11:16 Uhr | 20.6.2017

Es klingt wie in einem Horrorfilm: Ein 56-jähriger Mann attackiert seine Frau mit Pfefferspray, tötet sie dann mit zahlreichen Messerstichen und entstellt ihr Gesicht fast bis zur Unkenntlichkeit. Sein Motiv: Sie habe eine „besondere Strafe“ verdient. Dafür, dass sie ihn verlassen wollte.

Der Täter musste sich dafür vor dem Schwurgericht Münster verantworten. Er wurde wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt.

Am Tattag begab sich der Angeklagte, ein Afghane, mit einem Messer und Pfefferspray bewaffnet zur Wohnung seiner 46-jährigen Frau. Dass er sie dort abpassen würde, war kalkuliert. Laut Anklage wusste er, dass die Frau stets zur selben Zeit die Wohnung verließ, um einen ihrer Enkel aus der Kinderbetreuung abzuholen.

Nach der ersten Pfefferspray-Attacke gelang es der Frau, zurück in die Wohnung zu rennen. Dem dort folgenden Messerangriff konnte sie allerdings nichts mehr entgegensetzen. Sie verblutete infolge mehrerer tiefer Stichverletzungen im Oberkörper.

Auch die Kinder des Paares sagten in dem Prozess aus. Ihre Mutter habe sich schon vor längerer Zeit von ihrem späteren Mörder getrennt, weil sie sich seinem patriarchalischen Lebensstil nicht mehr unterwerfen wollte. Der Angeklagte habe es nicht hinnehmen wollen, dass seine Frau ihm nicht bedingungslos gehorchte.

Das Verhalten seiner Frau habe er als persönliche Beleidigung empfunden, die gerächt werden müsse. Die Richter werteten das in ihrer Urteilsbegründung als „ungehemmte Eigensucht“ und „soziale Rücksichtslosigkeit gegenüber seiner Frau“. Er habe seine Wünsche über die jedes anderen Menschen gestellt.

https://www.welt.de/vermischtes/article165726396/Lebenslang-fuer-Afghanen-der-seine-Frau-besonders-bestrafen-wollte.html

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