23.06.2017

Wegen schweren Diebstahls hat das Amtsgericht Coesfeld einen 34-jährigen Mann zu einer Haftstraße von über zwei Jahren verurteilt.

Wie schon zur ersten Verhandlung am 16. Mai wurde auch diesmal der Angeklagte, ein 34-jähriger Syrer, unmittelbar aus der Justizvollzugsanstalt in den Gerichtssaal beim Amtsgericht Coesfeld gebracht. Es schien ihm völlig gleichgültig zu sein. Ebenso später das Urteil des Schöffengerichts: „Zwei Jahre und drei Monate Haft wegen schweren Diebstahls!“

Wie vor Gericht noch einmal deutlich wurde, ist der Mann nach seiner Ankunft in Deutschland mit Bleibe in Dülmen schon als Jugendlicher immer wieder in Konflikt mit dem Gesetz geraten. Eine Vielzahl von Festnahmen, Verurteilungen und Berufungsanträgen füllen seine Akte.

Wie schon beim ersten Verhandlungstermin verweigerte er auch diesmal jede Auskunft zu seiner Person. Der Vorsitzende Richter der 3. Strafkammer beim Amtsgericht Coesfeld hatte deshalb auch die erste Verhandlung im Mai abgebrochen, um für die neue Hauptverhandlung am Donnerstag (22. Juni) Zeugen zu laden, durch deren Aussagen die Anklage „Schwerer Fall von Diebstahl“ zweifelsfrei geklärt werden sollte.

Die Anklage sprach von mehreren Auto-Aufbrüchen im vergangenen Jahr mit Tatorten in Dülmen sowie am Marienplatz in Appelhülsen. Dazu kam ein Einbruch in eine Kunstgalerie Ende Dezember in Dülmen. Doch hier hatten Mitarbeiter des nahe gelegenen Krankenhauses nachts das Klirren von Fensterscheiben gehört und sofort die Polizei alarmiert. Die Beamten erwischten den glücklosen Einbrecher auf frischer Tat.

Zwei der Beamten bestätigten vor Gericht, in dem Angeklagten den Mann aus jener Nacht eindeutig wiederzuerkennen.

Ein dritter Zeuge, ein junger Mann aus Appelhülsen, hatte am späten Nachmittag des 4. April letzten Jahres mitbekommen, dass unmittelbar in der Nähe seiner Wohnung eine Autoscheibe zertrümmert wurde. Er erinnerte sich an den Angeklagten, da dieser Sekunden später mit seinem Motorroller davon gefahren sei. „Da war kein anderer Mensch weit und breit.“ Später erkannte der Appelhülsener diesen Mann auch in der Lichtbilderkartei der Kripo wieder.

Die Strafkammer bewertete dennoch diese Tat nicht mit voller Strafzumessung, ebenso wie die weiteren Autoaufbrüche, die dem Angeklagten zugeschrieben wurden. Bei der Verlesung der vielen Vorstrafen bildeten sich Zornesfalten auf der Stirn der Staatsanwältin. Ihre Strafforderung lautete dann auch „zwei Jahre und neun Monate Haft, denn zu ihrem Gunsten spricht eigentlich gar nichts“.

Auch der Vorsitzende Richter sprach von „dreisten Taten“. Er blieb mit dem verhängten Urteil aber unter der Forderung der Staatsanwaltschaft und schickte den Angeklagten zurück in die Justizvollzugsanstalt – für weitere zwei Jahre und drei Monate.

http://www.wn.de/Muensterland/Kreis-Coesfeld/Nottuln/2872930-Prozess-Richter-spricht-von-dreisten-Taten

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