23. Januar 2018

GdP fordert Grundsatzdebatte: Messerangriffe bundesweit erfassen

Angesichts offenbar zunehmender Messerangriffe hierzulande fordert die Gewerkschaft der Polizei (GdP) eine gesellschaftliche Grundsatzdebatte über wirksame Gegenmaßnahmen. Politik und Justiz benötigten aussagekräftige Lagebilder, um Straftaten mit einem solchen, jederzeit verfügbaren und höchst gefährlichen Tatmittel auf denkbare Strafverschärfungen zu prüfen. „Die Verunsicherung der Bürger ist regelrecht spürbar, weil kaum noch ein Tag vergeht, an dem nicht Polizeimeldungen über gefährliche oder sogar tödliche Messerattacken bekannt werden“, betonte der GdP-Bundesvorsitzende Oliver Malchow am Dienstag in Berlin.

„Nicht nur meine Kolleginnen und Kollegen registrieren immer wieder Angriffe mit Messern, die oftmals versteckt am Körper getragen werden. Selbst bei augenscheinlich kleinsten Auseinandersetzungen zwischen Menschen im Alltag wird ein Messer häufig als Drohmittel eingesetzt“, stellte Malchow fest. Es sei höchste Zeit, diesem Deliktphänomen auf den Grund zu gehen. Dazu gehöre natürlich auch, mit Messern begangene Straftaten bundesweit zu erfassen und Täterkategorien zu bilden.

Der GdP-Bundesvorsitzende plädierte zugleich für einen Schulterschluss von Polizei und Justiz. Täter sollten vor Gericht viel öfter die Härte des Gesetzes zu spüren bekommen. Das sei aber nur möglich, wenn Staatsanwaltschaften und Richter Messerangriffe als schwerwiegende Straftat bewerten. „Wir setzen auf die abschreckende Wirkung spürbarer Strafen“, sagte Malchow.

https://www.gdp.de/gdp/gdp.nsf/id/DE_Malchow-Messerangriffe-bundesweit-erfassen?open&ccm=000


Enzkreis (ots) – Die Realschule am Bildungszentrum in Königsbach wurde am Dienstagnachmittag von der Polizei mit mehreren Einsatzkräften durchsucht. Auslöser war die Meldung eines 12-Jährigen, der kurz vor 16.00 Uhr einen Mann mit einem Messer in der einen und einem Kleinkind an der anderen Hand auf dem Schulgelände gesehen haben wollte. Insgesamt 15 Streifen wurden zum Bildungszentrum beordert. Dort wurde das Gelände abgesperrt und anschließend das Schulgebäude bis gegen 18.00 Uhr ohne Ergebnis durchsucht. Die weiteren Ermittlungen werden durch das Polizeirevier Pforzheim-Nord geführt.

https://www.presseportal.de/blaulicht/pm/110972/3847876


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