FAZ über Abschiebungen:

Wenn es in diesem Tempo weitergeht, dauert es noch Jahrzehnte, bis alle, die jetzt ausreisepflichtig sind, tatsächlich auch ausreisen. 

Man kann nicht mehr länger nur den Maghreb-Staaten die Schuld zuschieben, denn es gibt mehr als genug deutsche Abschiebungshindernisse: Da ist einer abgetaucht. Einer hat ein ärztliches Attest. Einer hat ein Gerichtsverfahren angestrengt, einer stellt einen Folgeantrag. Und so weiter. Dieser lange Katalog an Hemmnissen führt dazu, dass die Länder die Ersatzpapiere nicht abrufen. Und das setzt das Bundesinnenministerium gegenüber den Herkunftsländern unter Druck, die nicht verstehen, warum die Deutschen erst so viel Aufregung wegen der Reisedokumente machen und sie dann in der Botschaft und den Konsulaten nicht einsammeln.

Ist die Abschiebung erstmal gescheitert, läuft das Passersatzdokument auch bald schon ab, denn in der Regel ist es nur drei Monate gültig. Dann muss wieder ein neues Dokument beantragt werden.

Es braucht nur ein Gegner von Abschiebungen dabei zu sein, und schon wissen es die Flüchtlingsinitiativen. Gerade haben „Pro Asyl“ und der Bayrische Flüchtlingsrat den Termin für den nächsten Afghanistan-Flug kommende Woche publik gemacht, als Warnung für die Betroffenen. Und die können sich leicht ausrechnen, ob sie auf der Passagierliste stehen. Eine Abschiebung erfolgt ja erst, wenn jemand nach Ablehnung seines Asylbescheides und wiederholter Aufforderung zur Ausreise nicht freiwillig in seine Heimat zurückkehrt. Es reicht dann aus, an diesem Tag nicht zu Hause sein. Bis zu sechzig Prozent tauchen kurz vorher ab.

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