Liebe Leser,

wegen der gestiegenen Zahl täglicher „Einzelfälle“ ist es schier unmöglich, in diesem Blog alles zu dokumentieren. Ich habe mich daher in diesem Blog zunehmend auf die schlimmsten Sachen konzentriert.

Doch ist es fair, wenn mir heute der Fall einer Rollator-Omi, der die Handtasche geklaut wurde, keine Zeile mehr wert ist? Vor ein paar Jahren hat mich so etwas noch schockiert. Heute muss die Rollator-Omi schon niedergetreten worden und im Krankenhaus gelandet sein, bevor ihr Fall Eingang in meine Dokumentation findet.

Es sind mehrere Dimensionen, die mir Sorge bereiten:

  1. Die schiere Masse und Taktfrequenz der „Einzelfälle“ nimmt zu.
  2. Die Brutalität nimmt zu.
  3. Ein Haufen Leute rennt offenbar mit Messern herum oder ist geübt darin, Alltagsgegenstände wie Flaschen und Gürtel sekundenschnell in Waffen umzufunktionieren.
  4. Auffallend oft rotten sich Täter zusammen und sind dann in Überzahl.
  5. Polizei und Justiz sind extrem belastet.
  6. Die Folgeschäden für die Opfer, für deren Versicherungen und für die Allgemeinheit sind kaum noch zu kalkulieren.
  7. Von einer Trendwende in unserem ehemals vorbildlichen und sicheren Land ist nichts zu spüren.

Ich denke, dass es Sinn macht, sich einem Projekt anzuschließen, das sich zum Ziel gesetzt hat, möglichst lückenlos zu dokumentieren, was in Deutschland los ist. Dort kann man:

  1. Straftaten in einer professionell gestalteten Eingabemaske melden.
  2. Zusätzlich durchforstet das System die Polizeipresse.
  3. Die gesammelten Fälle werden gesichtet, aufbereitet und in eine Chronologie und eine Landkarte eingetragen. Man kann also genau sehen, was an einem bestimmten Tag oder Ort geschehen ist.
  4. Zusätzlich gibt es Auswertungen nach Relevanz und Themen.
  5. Eine Suchfunktion ermöglicht das detaillierte Recherchieren.
  6. Das Ganze wird durch einen Newsticker zum allgemeinen Zeitgeschehen und der Kriminalitätslage abgerundet.

 

Perfekter geht es eigentlich nicht. Mittlerweile sind dort über 40.000 Einzelfälle dokumentiert, was eine umfassende Grundlage für politische Diskussionen darstellt. Ich denke, dass es Sinn macht, in Zukunft die gefundenen Einzelfälle dort einzutragen und sich die Auswertungen anzusehen.

Genauso wie es Sinn macht, dass sich die FREIEN MEDIEN nun zu einem gemeinsamen Newsticker zusammengeschlossen haben, macht es Sinn, dass sich die Einzelfall-Dokumentationen zu einem gemeinsamen Projekt entschließen. Ich denke, dass der oben beschriebene High-Tec-Blog refcrime die nötigen Voraussetzungen dafür mitbringt.

Da es keinen Sinn macht, alles doppelt zu dokumentieren, trage ich alle zukünftigen „Einzelfälle“ also dort ein und fordere auch die anderen unermüdlichen Crime-Beobachter dazu auf. Alle zusammen sind wir ein Team.

Da refcrime den hohen Anspruch hat, möglichst alle bekannt gewordenen „Einzelfälle“ zu dokumentieren, wird man auf diese Weise auch wieder allen betroffenen Opfern gerecht. Auch jemand, der nicht auf der Intensivstation landet, hat ein Recht darauf, dass sein persönlicher Einzelfall dokumentiert wird. Tragt bitte alle dazu bei, denn nur mit einer fundierten Dokumentation und Auswertung kann man den ständigen Beschwichtigungen und Beschönigungen beikommen.