10.02.18, 08:39 Uhr

Berlin –

Teure Zigarren, Partys, Reisen und schön auf dicke Hosen machen. So präsentierte sich Kneipier Ferdi B. (47) bei seinen Freunden. Gesponsert wurde das süße Leben von seinem Mitbewohner Helmut Renger (42). Statt sich zu bedanken, soll Ferdi B. seinen Gönner ermordet haben.

Holte sich Computer-Ass Helmut Renger den Tod ins Haus? Mordermittler sind sicher, dass Ferdi B. seinen Mitbewohner in der gemeinsamen Wohnung in der Bregenzer Straße getötet hat.

Helmut Renger (42) soll von Ferdi B. aus Habgier getötet worden sein.

B. soll neidisch gewesen sein, dass Renger mit einem betrügerischen Investment-Modell an schnelles Geld kam. Dabei hatte der Deutsch-Türke über zwei Jahre lang auf Kosten von Renger gelebt.

Nachdem Krebstod seiner Mutter stellte Helmut Renger dem 47-Jährigen ein kostenloses Zimmer in seiner Wohnung zur Verfügung – laut Nachbarn aus Mitleid.

Renger soll seinem Mitbewohner sogar die Pacht für eine Kneipe an der Fechnerstraße in Wilmersdorf bezahlt haben. Doch Ferdi B. soll immer weitere Forderungen gestellt haben, da er über seine Verhältnisse lebte. Für Alkohol, Drogen, Partys und Reisen soll sich B. verschuldet haben.

Im Oktober wollte Helmut Renger seinem Mitbewohner eine gemeinsame Reise in die Türkei bezahlen. Da gegen B. jedoch eine Geldstrafe vorlag, wollte dieser partout einer Passkontrolle aus dem Weg gehen.

Renger flog allein. Als er nach Berlin zurückkam, verschwand er zwei Tage später. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass Ferdi B. seinen Mitbewohner aus Habgier tötete und dann die Leiche verschwinden ließ. Nach monatelanger Beweissicherung wurde Ferdi B. am Donnerstag in seiner Kneipe verhaftet. Von Renger fehlt weiter jede Spur.

https://www.berliner-kurier.de/berlin/polizei-und-justiz/motiv-habgier-verjubelt-der-moerder-hier-die-kohle-seines-opfers–29652298