16.06.2017 | 14:11 Uhr

Sprichwörtlich ins Wasser gefallen ist ein versuchter Diebstahl von Bootsmotoren in der Nacht zum Freitag am Chiemsee: Die Polizei hatte drei Männer im Visier, die verdächtigt wurden, Bootsmotoren zu stehlen. Ein Großaufgebot samt Polizeihubschrauber, Diensthundestaffel und Bundespolizei hat die Diebe auf frischer Tat ertappt. Die wollten sich zunächst im Wasser verstecken, wurden aber schließlich festgenommen.
Auslöser der Polizeiaktion war der Anruf eines Werftbetreibers aus Gstadt, der gegen 1.40 Uhr bemerkt hatte, dass sich zwei an seinem Werftgelände festgemachte Motorboote dort nicht mehr befanden. Beamte der Polizeiinspektion Prien begaben sich sofort nach Gstadt und weitere Einsatzkräfte der umliegenden Dienststellen wurden in die nördliche Chiemseeregion beordert, darunter auch Hundeführer und eine Streife der Bundespolizei.

Auch der Polizeihubschrauber „Edelweiß“ wurde zum Einsatz hinzugezogen. Bei der Absuche der Wasserfläche mit einer Wärmebildkamera konnte die Besatzung des Helikopters die beiden Boote sichten. Die Täter hatten diese leise von der Werft auf die freie Wasserfläche hinaus gebracht, um dort die Außenborder zu lösen und im weiteren Verlauf in ein bereitgestelltes Fahrzeug einzuladen. Zwei der Männer versuchten noch, sich schwimmend vor dem Suchscheinwerfer des Helikopters hinter einer Boje zu verstecken, ein weiterer versteckte sich hinter einem Segelboot.

Die eingesetzten Beamten hatten jedoch das Fluchtfahrzeug schon polizeilich gesichert und den Uferbereich sowie ein Waldstück umstellt. Letztendlich konnten die drei rumänischen Staatsangehörigen im Alter von 25 bis 47 Jahren gegen 3.15 Uhr widerstandslos festgenommen werden. Die weiteren Ermittlungen führt das für Grenzdelikte zuständige Fachkommissariat der Kripo Traunstein. Inwieweit die Männer für weitere Taten verantwortlich sind, ist ebenfalls Gegenstand der Ermittlungen.

Immer wieder versuchen vor allem reisende Tätergruppen mit dem Diebstahl von Bootsmotoren an deutschen Ausflugsseen und dem Verkauf des Diebesguts schnelles Geld zu machen. Meist ist das Ziel lukrativ, denn Außenborder gelten generell als eher hochpreisig, teilt die Polizei in einer Pressemitteilung mit. In der Vergangenheit war es insbesondere den Schleierfahndern der Bayerischen Polizei immer wieder gelungen, derartige Transporte von entwendeten Motoren auf den Reise- und Transportrouten zu stoppen.

http://www.heimatzeitung.de/startseite/aufmacher/2548291_Mit-dem-Hubschrauber-Polizei-schnappt-Boots-Diebe-am-Chiemsee.html

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