07.07.2017 – 08:14 Uhr

Düsseldorf – Ein Gast (45) war in einer Düsseldorfer Bar betrunken vom Hocker gefallen. Feuerwehrmann Kai S. (41) und ein Kollege wurden zu Hilfe gerufen. Sie kümmerten sich um den Mann, wollten ihn ins Krankenhaus bringen. Doch ein anderer Gast ging brutal dazwischen…
Wieder so ein Fall von Gewalt gegen Retter. Diesmal kam die Sache vor Gericht. Am Rande schilderte Feuerwehrmann Kai S. seinen von Attacken geprägten Alltag.
Im konkreten Fall hatte Kneipengast Soran I. (45) lautstark gefordert, den Verletzten im Krankenwagen begleiten zu wollen. I. ballte die Fäuste, schrie herum, schubste Feuerwehrmann Kai S. weg, beleidigte ihn und seinen Kollegen: „Idioten, Spinner!“

Folge: Der Prozess wegen versuchter Nötigung. Vor der Richterin konnte sich Soran I. an nichts mehr erinnern.

Retter Kai S. dagegen hat schon schwerwiegendere Fälle erlebt: „Unsere Arbeit wird immer schwieriger. Alleine im letzten Jahr wurde ich fünf Mal angegriffen – beleidigt, bespuckt, geschubst. Insgesamt gab es in den letzten vier Monaten des Jahres 88 Angriffe alleine auf Düsseldorfer Kollegen. Man kann sich gar nicht mehr richtig um die Opfer kümmern, muss ständig die Lage im Auge behalten, damit man auf alles vorbereitet ist.“

Aber warum? Feuerwehrmann Kai S. kann es sich nicht erklären: „Es sind ja nicht nur betrunkene Menschen, die uns angreifen. Und eigentlich hat die Feuerwehr doch einen guten Ruf bei der Bevölkerung.“

P.S.: Soran I. billigte das Gericht wegen seiner Alkoholisierung verminderte Schuldfähigkeit zu. Es verdonnerte ihn zur Zahlung von 800 Euro an die Jugend-Feuerwehr.

http://www.bild.de/regional/duesseldorf/feuerwehr/dieser-retter-wurde-fuenf-mal-attackiert-52458808.bild.html

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