohungen sehr niedrigschwellig ein, dass niemand eine derartige Eskalation voraussehen konnte“, sagte Brechtel. Es habe „zu keinem Zeitpunkt“ Indizien dafür gegeben, dass das Leben des Mädchens konkret bedroht gewesen sei.

Die Polizei in Ludwigshafen hatte die Vorgänge am Mittwoch in einer Pressemitteilung anders dargestellt. Sie blieb auch am Donnerstag bei ihrer Interpretation: „Wir müssen jetzt ein massives Delikt aufklären. Wir haben uns hierzu zwei Mal geäußert, und wir können die Darstellung nur bestätigen“, sagte ein Sprecher des Polizeipräsidiums in Ludwigshafen.

Kurz nach der Tat am 27. Dezember, als Abdul D. seine ehemalige Freundin mit einem Brotmesser in einer Drogerie im pfälzischen Kandel tödlich verletzt hatte, hatte der stellvertretende Polizeipräsident in Ludwigshafen, Eberhard Weber, auf einer Pressekonferenz gesagt, es habe keine Hinweise gegeben, die auf eine Eskalation der Situation hätten hindeuten können. Nach der Auswertung des „polizeilichen Vorgangsbearbeitungssystems“ kamen die Ermittler offenbar zu anderen Ergebnissen: Anfang Dezember trennte sich Mia V. von Abdul D. Auf seinem Handy soll der Verdächtige, der Anfang 2016 als angeblich minderjähriger Flüchtling nach Deutschland eingereist war, Nacktfotos seiner ehemaligen Freundin gespeichert gehabt haben. Aus Frust über die Trennung drohte er damit, diese im Internet zu veröffentlichen. Die Behörden bestätigen diese Informationen nicht, weil Sozialdaten strengen Datenschutzauflagen unterliegen.

Am 27. November war es zudem zu einer körperlichen Auseinandersetzung an der Gesamtschule in Kandel gekommen, die Abdul D. besuchte. Anfang Dezember lagen der Polizei zudem Strafanzeigen gegen den Flüchtling vor. Nach Darstellung des Landratsamtes sei weder dem Vormund noch der zuständigen Fallmanagerin des Jugendamtes von der Polizei mitgeteilt worden, dass Abdul D. seiner Exfreundin gedroht habe. In der Pressemitteilung der Polizei heißt es dagegen: Die „beteiligten Stellen“ seien „umfassend“ über die Erkenntnisse und Maßnahmen der Polizei informiert worden. „Der Sachbearbeiter hat dem Vormund mitgeteilt, dass der Beschuldigte ehrverletzende Bilder des Mädchens anderen öffentlich zugänglich machte, dem Mädchen drohte, sie am Bahnhof Kandel ,abzupassen‘, und dass sie in Zukunft ,aufpassen‘ müsse.“

Das sei den Jugendamtsmitarbeitern, so die Polizei, am 17., 18. und 19. Dezember in Telefongesprächen mitgeteilt worden. Außerdem habe der polizeiliche Sachbearbeiter Abdul D. am 18. Dezember in der IGS Kandel aufgesucht. Dabei sei er von zwei Betreuerinnen aus Abduls Wohngruppe begleitet worden. „Im Beisein der Betreuerinnen wurde der Beschuldigte zunächst belehrt; danach fand eine Gefährderansprache statt. Ihm wurde dabei vorgehalten, er habe in sozialen Netzwerken Bilder der Geschädigten anderen zugänglich gemacht, sie beleidigt und ihr gedroht.“ Warnungen an die Jugendamtsmitarbeiter über starke Verhaltensauffälligkeiten Abdul D.s gab es also. Landrat Brechtel sagt hierzu: „Der Inhalt der Telefonate wird unterschiedlich ausgelegt. Fotos ins Netz zu stellen stellt keine körperliche Bedrohung des Mädchens dar. Fausthiebe gibt es auch unter deutschen Schülern. Von Fausthieben bis zu Messerstichen ist es ein weiter Weg. Diese Eskalation war nicht vorhersehbar.“

Brechtel richtet stattdessen Forderungen an die Bundes- und Landespolitiker: In Rheinland-Pfalz fehle bei der Aufnahme minderjähriger Flüchtlinge eine zentrale Clearing-Stelle. „Im Saarland stellte man dadurch bei 35 Prozent der Umas fest, dass sie schon erwachsen sind.“ Brechtel sagt, man müsse prüfen, ob es für traumatisierte Flüchtlinge, die ein patriarchalisches Frauenbild mit nach Deutschland importierten, nicht spezielle Hilfsangebote jenseits der Jugendhilfe geben müsse. „Es ist auch falsch, minderjährige abgelehnte Asylbewerber grundsätzlich nicht abzuschieben“, sagt der Landrat. So war es auch bei Abdul D.: Seinen Asylantrag hatte das Bundesamt für Migration (Bamf) abgelehnt – zugleich aber seine Abschiebung untersagt.

http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/polizei-und-landrat-im-fall-kandel-widersprechen-sich-15374110.html


Die Tat von Kandel erschüttert die Leser

https://www.morgenweb.de/mannheimer-morgen_artikel,-leserbrief-die-tat-von-kandel-erschuettert-die-leser-_arid,1175714.html


Fall Kandel: Polizei hat Bericht an Jugendamt Anfang Januar verschickt
Recherche der Redaktion „Zur Sache Rheinland-Pfalz!“
Sendung am 11.1., 20:15 Uhr im SWR Fernsehen
09.01.2018 – 17:37

Mainz (ots) – Im Behördenstreit um die Bluttat in Kandel gibt es eine neue Wendung. Das Polizeipräsidium Rheinpfalz teilt auf Nachfrage gegenüber dem SWR-Politikmagazin „Zur Sache Rheinland-Pfalz!“ mit, dass es am 2. Januar einen ausführlichen Bericht an das Jugendamt der Kreisverwaltung Germersheim geschickt habe, das heißt: 18 Tage nach der ersten Strafanzeige gegen den Afghanen und knapp eine Woche nach der Tat im Drogeriemarkt in Kandel.

Vom Jugendamt der Kreisverwaltung gibt es bisher noch keine Bestätigung über den Eingang des Berichts. Das Jugendamt hatte in Pressemitteilungen vom 2. und 3. Januar kritisiert, dass man zwar telefonisch von der Polizei über die Erstattung von Strafanzeigen informiert worden war, nicht aber darüber, dass das Mädchen direkt bedroht wurde.

https://www.presseportal.de/pm/7169/3835160


Einblick in das Kuppel-Café der evangelischen Kirche von Kandel, in dem junge Pfälzerinnen den angeblich „jugendlichen“ Männern aus Afghanistan dargeboten werden:

http://www.pfalz-express.de/kandel-max-moritz-als-internationale-begegnungsstaette-eroeffnet-bomben-fielen-auf-unsere-strasse-alles-brannte/#!prettyPhoto

2.1.2018

Ministerpräsidentin Dreyer (SPD) ist gegen neue Regeln für die Altersfeststellung bei den angeblich minderjährigen Flüchtlingen.

https://www.rheinpfalz.de/nachrichten/rheinland-pfalz/artikel/dreyer-gegen-neue-regeln-fuer-altersfeststellung/


11.1.2018

Im Landtag in Mainz beginnt auf Antrag der AfD-Fraktion die politische Aufarbeitung des Falls, den Mord an der 15-jährigen Mia in Kandel. Am Donnerstag befasst sich der Innenausschuss mit dem Verbrechen.

Als erste politische Reaktion auf den Mord an Mia Valentin (15) in Kandel hatte Jugend- und Integrationsministerin Anne Spiegel (Grüne) angekündigt, die psychosoziale Betreuung junger Flüchtlinge verbessern zu wollen, meldet jetzt die DPA. Doch die Ministerin gerät mehr und mehr unter Druck, weil sie laut AfD Rheinland-Pfalz „sich erneut gegen medizinische Alterskontrollen unbegleiteter minderjähriger Ausländer ausgesprochen“ habe.

http://www.epochtimes.de/politik/deutschland/dm-mord-in-kandel-politische-aufarbeitung-beginnt-a2318614.html


20.02.2018

Der mutmaßliche Täter im Aufsehen erregenden Tötungsfall von Kandel ist älter als bisher angenommen, kann aber voraussichtlich nach Jugendstrafrecht verurteilt werden.

Ein Sachverständiger stellte bei dem Ex-Freund des getöteten Mädchens Mia ein absolutes Mindestalter von 17 Jahren und sechs Monaten fest. Wahrscheinlich sei der afghanische Flüchtling aber etwa 20 Jahre alt, teilte die Staatsanwaltschaft Landau am Dienstag mit.

Der afghanische Flüchtling gilt dem Gutachten zufolge nicht als Erwachsener im strafrechtlichen Sinn. Bei der Untersuchung seien auch Röntgenaufnahmen von Hand, Gebiss und Schlüsselbeinen angefertigt worden.

Mia wurde am 27. Dezember in einem Drogeriemarkt in Kandel erstochen. Der mutmaßliche Täter war offiziellen Angaben zufolge bei der Tat ebenfalls erst 15 Jahre alt – der Vater des Opfers hatte Zweifel daran geäußert.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft schweigt der Verdächtige weiter zur Tat und sitzt nach wie vor in Untersuchungshaft. Die Ermittlungen seien noch nicht abgeschlossen. „Neben der Vernehmung von Zeugen dauert insbesondere die Auswertung der bei dem Beschuldigten sichergestellten Mobiltelefone an“, erklärten die Ermittler.

Der junge Mann war als Flüchtling nach Deutschland gekommen, sein Asylantrag wurde nach Angaben der Ermittler im Februar 2017 abgelehnt. Zugleich sei aber ein Abschiebungsverbot nach dem Aufenthaltsgesetz festgestellt worden.

Er war mehrere Monate mit der 15-Jährigen zusammen, bis diese Anfang Dezember Schluss machte und ihn Mitte Dezember anzeigte – wegen Beleidigung, Nötigung, Bedrohung und Verletzung persönlicher Rechte.

https://www.welt.de/politik/deutschland/article173769922/Gutachten-Mutmasslicher-Taeter-von-Kandel-war-unter-21-Jahre-alt.html


Die ermordete Mia:


Trauermarsch der örtlichen AfD


Alternative Medien zu Kandel:

Nixgut

https://nixgut.wordpress.com/2017/12/28/kandel-rheinland-pfalz-15-jhrige-von-afghanen-15-in-drogeriemarkt-erstochen/

Rhein-Neckar-Blog mit vielen offenen Fragen:

https://rheinneckarblog.de/03/viele-fragen-keine-antworten/135323.html

PI-News mit weiteren Fragen und einigen Antworten:

http://www.pi-news.net/2018/01/die-15-jaehrige-mia-ist-tot-weil-der-staat-total-versagt-hat/

Compact

https://www.compact-online.de/kandel-buerger-erstattet-anzeige-wegen-mordes-gegen-abdul-d/

Sezession fordert Sanktionen zu dem Behördenskandal

https://sezession.de/57524/nach-kandel:-nichts-wird-vergessen


Am 27. November hat Merkels minderjähriger Gast Abdul D. einem Mitschüler mit der Faust die Brille im Gesicht zertrümmert. Am 27. Dezember hat der mit einem Abschiebungsverbot dekorierte papierlose Mädchenstalker aus der Provinz Kabul der 15-jährigen Mia ein Messer ins Herz gerammt. Die Staatsanwaltschaft Landau hat mittlerweile das Obduktionsergebnis bekannt gegeben. Demnach hat der Afghane mehrfach zugestochen. Der Stich in das Herz war tödlich. Wer einem anderen Menschen ein Messer ins Herz rammt, hat die Absicht, zu töten, oder nicht? Dass der 36 Kilometer entfernt in Neustadt wohnende Afghane sich in den Schulferien in Kandel aufhielt und dort Mia ausfindig machte, soll „Zufall“ gewesen sein. Zufällig hatte er ein Messer dabei. Zufällig traf dieses Messer das Herz.

Am Vormittag jenes verhängnisvollen 27. Dezember hatte die Polizei den Afghanen noch aufgesucht, um ihm eine Vorladung persönlich zuzustellen. Er hatte bis dahin mehrfach nicht auf Vorladungen reagiert. Wo hatte die Polizei die Vorladungen hingeschickt? An die Wohnadresse des Afghanen in Neustadt oder an den Vormund beim Jugendamt in Germersheim? Dazu gibt es in der Presse noch keine Angaben. Fest steht nur eins: Das örtliche Jugendamt am Wohnort des Afghanen in Neustadt ist fein raus, denn es ist nicht zuständig für das eingeflogene Findelkind.

Die Frage der Weitergabe lebenswichtiger Informationen spielt im vorliegenden Fall eine besondere Rolle. Im Normalfall gehen amtliche Schreiben an den gesetzlichen Vormund. Dieser trug offenbar nicht Sorge dafür, dass Abdul D. bezüglich der Anzeigen von Mia (15.12.) und ihrem Vater (17.12.) bei der Polizei erschien. Blieb die Post liegen? War der Vormund, der sicherlich mehr als ein orientalisches Mündel an der Backe hat, schlichtweg überlastet? Gibt es jeden Tag solche Probleme, dass man langsam abstumpft?

Auch die Polizei gibt Fragen auf. Die einzigen Kontakte zwischen der Polizei und dem Afghanen fanden bis zum Mordtag am 17.12. (telefonisch) und 18.12. (in der Schule) statt. Warum hat die Polizei nicht schon am 15. 12. reagiert? Ist die Anzeige der 15-Jährigen ignoriert worden? Ist evt. auch die Polizei überlastet? Jedenfalls hat man erst am 17.12. reagiert, als sich zusätzlich der Vater einschaltete. Direkt nach der Anzeige des Vaters hat die Polizei eine telefonische Gefährderansprache abgesetzt. Ob das eine ausreichende Maßnahme ist, um einen jungen Ausländer von seinem gefährlichen Treiben abzuhalten? Offenbar ließen sich von Kandel aus in Neustadt keine Kollegen finden, die mal eben in der MUFL-WG auftauchen. Außerdem war Sonntag. Vielleicht war der Zögling auch ausgeflogen.

Am nächsten Tag, Montag 18.12., also drei Tage nach Mias Anzeige, bekam die Polizei einen Anruf der Schule in Kandel. Die Schulleitung war offenbar mit den Betreuerinnen wegen des Vorfalls vom 27.11. verabredet. Aus Sicht der Betreuerinnen kam die Polizei „unangemeldet“. Sie wurden Zeugen, dass das Handy des Afghanen eingezogen wurde (bei der Wohnungsdurchsuchung im Rahmen der bisherigen Mordermittlungen wurden zwei weitere Handys einkassiert). Die Betreuerinnen erfuhren nicht nur, dass ihr Zögling beim Hauswirtschaftsunterricht aus Eifersucht zugeschlagen hatte, weil ein Mitschüler Mia am Küchenherd „zu nahe kam“. Die Attacke auf das Auge wurde noch am selben Tag, dem 27.11., von dem geschädigten Schüler angezeigt. Die Betreuerinnen erfuhren auch von ehrverletzenden Bildern, die der Afghane von Mia verbreitet hatte. Und davon, dass Abdul D. dem Vater gedoht hatte, seine Tochter „abzupassen“. Sie efuhren, dass Mia den Afghanen angezeigt hatte. Da hätten sämtliche Alarmglocken schrillen müssen. Das Jugendamt bestreitet aber bis heute, dass jemals von der Polizei über eine „Gefahr für Leib und Leben“ informiert worden sei. Was den Sozialarbeiterinnen fehlt, sind offenbar Pflichtpraktika in Afghanistan.

Damit steht fest, dass Mia und ihr späterer Mörder in die gleiche Klasse gingen. Und noch mehr wird klar: Spätestens Ende November muss die Schule darauf aufmerksam geworden sein, dass es ein gravierendes islamtypisches Problem in der Klasse gab. Wurde das Problem sozialpädagogisch aufgearbeitet? Und was wurde in der MUFL-WG unternommen? Wurde ein Termin beim kinderspychiatrischen Notdienst gemacht, um den aggressiven Afghanen begutachten zu lassen? Was unternahm der amtlich eingesetzte Vormund, der gleichzeitig Mitarbeiter im Jugendamt ist? Dachte er über eine andere Schule für Abdul D. nach? Es ist ja ohnehin kaum nachzuvollziehen, dass jemand, der in Neustadt wohnt, in Kandel zur Schule geht.

Das Jugendamt Germersheim behauptet nach wie vor, eine Bedrohungslage für Mia sei am 18.12. in der Schule nicht thematisiert worden. Zwischen Polizei und Jugendamt spinnt sich derzeit über den Informationsfluss ein ausgiebiger Streit, der wegen des hohen Interesses der Öffentlichkeit in den Lokalmedien ausgetragen wird. Die Polizei will nicht nur in der Schule mit den Betreuerinnen gesprochen haben, sondern auch am 18. und 19. Dezember mit dem Vormund. Dabei sei die Lage hinsichtlich der vorliegenden drei Anzeigen vollständig thematisiert worden.

Es geht um die Frage, wer die Verantwortung dafür trägt, dass Abdul D. offenbar weiter unbehelligt Druck auf Mia ausüben konnte und ihm keiner Zügel anlegte oder ihn aus dem Verkehr zog. Für Mias Eltern muss es unerträglich sein, dass der Afghane, der zunächst an eine Schule in Wörth gehört hätte und dann in Neustadt hätte beschult werden müssen, ausgerechnet in eine Klasse in Kandel kam. Kandel war zu keiner Zeit sein regulärer Schulbezirk.

Irritierend ist auch, dass das Jugendamt Germersheim für den Afghanen zuständig ist, obwohl er längst in Neustadt wohnte. Eine interessante Frage ist auch: Wieso wurde er überhaupt an eine Einrichtung in Neustadt überstellt? Er war einer der ersten MUFL, die in ein frisch eingerichtetes Heim in Wörth einzogen. Wieso musste er nach vier Monaten raus?

Wie kam Abdul D. nach Deutschland und welchen Status hat er hier?

„Der Afghane war im April 2016 als minderjähriger unbegleiteter Flüchtling in Hessen eingereist“, heißt es bei der Bildzeitung über den Messermörder Abdul D.. In Hessen eingereist? Interessant. Um von Kabul nach Hessen einzureisen, muss man im Flieger kommen. Um in einen Flieger zu gelangen, braucht man einen gültigen Reisepass und ein Visum für das Zielland. Als Minderjähriger zusätzlich eine Vollmacht der Eltern. Trotzdem muss es eine Fluglinie gegeben haben, die den MUFL nach Deutschland einschleuste, denn er kam illegal. Und zwar ohne Papiere. Zusammen mit seinem Cousin. Und es muss deutsche Beamte gegeben haben, die der Fluglinie den illegalen Kindertransport bereitwillig abgenommen haben anstatt ihn in der Zuständigkeit von Turkish Airways oder Emirates oder einer anderen komplett verlotterten Fluggesellschaft zu belassen.

Der Asylantrag des Afghanen wurde im Februar 2017 abgelehnt. Das BAMF sprach eine Duldung aus, was vor allem mit der abenteuerlichen Altersangabe zu tun haben dürfte.

Wie alt ist der Mörder?

Afghanische Papiere sind bezüglich Altersangaben wertlos. In dem failed state erfolgt die Altersangabe für Ausweise anhand des Aussehens. So wie auch in unserem failed state. „Die Rheinpfalz“ berichtet über die vorsintflutliche Datengewinnung:

Zu der Einschätzung, dass der Inhaftierte erst 15 Jahre alt sein soll, kam das Jugendamt in Frankfurt, wie die Kreisverwaltung Germersheim informiert. Und zwar durch „Inaugenscheinnahme“ und durch ein „ärztliches Erstscreening“. Außerdem habe sich ein Familienrichter den Afghanen angeschaut. Das Alter sei dort nicht in Frage gestellt worden. Dass der Täter volljährig – also 18 Jahre alt– sei, „wird derzeit von allen Beteiligten ausgeschlossen“. Aus dem Ausländerzentralregister ergibt sich nach Informationen der RHEINPFALZ ein Geburtsdatum 1. Januar 2002, Geburtsort Kabul.

Abdul D. gab sein Alter mit 14 (!) an, wie mittlerweile bekannt wurde. Als Geburtsdatum diente der 1.1.2002. Demnach hat der Knabe gerade im deutschen Jugendkuschelknast seinen „16. Geburtstag“ gefeiert. Der Vater des Mädchens sagte allerdings der „Bild“: „Er ist nie und nimmer erst 15 Jahre alt.“ Optische Altersbestimmungsprogramme im Netz kommen auf 26-30 Jahre.

Inzwischen gibt es neue Informationen zu der ominösen „Inaugenscheinnahme“ durch das Jugendamt der Stadt Frankfurt, wo die „Daten“ des Afghanen erhoben wurden. Sehr aufschlusseich, bitte im Sitzen lesen:

Die Stadt Frankfurt hat erstmals Angaben zur Altersfeststellung bei dem Verdächtigen gemacht, der in Kandel (Rheinland-Pfalz) ein Mädchen getötet haben soll. Der Leiter der Jugendgerichtshilfe, Rainer Johne, erklärte auf Anfrage von hr-iNFO, das Jugendamt der Stadt habe im Mai 2016 einen unbegleiteten Flüchtling vorläufig in Obhut genommen, auf den die Personalien des Tatverdächtigen von Kandel zutreffen könnten.

Daraufhin sei das Alter, damals 14 Jahre, durch eine „qualifizierte Inaugenscheinnahme“ festgestellt worden. Darunter sei ein Gespräch mit Dolmetscher und zwei Sozialpädagogen des Jugendamtes zu verstehen. Allerdings will die Stadt Frankfurt nicht sicher bestätigen, dass es sich um den Tatverdächtigen handelt, denn der Stadt liegt nach eigenen Angaben nicht dessen kompletter Name vor.

Johne betont, dass die „qualifizierte Inaugenscheinnahme“ das übliche Verfahren zur Altersfeststellung sei. Es würden die Angaben des Flüchtlings zu Biografie, Schulbesuch und Fluchtweg ebenso begutachtet wie das äußere Erscheinungsbild und der Gesamteindruck. Ein medizinisches Altersgutachten erstellen zu lassen, sei kostenintensiv und liefere auch kein eindeutiges Ergebnis.

Durch einfache Inaugenscheinnahme solch durchsickernder Informationen kann man auf jeden Fall ein komplettes Staatsversagen attestieren.

Wo hielt sich der Mörder auf?

Innerhalb von zwei Wochen nach dem Aufschlagen eines MUFL muss ein Jugendamt für ihn für zuständig erklärt werden. Die Registrierung und das „Erstscreening“ fanden noch in Frankfurt statt. Ab Mai 2016 wurde das Mündel dem Kreis Germersheim in Rheinland-Pfalz überstellt. Er bekam einen Mitarbeiter des Jugendamtes als Vormund. Der Vormund ist in solchen Fällen meist für den Papierkram zuständig und entscheidet über die Unterbringung. Die eigentliche Betreuung und Erziehungsarbeit leisten Sozialarbeiter in den Wohnheimen. Zunächst kommen die MUFL dazu in ein „Clearinghaus“.

Im April 2016 eröffnete das DRK den Anwohnern der Gemeinde Wörth am Rhein, dass das ehemalige Hotel „Insel“ zur „Insel der Zuversicht“ umfunktioniert wird und fortan der MUFL-Unterbringung dient. In dem Hotel soll Abdul D. ab Mai 2016 als einer der Ersten gewohnt haben. In diesem Heim für Minderjährige am Rhein hat er dann wohl sein Clearingverfahren durchlaufen. Der Afghane ist in die „Integrierte Gesamtschule“ im Nachbarort Kandel eingeschult worden, obwohl es in Wörth ebenfalls eine Gesamtschule gibt.

Bis Dezember 2016 wurde das ehemalige Hotel mit weiteren MUFLn gefüllt. Zu der Zeit wohnte Abdul D. aber bereits in Neustadt an der Weinstraße. Denn im September wurde er in eine WG nach Neustadt verlegt. Obwohl er nun im 36 km entfernten Neustadt wohnte, ging er weiter in Kandel zur Schule.

Dort lernte er Mia kennen.

Das Foto, auf dem der Afghane mit Hemd und Fliege posiert, stammt von dem Parkplatz an der Bienwaldhalle neben dem Schulgelände in Kandel.

Der andere MUFL hat ein Zeugnis bei sich, so dass die Aufnahme vermutlich am letzten Schultag vor den Sommerferien gemacht wurde.

Mitte Juli 2016 wurde die DRK-MUFL-Einrichtung in Wörth mit Spenden bedacht. Wer die Vergleichsfotos aus dem FB-Account des Mörders nutzt hat Abdul D. auf dem Zeitungsbild von der Spendenübergabe schnell ausgemacht. Der Mädchen-Mörder von Kandel trägt an jenem Tag keine Fliege, sondern goldene Sandaletten.

Ein paar Wochen später häuften sich Anwohnerklagen über nächtliche Lärmbelästigungen. Offenbar hatten De Norre & Kollegen den Laden nicht ganz im Griff.

Warum verlegt man einen 15-Jährigen von einem frisch eröffneten Heim für Minderjährige in eine mehr als 30 Kilometer entfernte WG?

Wie man im Foto vom Zeugnistag sehen kann, verstand sich Abdul D. gut mit seinem Betreuer. Wieso wurde er aus seiner gewohnten Umgebung gerissen und nach Neustadt verfrachtet?

Wenn er Probleme im Heim hatte, hätte man eine Pflegefamilie vor Ort als Bleibe für die nächsten Jahre finden können. Das hat man nicht getan. Es ging also darum, Abdul D. an einen anderen Ort zu verfrachten. Man hat ihn ab September 2016 im 36 Kilometer entfernten Neustadt untergebracht. Vom Heim in eine WG. Ein ungewöhnlicher Vorgang für einen 15-Jährigen. Hielt man ihn für älter? Keinesfalls! Er sollte offenbar einfach weg.

Es kann nur einen nachvollziehbaren Grund für diese Maßnahme gegeben haben: Den Betreuern war die Verbindung mit der Schülerin Mia (15) aus dem Nachbarort Kandel bekannt. Sie wollten nichts riskieren. Wenn ein Minderjähriger, der unter der Obhut des Jugendamts steht, ein minderjähriges Mädchen schwängert, gibt es nicht nur Schlagzeilen wegen Kuppelei, sondern auch Unterhaltsforderungen. Es muss auf jeden Fall rumort haben innerhalb der Betreuerszene, denn die „Rheinpfalz“ schreibt, dass man Bauchschmerzen hinsichtlich der Überstellung an die „Verselbstständigungsgruppe“ hatte, dies aber als „notwendig“ erachtete:

In diesem speziellen Fall gab es nach RHEINPFALZ-Informationen außerdem Zweifel von Fachkräften, einer Verlegung des Afghanen in eine Verselbstständigungsgruppe zuzustimmen. Nach Angaben der Kreisverwaltung Germersheim wurde diese Wohnform „im Zusammenwirken mehrerer Fachkräfte als mittelfristige adäquate Hilfeform als notwendig und geeignet eingerichtet“.

190 Quadratmeter Wohnfläche für vier MUFL

Abdul D. kam in eine Luxusunterkunft. Mit drei anderen Jugendlichen breitete er sich auf 190 Quadratmetern aus. Die großzügige Bleibe hat der Träger „MIO Kinder- und Jugendhilfe“ (ansässig in Maikammer) organisiert. Bei der „Rheinpfalz“ kann man staunend lesen, wie man in Deutschland untergebracht wird, wenn man keinen Bock mehr auf Kabul hat und stattdessen in Deutschland Mädchen aufreißen will:

Die Wohnung, in der offenbar bis Mittwoch der Tatverdächtige lebte, wird als 190 Quadratmeter großes „schönes Einfamilienhaus mit vier eingerichteten Einzelzimmern mit Garten, Gartenhaus und Garage“ beschrieben. Laut Kreisverwaltung wurde die Wohngruppe, in der der Afghane untergebracht war, von drei „Bezugserziehern“ des freien Trägers „MIO“ mit mindestens zehn Stunden pro Woche betreut.

10 bis 40 Stunden pro Woche betreut

Das Jugendamt legt Wert darauf, am 3. Januar mitzuteilen:

Die „umA“ werden dort zusätzlich zum Schulbesuch mit insgesamt 40 Wochenstunden im Direktkontakt betreut. Es handelt sich um ein übliches Konzept für Jugendliche ab 15 Jahren.

Eine Woche hat 168 Stunden. Macht 128 bis 158 Stunden sturmfreie Bude. Sehr geil. Fehlen halt nur noch die Mädels und der Benz vor der Tür – und alle Schlepperversprechen werden wahr…

Von Kandel bis Neustadt braucht man mit öffentlichen Verkehrsmitteln 70 Minuten. Offenbar war diese Strecke kein Hindernis. Ganz im Gegenteil: Abdul D. fuhr diese Strecke zwei mal pro Tag, denn er ging ja weiterhin in Kandel zur Schule. So konnte er weiterhin in Mias Nähe sein. Hat sie ihn auch in der WG besucht? Eine Freundin berichtet, Mia habe mit ihm Deutsch geübt.

Das Ende

Anfang Dezember 2017 beendete Mia die Beziehung. Welche Zukunft sollte diese Beziehung auch haben? Ein illegal eingereister Afghane mit Asyl-Ablehnungsbescheid, der zudem Stress in der Schule und mit der Polizei hatte, bietet keinerlei Perspektive. Aber wenn so einer keine Zukunft hat, soll das Objekt seiner Begierde wohl auch keine haben… Fest steht: Für jeden Afghanen wäre es das Nonplusultra, würde er hier eine heiratswillige Einheimische finden. Den Angaben Mias Vater zufolge wurde er aufgenommen „wie ein Sohn“. Und dann machte ihm Mia nach dem Vorfall in der Schulküche einen Strich durch die Rechnung…

Nur österreichische Medien berichten, was die Bildzeitung für ihre Bezahlkundschaft herausgefunden hat:

„Der Abdul war immer so eifersüchtig und fies“, erzählen Freundinnen von Mia der „Bild“-Zeitung. „Er hat sie gestalkt, war eifersüchtig“, sagt ihr Vater. Immer wieder passte Abdul das Mädchen an einer Bushaltestelle ab und drohte ihr.

Der junge Afghane sitzt in Untersuchungshaft. Freunde von Mia hatten ihn kurz nach der Tat überwältigt und der Polizei übergeben. Er habe dabei „dreckig gegrinst“, erzählt Kundin Diana J., die gerade im Drogeriemarkt einkaufen war.

„Sie hat ihm geholfen, Deutsch zu lernen“, erzählt eine Freundin.

Vor Gericht wird ihm der deutsche Steuerzahler trotz Mias tödlich endenden Bemühungen einen gut bezahlten Dolmetscher zur Seite stellen. Verhandelt wird hinter verschlossenen Türen, damit die Öffentlichkeit keine unschönen Bilder von einem dreckig grinsenden Afghanen sieht. Das Interview mit Diana J. gibt es hier. Sie hörte die Schreie und ging in den Gang, wo Mia auf dem Boden lag. Freundinnen drückten Mia ein Tuch auf die Wunden und riefen „Bleib wach!“. Das Messer lag auf dem Boden. Dann kam ein Junge zu ihr und sagte, dass er Mias Freund sei. Es sei der Ex-Freund gewesen, der sie abgestochen habe. Der Täter stand teilnahmslos herum und machte nichts außer dreckig zu grinsen.

Wer ist verantwortlich?

Wenn Eltern zu Hause Waffen unverschlossen herumliegen lassen und ihr Sprößling damit killen geht, tragen sie eine Mitverantwortung. Jedes Küchenmesser mit einer feststehenden Klinge von mehr als 12 cm stellt gesetzlich gesehen eine verbotene Waffe dar, die man nicht mit sich herumtragen darf. Wer ist dafür verantwortlich, wenn ein von den Behörden als minderjährig eingestufter illegal eingereister Afghane ein 20 cm langes Messer aus seiner Luxus-WG-Küche mitnimmt um damit seine Ex-Freundin abzustechen?

An erster Stelle natürlich Merkel. Die „Welt“ nimmt diesmal kein Blatt mehr vor den Mund:

Die Tötung der 15-jährigen Mia durch einen Afghanen in der Pfalz wirft Fragen zur Migrationspolitik der Bundesregierung auf. (…) Die Wahrscheinlichkeit, dass ein junger polizeibekannter Afghane in Deutschland ein Mädchen erstechen kann, ist beeinflussbar durch politische Entscheidungen. Erhöht wurde das Risiko dadurch, dass Deutschland zum Hauptzielland sogenannter unbegleiteter minderjähriger Ausländer wurde, inzwischen sind es mehr als 50.000. Dass mehr dieser Migranten nach Deutschland kommen als in jedes andere Land, hängt neben der intensiven Betreuung in Einrichtungen der Jugendhilfe auch mit der laxen Altersfeststellung zusammen. (…)

Dass der Afghane überhaupt ein Mädchen umbringen konnte, wurde auch durch die politische Entscheidung ermöglicht, jeden Ausländer unerlaubt einreisen zu lassen, der glaubhaft angibt, Schutz zu suchen. Dass darunter auch Gewalttäter sind, lässt die Bundesregierung bis heute nicht von ihrem bisherigen Kurs abweichen. Auch dass durch diese auf illegaler Einreise bestehenden Flüchtlingspolitik, kein einziger Afghane aus Afghanistan gerettet wird, sondern aus Österreich oder anderen Nachbarländern, ist für die Bundesregierung kein hinreichender Grund für einen Kurswechsel. Nach dem Willen der Bundesregierung werden Schutzsuchende, sogar wenn sie sich als gewalttätig erweisen, nur in Ausnahmefällen abgeschoben oder eingesperrt. Wie die Zeitung „Rheinpfalz“ berichtete, soll der Asylantrag des angeblich 15-Jährigen schon abgelehnt worden sein. Doch ob ein unerlaubt eingereister Migrant schutzbedürftig ist oder nicht, ist für den Verbleib in Deutschland ohnehin zweitrangig – solange er als unbegleiteter Minderjähriger eingestuft wird. In diesem wie auch den vergangenen Jahren wurde laut Bundesregierung kein einziger Angehöriger dieser Gruppe in sein Herkunftsland abgeschoben.

Merkel fühlt sich wie üblich nicht angesprochen. Sie wird das Geschehen in Kandel geflissentlich ignorieren, so wie andere „Einzelfälle“ auch. Sie hat ja bislang alles richtig gemacht und weiß nicht, was man ändern könnte.

Die Elite von Rheinland-Pfalz fühlt sich auch nicht zuständig. Alles, was Rang und Namen hat, steckt den Kopf in den Sand.

Zum Schluss wegen der Informationsfülle und des Behördenstreits noch chronologischer Überblick:

      • Vermeintliche Herkunft von Abdul D.: Afghanstan, Provinz Kabul
      • Im April 2016 illegal und nach eigenen Angaben ohne Papiere mit einem Cousin über Frankfurt eingereist.
      • Im Mai 2016 Zuweisung an das Jugendamt Germersdorf. Ins Hotel „Insel“ in Wörth am Rhein eingezogen, ein frisch eingerichtetes Heim des DRK für Minderjährige. Einschulung im Nachbarort Kandel an der Gesamtschule, offenbar in Mias Klasse.
      • Im September 2016 in eine WG nach Neustadt an der Weinstraße umgezogen. Keine Umschulung. Neuer Schulweg: 36 km. Zuständigkeit verblieb beim Jugendamt Germersheim.
      • Im Februar 2017 Ablehnung des Asylantrags. Ab da Duldungsstatus aufgrund Abschiebeverbots nach § 60 Abs. 5 des Aufenthaltsgesetzes.
      • Im November 2017 wurde die Polizei eingeschaltet. Der Täter ist den Polizeibehörden seitdem als gewalttätig bekannt. Nach einer Beleidigung soll er mit der Faust zugeschlagen haben. Die Mutter des angegriffenen Jungen: „Er hat meinen Sohn oft bedroht und gesagt, er solle sich von Mia fernhalten. Als mein Sohn sagte, dass er beim Hauswirtschaftsunterricht mit Mia ja wohl kaum die Schulküche verlassen kann, hat Abdul ihm mit der Faust ins Gesicht geschlagen, die Brille meines Sohnes kaputt gemacht.“ Die Tat geschah am 27.11., wurde noch am gleichen Tage von dem Geschädigten angezeigt und durch die Polizei dem Vormund des afghanischen Asylbewerbers mitgeteilt.
      • Anfang Dezember beendete Mia die Beziehung. Danach soll Abdul D. sie immer wieder auf der Straße, telefonisch und über soziale Netzwerke bedrängt haben.
      • Polizeisprecher Michael Baron: „Die beteiligten Stellen wurden darüber informiert, dass der Beschuldigte dem Mädchen drohte, sie am Bahnhof Kandel ,abzupassen‘ und dass er ihr drohte, dass sie in Zukunft ,aufpassen‘ müsse.
      • Die erste Anzeige bei der Polizei wegen Beleidigung, Nötigung, Bedrohung und Verletzung persönlicher Rechte stammt vom 15. Dezember. Sie wurde von Mia persönlich erstattet. Mit „Nötigung“ kann ein sexueller Übergriff gemeint sein. Bei der Verletzung der persönlichen Rechte geht es um ehrverletzender Bilder, die Abdul D. öffentlich zugänglich gemacht hat.
      • Die Polizei hätte nach dieser Anzeige sofort das Jugendamt einschalten müssen sowie alle beteiligten gesetzlichen Vertreter der beiden Minderjährigen kontaktieren müssen, also Mias Eltern und den Vormund des Afghanen. Der Vormund und das Jugendamt wiederum hätten neu über die weitere Unterbringung des Afghanen entscheiden müssen. Zum Beispiel in eine geschlossene Einrichtung, in der auch eine psychiatrische Begutachtung möglich gewesen wäre.
      • Die Polizei ist erst zwei Tage später tätig geworden. Und zwar erst als Mias Vater Anzeige erstattete. Der Vater hatte mit Abdul D. telefoniert. Dabei soll der Afghane Drohungen vom Stapel gelassen haben. Er wolle Mia „abpassen“, „schlagen“ und „man müsse in Zukunft aufpassen“. Der Vater hat daraufhin am 17. Dezember Anzeige wegen Beleidigung, Nötigung und Bedrohung erstattet.
      • „Unmittelbar danach“ soll dann am 17. Dezember eine „fernmündliche Gefährderansprache“ stattgefunden haben – ein Telefongespräch, in dem der Afghane von Polizeibeamten warnend auf strafrechtliche Konsequenzen hingewiesen wurde, sollte er seine Drohungen nicht unterlassen. (Allgemeine Info zu Gefährderansprachen bei Jugendlichen hier)
      • Am 18. Dezember wurde der Afghane von Polizeibeamten persönlich in der Integrierten Gesamtschule Kandel aufgesucht und verwarnt. Dazu das Jugendamt: „Nach unserer Information kam dann die Polizei am 18. Dezember unangekündigt an die Schule und verwarnte den umA (unbegleitete minderjährige Ausländer) deutlich. Über eine direkte Bedrohung des Mädchens wurde nicht informiert. Zugleich wäre das Handy des umA eingezogen worden.
      • Bei dieser Gefährderansprache am 18.12.2017 in der Schule sind zwei Betreuerinnen aus der WG anwesend gewesen sein. Zwei Polizeibeamte suchten IGS Kandel auf, nachdem sie kurz vorher von der Schulleitung darüber informiert worden war, dass sich der Afghane in der Schule befinden würde. Er habe sich in Begleitung von zwei Betreuerinnen, die für ihn in der Wohngruppe in Neustadt zuständig waren, befunden. Im Beisein der Betreuerinnen wurde er laut Polizei zunächst belehrt; danach fand eine Gefährderansprache statt. Dabei wurde ihm wurde vorgehalten, dass er in sozialen Netzwerken Bilder des Mädchen anderen zugänglich gemacht, sie beleidigt und ihr gedroht zu habe, sie „abzupassen“.„Dem Beschuldigten wurde erläutert, dass er eine Vorladung zur Polizei erhalten werde und er sich zu den Vorwürfen äußern könne. Sein Handy wurde sichergestellt“, so die Polizei.
      • Am 18.12.2017 soll auch der Vormund beim Jugendamt von der Polizei über die Sachlage informiert worden sein. Eine Sprecherin der Kreisverwaltung dementierte dies. Der Vormund sei am 18. Dezember lediglich über die Schulhofschlägerei informiert worden und dass Abdul D. Bilder, die Mias persönliche Rechte verletzen könnten, auf seinem Handy habe. „Von einer direkten Bedrohung des Mädchens waren wir noch nicht informiert„, heißt es in einer schriftlichen Stellungnahme. In dem Telefonat habe es zwar Informationen zu den Strafanzeigen gegeben, „nicht jedoch mit dem Inhalt der Bedrohung des Mädchens“. Darüber, dass das Mädchen direkt bedroht wurde, sei weder der Vormund noch die mit diesem Fall bei der Kreisverwaltung befasste Sachbearbeiterin von der Polizei unterrichtet worden. Was zwischen Polizei und Vormund an diesem Tag besprochen wurde, ist nach wie vor strittig. Nun heißt es seitens des Jugendamts: „Zu keiner Zeit gab es für die Mitarbeiter des Jugendamtes oder für die Mitarbeiter der Einrichtung Indizien, die dafür sprachen, dass man um Leib oder Leben des Mädchens fürchten müsse.“
      • Ein Sprecher des Mainzer Innenministeriums wies darauf hin, aus den Unterlagen der Polizei sei zu schließen, dass der Vormund am 18. Dezember auch über die Anzeige der Eltern informiert worden sei. Das Jugendamt habe daher eine Pflicht gehabt, eine Einschätzung des Gefährdungsrisikos zu veranlassen. Dies ist offenbar nicht oder nicht in ausreichendem Umfang erfolgt.
      • Die Verpflichtung zu einer Risikoabschätzung durch das Jugendamt ergibt sich aus den Vorschriften des Sozialgesetzbuches, doch eine solche Risikoabschätzung in einer Konferenz aller Beteiligten wurde nicht vorgenommen. „Die gab es in dieser klaren Form nicht“, sagt Polizeivizepräsident Weber. Die Drohungen seien nach Einschätzung der Polizei aber „äußerst niederschwellig“ gewesen.
      • Die Polizei bekräftigte am Mittwoch (3.1.) ihre Darstellung, dass sie am 18. Dezember – und damit neun Tage vor den tödlichen Messerstichen – das Jugendamt des Kreises Germersheim umfassend über die Vorwürfe gegen den afghanischen Flüchtling informiert habe. Die Kreisverwaltung bestreitet weiterhin, vor der Tat über eine Bedrohung des Mädchens informiert gewesen zu sein. Ein Sprecher des Polizeipräsidiums sagte dazu, der Sachbearbeiter habe dem Vormund des Afghanen am 18. und erneut am 19. Dezember mitgeteilt, dass der Beschuldigte ehrverletzende Bilder des Mädchens anderen öffentlich zugänglich gemacht habe und dem Mädchen gedroht habe, sie am Bahnhof Kandel „abzupassen“. Außerdem habe er mit Blick auf das Mädchen gesagt, sie müsse in Zukunft „aufpassen“. Die Kreisverwaltung hatte dagegen am Dienstagabend erklärt, zu keiner Zeit habe für die Mitarbeiter des Jugendamtes oder für die Mitarbeiter der Einrichtung, in der der Afghane untergebracht war, Indizien gegeben, „die dafür sprachen, dass man um Leib oder Leben des Mädchens fürchten müsse.“
      • Die Polizei konkretisiert ihre Darstellung zum Sachverhalt noch einmal: Zunächst habe der Sachbearbeiter der Polizei am Nachmittag des 18. Dezember den Vormund des Beschuldigten beim Jugendamt Germersheim in einem Telefonat erstmals über die gegen den Afghanen vorliegende Strafanzeige vom 15.12. (Mias Anzeige) und den Tatvorwürfen vom 17. und 18.12.2017 (Anzeige des Vaters) informiert. Dieses Telefonat sei als Maßnahme im polizeilichen Vorgangsbearbeitungssystem dokumentiert. Der Sachbearbeiter habe dem Vormund mitgeteilt, dass der Beschuldigte ehrverletzende Bilder des Mädchens anderen öffentlich zugänglich machte, dem Mädchen drohte, sie am Bahnhof Kandel „abzupassen“ und, dass sie in Zukunft „aufpassen“ müsse.
      • Auch am 19.12. hat die Polizei mit dem Vormund beim Jugendamt über den Fall gesprochen. Es sei ein weiteres Telefongespräch zwischen dem Sachbearbeiter der Polizei und dem Vormund beim Jugendamt geführt worden. Auch dieses Telefonat sei dokumentiert. Neben dem Hinweis auf die Sicherstellung des Handys habe der Polizei-Sachbearbeiter die Straftaten erneut detailliert dargestellt, insbesondere ausgesprochenen Drohungen bezüglich „abpassen“ und „aufpassen“ in der Zukunft.
      • Der Afghane ist einer Vorladung der Polizei mehrmals nicht gefolgt. Derartige amtliche Post wird in der Regel über den Vormund zugestellt.
      • Nachdem der Afghane in der dritten Dezemberwoche einer Vorladung zur Polizei wieder nicht gefolgt ist, ist er am 27. Dezember erneut von der Polizei aufgesucht und verwarnt worden. Dabei wurde ihm am Vormittag die Vorladung persönlich ausgehändigt.
      • Abdul D. hat seine Ex-Freundin nach Angaben der Staatsanwaltschaft Landau „zufällig“ am Nachmittag des 27. Dezember in Kandel getroffen und in den Drogeriemarkt verfolgt. Dort stach er auf die 15-Jährige mehrfach mit einem Messer ein. Zwölf Tage nach ihrer Anzeige verblutete Mia trotz Einschreitens von Helfern im Krankenhaus. Ein Stich ins Herz war tödlich.
      • Wie die Betreuungssituation in der MUFL-WG konkret zwischen dem 15. und 27. Dezember aussah, ist eine der Fragen, die von der Kreisverwaltung bisher nicht beantwortet wurde.
      • Gegen den Afghanen erging Haftbefehl wegen Totschlags, die Ermittler wollen auch prüfen, ob Mord als Vorwurf infrage kommt. Für das Strafmaß macht dies keinen Unterschied. Die Höchststrafe liegt in beiden Fällen im Jugendstrafrecht bei zehn Jahren. Das Messer hat der Jugendliche nach bisherigen Ermittlungen in den Markt mitgebracht. Er hat sich laut Staatsanwaltschaft bislang nicht zu der Tat geäußert.
      • Die Frage, welche Behörden die Polizei über die Anzeige informiert hat, ist ebenfalls Gegenstand der Ermittlungen.
      • Die Ausländerakte des Abdul D. liegt den Ermittlern noch nicht vor.
      • Immerhin, die SPD wacht auf: Der innenpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Burkhard Lischka, fordert die Abschiebung des Täters. Diese sei „sowohl völkerrechtlich als auch nach deutschen Gesetzen grundsätzlich möglich“.

    Was alles nach deutschen Gesetzen möglich ist, hat die AfD bereits tausend Mal gesagt. Es hat keinen an den Machthebeln interessiert. Auch in Darmstadt rätselt man über das Alter eines „16-Jährigen Flüchtlings„, der ein 17-jähriges Mädchen lebensgefährlich verletzt hat. In Hattersheim hat gerade ein Syrer einen Afghanen erstochen. Das Stechen und Morden geht weiter. Und das Vergewaltigen. Die Kriminologie-Pfeife Christian Peiffer schlägt vor, dass präventiv für die testosterongesteuerten Illegalen Frauen nachgeholt werden sollen. Damit die Frauenhäuser aus allen Nähten platzen?

  • Inzwischen gibt es beim Pfalz-Express eine ausführliche Stellungnahme von Matthias Joa, dem AfD-Landtagsabgeordneten für den Kreis Germersheim, die es in sich hat!

Quelle: http://www.pi-news.net/2018/01/die-15-jaehrige-mia-ist-tot-weil-der-staat-total-versagt-hat/