21.06.2017 – 10:52

Flensburg (ots) – Am Dienstag (20.06.17), gegen 01.30 Uhr befand sich eine 26-jährige Flensburgerin auf dem Heimweg. Sie ging von der Flensburger Hafenspitze in Richtung Wilhelmstraße. Bereits in Höhe der Unterführung „Mauseloch“ ist ihr ein junger Mann aufgefallen. Dieser folgte ihr dann durch die Karlstraße und in die Süderfischerstraße. Im Bereich des Fleno-Parks wurde sie von diesem Unbekannten von hinten angegriffen. Der Mann brachte die junge Frau zu Boden. Es kam zu einem sexuellen Übergriff. Aufgrund der heftigen Gegenwehr der 26-Jährigen, ließ der Täter von ihr ab und floh in Richtung Karlstraße.

Beschreibung des Täters:

– 165-170 cm groß
– um die 20 Jahre alt
kurze schwarze Haare
– sehr schlank
– helle, zu große Sweatshirt-Kapuzen-Reißverschluss-Jacke
– Cargohose
– Bart (kurzer Vollbart)

Die junge Frau alarmierte sofort die Polizei. Es wurden umfangreiche Fahndungsmaßnahmen durchgeführt. Die Kripo Flensburg hat noch in der Nacht die Ermittlungen aufgenommen und fragt: Wem ist der junge Mann, vielleicht auch schon vor Tatbegehung im Stadtgebiet oder am Hafen aufgefallen? Das Wetter war sehr gut und es hielten sich in Hafennähe viele Menschen auf. Wer kann in Bezug auf die Tat Hinweise liefern? Zeugen und Hinweisgeber werden gebeten sich unter der Rufnummer 0461-4840 zu melden.

http://www.presseportal.de/blaulicht/pm/6313/3665275


27.06.2017 – 08:02

Flensburg (ots) – Nach einem Sexualdelikt am 20.06.17, gegen 01.30 Uhr, in Flensburg in der Süderfischerstraße, im sog. „Fleno-Park“ (wir berichteten am 21.06.17), fahndet die Kriminalpolizei Flensburg nun mit einem Phantombild des mutmaßlichen Täters. Dieses wurde mit Hilfe von Spezialisten des Landeskriminalamtes S-H nach Angaben des 26-jährigen Opfers erstellt.

Die junge Frau hatte den Mann wie folgt beschrieben:

-165-170 cm groß -um die 20 Jahre alt -kurze schwarze Haare -sehr
schlank -sehr kurzer, eher unauffälliger Drei-Tage-Bart
Zur Tatzeit trug der Täter eine helle, zu große Kapuzen-Sweatshirt- Reißverschluss-Jacke und eine Hose mit aufgesetzten Taschen.

Mit diesem Phantombild richtet sich die Polizei an die Öffentlichkeit und fragt: Wer kann den auf dem Bild abgebildeten Mann wiedererkennen, kennt dessen Identität oder hat ihn möglicherweise vor oder nach der Tatbegehung beobachtet?

Hinweise nimmt die Polizei in Flensburg unter der Rufnummer 0461-4840 entgegen, wie auch jede andere Polizeidienststelle und der polizeiliche Notruf 110. Vielen Dank!

http://www.presseportal.de/blaulicht/pm/6313/3669970


05.07.2017 – 16:02

Flensburg (ots) – Die Kriminalpolizei Flensburg hat die beiden sexuellen Übergriffe geklärt, die in den vergangenen zwei Wochen in Flensburg stattgefunden haben.

Am Sonntagmorgen (02.07.2017) wurde eine 23-jährige Frau gegen 03:20 Uhr in der Friedrich-Ebert-Straße bedrängt, in ein Gebüsch gezerrt und sexuell belästigt. Bereits am Dienstag, den 20.06.2017 wurde eine 26-jährige Frau gegen 01:30 Uhr in der Süderfischerstraße überfallen und ebenfalls massiv sexuell bedrängt. Beide Frauen konnten die Angriffe durch erhebliche Gegenwehr beenden, der Tatverdächtige flüchtete unerkannt.

Die Auswertung der Spurenlage an den beiden Tatorten und die intensive Ermittlungsarbeit führte die Beamten des Kommissariats 1 der BKI Flensburg zu einem 26-jährigen Mann, der am Dienstag festgenommen wurde. Es handelt sich um einen syrischen Asylbewerber, der seit März 2016 in Flensburg lebt. Ein DNA-Abgleich mit den vor Ort gesicherten Spuren erhärtete den Tatverdacht.

Er wurde am Mittwochnachmittag auf Antrag der Staatsanwaltschaft Flensburg dem Ermittlungsrichter vorgeführt. Dieser ordnete die Untersuchungshaft an.

Gegen den Tatverdächtigen wird nun wegen des Verdachts der Vergewaltigung und versuchten Vergewaltigung ermittelt.

http://www.presseportal.de/blaulicht/pm/6313/3677435


13. Januar 2018

Zwei Taten, fünf Jahre. Ibrahim G. hatte sich ein besseres Ergebnis erhofft, hatte auf Rat eines bereits verurteilten Vergewaltigers kein Geständnis abgelegt und gesagt: „Ich kann mich nicht erinnern!“ Nicht erinnern konnte sich der 26-Jährige an eine Vergewaltigung im Fleno-Park am 20. Juni letzten Jahres und einen sexuellen Übergriff in Tateinheit mit sexueller Nötigung am 2. Juli in einem Gebüsch am Deutschen Haus. Doch die 1. Große entschied auf schuldig.

Beide Taten hatten für Unsicherheit in der Altstadt gesorgt. Am 20. Juni war Ibrahim G. einer 20-jährigen Flensburgerin gefolgt, die nachts von einem Treffen mit Freunden im Beachclub zu ihrer Wohnung im Johannisviertel gegangen war. G. folgte ihr wie ein Schatten, die junge Frau gab in ihrer Zeugenaussage einen beklemmenden Bericht über die Verfolgung durch dunkle Straßen und die Tat.

Das zweite Opfer hatte G. ebenfalls aus dem Dunkel heraus attackiert. Sie wurde an der Friedrich-Ebert-Straße nahe dem Deutschen Haus in eine dichte Hecke gezogen. Glück für sie, dass eine zweite Frau ihr zur Hilfe eilte und sie gemeinschaftlich Ibrahim G. in die Flucht schlugen. Ein Glücksfall für die Kripo, dass G. dabei sein Handy verlor. Zwei Tage später war er identifiziert und saß in U-Haft.

All das war ihm am ersten Verhandlungstag nicht mehr geläufig. Ihn beeindruckte nicht, dass er an beiden Tatorten genetische Fingerabdrücke zurückgelassen hatte. Unter den Fingernägeln seiner Opfer, an einer Bierflasche, die er in der ersten Tatnacht im Fleno-Park zurückließ. Ihn beeindruckte nicht, dass der Kammervorsitzende ihm eine Brücke zu einer weniger harten Strafe zu bauen versuchte, dass sein Strafverteidiger ihn beschwor, reinen Tisch zu machen, den beiden noch zu hörenden Opfern die Aussage zu ersparen, die Folgen zu bedenken – auch für sich selbst. „Sie werfen zwei Jahre weg!“, drängte sein Pflichtverteidiger. Es half alles nichts. Ibrahim G. setzte lieber auf den Rat eines bereits verurteilten Häftlings und nicht auf seinen Anwalt.

Das Gericht war am Ende von der Schuld des Angeklagten überzeugt. Nicht nur wegen der Spuren, die G. zurück ließ, auch wegen der Aussage beider Frauen. Besonders die Schilderung des ersten Opfers war von beklemmender Intensität. Von Weinkrämpfen geschüttelt, aber klar und glaubhaft hatte die 26-Jährige diesen Albtraum aufgerufen. Beginnend mit der schemenhaft wahrgenommenen Verfolgung, der wachsenden Furcht, der Gewissheit, was unausweichlich geschehen würde und schließlich mit der Tat, die ihre Freundin im Beach-Club am Smartphone mit anhören konnte. Das Opfer hatte noch geistesgegenwärtig auf Senden gedrückt, bevor Ibrahim G. über sie herfiel.

Für die Kammer war es dieser heimtückische Angriff aus dem nächtlichen Dunkel, der eine strafschärfende Qualität entfaltete, auch, dass G. rein willkürlich ihm wildfremde Menschen attackierte, dass sein Übergriff im Fall des ersten Opfers noch heute schlimme Folgen hat. Das Leben dieser Frau hat sich komplett verdunkelt, die Aufarbeitung der seelischen Schäden wird viele Jahre dauern. Sie selber meinte: „Ich bin nur noch ein Wrack!“ Dass der weiße Ring in ihrem Fall von einer sofortigen therapeutischen Behandlung abriet („Man sagte mir, ich soll bis zum Ende des Prozesses warten.“) sorgte nicht nur am Richtertisch für Stirnrunzeln. Die Staatsanwaltschaft hatte fünf Jahre und drei Monate Haft gefordert, die Verteidigung, drei Jahre und zwei Monate. Sie will in Berufung gehen.

https://www.shz.de/lokales/flensburger-tageblatt/fuenf-jahre-fuer-vergewaltiger-id18796986.html