13. Januar 2018 12:33 Uhr

Wurzen/Leipzig. Bei gewalttätigen Auseinandersetzungen an einem von Flüchtlingen genutzten Wohnhaus in Wurzen sind am Freitagabend fünf Menschen verletzt worden, zwei davon schwer. Nach bisherigen Erkenntnissen der Polizei sollen rund 30 junge Deutsche mit einer kleineren Gruppe Ausländer aneinander geraten sein. Zwei der Deutschen wurden durch Messerstiche am Oberschenkel schwer verletzt, teilte die Polizei am Samstag mit. In der Asylbewerberunterkunft in der Dresdner Straße wurden zudem drei Personen leicht verletzt, so Polizeisprecher Andreas Loepki gegenüber LVZ.de. Die Polizei schließt einen fremdenfeindlichen Hintergrund derzeit nicht aus.

Deutsche stürmten nach Angriff Flüchtlingsunterkunft
Die Konfrontation dauerte rund eine Stunde und löste einen Großeinsatz der Polizei aus. Etwa 30 bis 40 Beamte waren ab 22.40 Uhr im Einsatz. Aus Zeugenaussagen sei bislang bekannt, dass es zunächst zu einem verbalen Streit zwischen den beiden Gruppen im Bereich des Parks am Bahnhof kam, dem eine Kette an Übergriffen folgte. Die Asylbewerber hätten sich in ihr Wohnhaus in der Dresdner Straße zurückgezogen. „In der Folge begaben sich zwei Deutsche zu diesem Wohnhaus, schlugen gegen die Haustür und beschädigten eine Scheibe“, berichtete Loepki.

Eine kleinere Gruppe von Flüchtlingen verfolgte daraufhin die beiden Deutschen, kehrte aber wieder um, als sie sich einer Gruppe von 30 Personen gegenüber sahen. „Aufgrund deren Auftretens begaben sich die Ausländer – unter Verfolgung – zurück zur Unterkunft, welche aber kurz darauf durch wohl zwölf Anwesende/Bewohner wieder verlassen wurde, die mit Messern und Knüppeln bewaffnet waren“, so Loepki. Bei der darauffolgenden Auseinandersetzung erlitten zwei Deutsche Messerstiche am Oberschenkel. Auch ein Elektroschocker soll zum Einsatz gekommen sein. Mehrere Deutsche sollen schließlich das Wohnhaus gestürmt haben, wo es zu weiteren Attacken kam.

Um die rivalisierenden Gruppen zu trennen, wurden laut Loepki alle Kräfte des Streifendienstes aus dem Revier Grimma zusammengezogen und auch Einsatzkräfte aus Leipzig nach Wurzen beordert. Vor Ort stellten die Beamten die Identitäten der Beteiligten fest. Festnahmen gab es nicht. Es sei bislang noch unklar, wer die Angriffe begangen habe. Dies müsse jedem Einzelnen konkret nachgewiesen werden, so Loepki. Dazu liefen noch Zeugenbefragungen.

Auch was der Auslöser für die Übergriffe war, sollen nun die weiteren Ermittlungen klären, die wegen besonders schwerem Landfriedensbruch geführt werden. Der Staatsschutz ist ebenfalls in den Fall eingeschaltet. Es werde ein extremistischer und rassistischer Hintergrund für die Taten geprüft.

http://www.lvz.de/Region/Wurzen/Fuenf-Verletzte-bei-Uebergriffen-an-Wurzener-Asylunterkunft


13.01.2018-18:00

In Wurzen bei Leipzig ist es zu einer gewalttätigen Auseinandersetzung zwischen einer Gruppe Deutscher und einer Gruppe Ausländer gekommen, vermutlich Asylbewerber. Dabei wurden zwei Deutsche durch Messerstiche am Oberschenkel schwer verletzt. Ein weiterer Deutscher wurde mit einen Elektroschocker attackiert. Danach stürmten einige Deutsche die Unterkunft der Asylbewerber und verletzten drei von ihnen leicht.

Der Anlass der Auseinandersetzung war für die Polizei zunächst ebenso unklar wie die Frage, ob sie einen extremistischen oder rassistischen Hintergrund hat. Der für politische Straftaten zuständige Staatsschutz der Polizei ermittelt wegen besonders schwerem Landfriedensbruch.

Laut der „Leipziger Volkszeitung“ handelt es sich bei der Unterkunft um ein von Flüchtlingen genutztes Wohnhaus. Die Polizei konnte das auf Anfrage von FAZ.NET nicht bestätigen. Sie spricht in ihrer Mitteilung von „Ausländern“ und nicht wie die Lokalpresse von Asylbewerbern. Die Lage sei sehr unübersichtlich gewesen, der genaue Tathergang noch nicht rekonstruiert.

Vermutlich hat es erst eine verbale Auseinandersetzung zwischen den beiden Gruppen in Bahnhofsnähe gegeben. Die Ausländer sind dann laut dem Bericht in ihre Unterkunft gegangen. Zwei junge Deutsche haben sie wohl dorthin verfolgt und eine Scheibe eingeschlagen.

Daraufhin soll eine Gruppe von Ausländern sie verfolgt haben, aber wieder umgekehrt sein, als sie auf eine Gruppe von etwa 30 Deutschen stieß. Die wiederum verfolgte die Ausländer zurück bis zur Unterkunft. Dort verließen zwölf Bewohner mit Messern und Knüppeln bewaffnet das Haus und verletzten drei der Deutschen. Mehrere Deutsche stürmten schließlich die Unterkunft und verletzten drei Ausländer.

Polizisten beendeten die Auseinandersetzung schließlich. Nicht nur zu Nationalität und Aufenthaltsstatus der Ausländer konnte die Polizei keine Angaben machen, sondern auch nicht zur genauen Herkunft der Einheimischen.

http://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/kriminalitaet/auseinandersetzung-zwischen-asylbewerbern-und-einheimischen-in-wurzen-15397471.html


13.01.2018 – 17:27 Uhr
Wurzen (Sachsen) –  Wilde Verfolgungsszenen und wüste Attacken am Freitagabend: Eine massive Auseinandersetzung zwischen Deutschen und Ausländern erschüttert die sächsische Kleinstadt Wurzen (17 000 Einwohner).

Vorläufige Bilanz: Zwei Männer wurden durch Messerstiche am Oberschenkel schwer verletzt, ein weiterer mit einem Elektroschocker attackiert! Insgesamt gab es fünf Verletzte.

Was der Auslöser war und wie genau die Situation eskalierte, muss die Polizei noch ermitteln. Momentan stellt sich das Geschehen laut Polizei wie folgt dar:

Ausgangspunkt war wohl ein Wortgefecht zwischen Beteiligten der beiden Gruppen am Bahnhof. Die Ausländer zogen sich dann zunächst in ihre Unterkunft zurück. Zwei der Deutschen folgten ihnen, schlugen gegen die Haustür und zerstörten eine Scheibe.

Daraufhin verließ offenbar eine kleinere Gruppe Ausländer das Gebäude und verfolgte die beiden Randalierer. Die wiederum bekamen Unterstützung von einer größeren Gruppe, so dass am Ende etwa 30 Deutsche die Ausländer bedrängten.

Diese flohen, verfolgt von den 30 Deutschen, zurück zur Unterkunft.

Dann eskalierte die Situation vollends, als ersten Erkenntnissen der Polizei zufolge „zwölf Anwesende/Bewohner, die mit Messern und Knüppeln bewaffnet waren“ aus der Unterkunft stürzten und zum erneuten Gegenangriff übergingen.

Dabei seien zwei der Deutschen schwer verletzt worden. „Im Anschluss daran stürmten dann wohl wiederum mehrere Deutsche in das Wohnhaus der Ausländer“, teilte die Polizei mit.

Im Gebäude sei es zu weiteren Prügeleien gekommen. Weitere drei Personen wurden leicht verletzt, sagte ein Polizeisprecher laut „Leipziger Volkszeitung“.

Schließlich beendeten Polizisten die unübersichtlichen Auseinandersetzungen. Der Staatsschutz ermittelt wegen besonders schwerem Landfriedensbruch.

„Es kann aber noch nicht gesagt werden, ob der Vorfall einen extremistischen Hintergrund hatte“, sagte ein Sprecher.

Festgenommen wurde niemand, aber Personalien festgestellt. Zur Nationalität und dem Aufenthaltsstatus der Ausländer sowie der genauen Herkunft der Deutschen machte die Polizei zunächst keine Angaben. Bei dem angegriffenen Wohnhaus der Ausländer handelt es sich laut „Leipziger Volkszeitung“ um eine Asylbewerberunterkunft.

In den vergangenen Jahren waren Flüchtlinge in Wurzen mehrfach Opfer von Gewalt durch Neonazis geworden.

2017 habe etwa eine rechter Mob stundenlang ein Haus in der Innenstadt belagert, in dem zum damaligen Zeitpunkt junge Eritreer lebten, berichtete die „Leipziger Volkszeitung“. Und im Dezember warfen Unbekannte Pflastersteine in die Wohnung eines Eritreers.

Die Stadt vor den Toren Leipzigs gilt sei seit mehr als 20 Jahren Schwerpunkt neonazistischer Gewalt und Strukturen in der Region.

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http://www.bild.de/regional/leipzig/schlaegerei/wurzen-massenpruegelei-zwischen-deutschen-und-auslaendern-54467800.bild.html