18. Juni 2017

Auf einer kurdischen Demonstration musste sich die Polizei gegen aggressive Demonstranten zur Wehr setzen. Ein Video zeigt, wie ein Beamter einem der Angreifer den Schlagstock über den Kopf zog. Der Demonstrant hatte offenbar nicht damit gerechnet, von einem Polizisten einen Schlagstock über den Kopf zu bekommen.

Am Samstag in Berlin-Mitte kam bei einer kurdischen Demonstration zu Auseinandersetzungen zwischen Migranten und der Polizei. Ein Video zeigt, das zunächst auf einer linken Internet-Plattform veröffentlicht wurde, zeigt Szenen des Geschehens.

Zu sehen ist, wie ein Polizist einen Demonstranten mit dem Schlagstock über den Kopf schlägt. Der Mann mit Migrationshintergrund fällt zu Boden und erleidet eine Platzwunde, aus der er stark blutet. Abgesehen davon geht es ihm aber offenbar noch gut.

Auf dem bei YouTube veröffentlichten Video ist auch zu sehen (ab 1:47 Minuten), wie der Mann mit der hellen Kleidung und dem dunklen Gürtel kurz zuvor mit seiner bunten Flagge brutal auf einen anderen Polizisten eingeprügelt hatte. Daraufhin brachte dessen Kollege seinen Schlagstock zum Einsatz.

Eine Sprecherin der Polizei sagte auf Nachfrage der B.Z., dass die Aufnahmen bekannt seien. „Es wird jetzt geprüft, ob der Beamte sich strafbar gemacht haben könnte.“

Die kurdische Demonstration mit dem Thema „Solidarität mit Rojava und Shengal“ war für 12 Uhr in Moabit angemeldet gewesen. Die Polizeimeldung gibt einen Eindruck von der aufgeladenen Stimmung vor Ort:

Bereits vor Beginn mussten Polizisten 18 Fahnen sicherstellen. Nach einer Auftaktkundgebung liefen gegen 13:45 Uhr knapp 300 Demonstranten über die angemeldete Demonstrationsstrecke zur Straße Alt-Moabit Ecke Turmstraße.

Dort musste der Aufzug gegen 14.15 Uhr anhalten, da immer wieder verbotene kurdische Vereinssymbole gezeigt und über den Lautsprecherwagen Lieder mit verbotenen Texten abgespielt wurden.

In der Rathenower Straße zeigten mehrere Passanten den sogenannten „Wolfsgruß“ [Graue Wölfe, türkische Nationalisten und Islamisten] in Richtung der Aufzugsteilnehmer, woraufhin ein Stein und eine Flasche aus dem Aufzug geworfen wurden, die jedoch niemanden trafen.

Auch in der Perleberger Straße warfen Aufzugsteilnehmer Steine in Richtung von Personen von denen sie sich verbal provoziert fühlten. Polizisten mussten einschreiten um ein Aufeinandertreffen der Konfliktparteien zu verhindern.

Unmittelbar nach Beendigung des Aufzuges gegen 16.30 Uhr am U-Bahnhof Schwarzkopffstraße nahmen die Einsatzbeamten wiedererkannte Straftäter fest und wurden hier von ehemaligen Demonstrationsteilnehmern, mit Fahnenstangen, Faustschlägen und Tritten, teilweise direkt gegen den Kopf, attackiert.

Die Beamten setzten sich unter Einsatz von körperlicher Gewalt, des Rettungsmehrzweckstocks und Pfeffersprays zur Wehr und drängten die Angreifer zurück oder nahmen sie fest. Bei den Demonstrationen wurden insgesamt 112 Personen festgenommen.

Die Beamten leiteten 74 Strafermittlungsverfahren u. a. wegen besonders schweren Landfriedensbruchs, schweren Landfriedensbruchs, Landfriedensbruchs, Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte, Nötigung, Körperverletzung, gefährlicher Körperverletzung, versuchter Gefangenenbefreiung und Verstößen gegen das Versammlungs- , Vereins- und Waffengesetz ein.

https://www.berlinjournal.biz/migrant-schlagstock-ueber-den-kopf/

Advertisements