14.06.2017 – 00:10 Uhr

Gelsenkirchen – Es wird nicht besser, im Gegenteil: Die Regio-Züge im Ruhrgebiet sind unsicherer geworden.

Das belegt der neue Sicherheitsbericht vom Verkehrsverbund Rhein-Ruhr. Demnach gab es 2016 im VRR-Gebiet 17 591 Vorfälle – deutlich mehr als 2015 (12 131). Das liegt zwar auch an einer verbesserten Erfassung der Daten, aber Fakt ist: Gewalt, Zerstörungswut und Pöbelei nehmen zu.

Die schlechtesten Noten geben Fahrgäste dem Regional-Express (tagsüber) und der S-Bahn (nachts)

Wörtlich heißt es in dem Bericht:

► „Handgepäcks- und Taschendiebstähle sind teilweise deutlich angestiegen.”

► „Gewaltsame Übergriffe gegen Personal und Fahrgäste nahmen im Vergleich zum Vorjahr stark zu.”

► „Ebenso stellt insbesondere die Bundespolizei fest, dass Täter vermehrt gefährliche Gegenstände und Waffen mit sich führen.”

Die Zahlen: Am häufigsten kam es zu einer „aktive Belästigung” (z.B. Betteln, Beleidigung) – etwa 6700 Mal. „Passive Belästigung” (Besoffene, Drogenabhängige) gab es in 6600 Fällen. Die Zahl „schwerwiegender Ereignisse” (Bedrohung, Körperverletzung, Raub) stieg auf über 900 (2015: 362).

Frank Heidenreich (49), CDU-Fraktionschef im VRR-Verwaltungsrat: „Die Zahlen sind zu hoch. Es kann nicht sein, dass wir Kunden verlieren, weil sie Angst haben.”

2016 gab es fast 300 gemeldete Fälle von Körperverletzung in den Regio-Zügen – ein deutlicher Zuwachs

Denn: Das Sicherheitsempfinden der Fahrgäste sinkt auf fast allen Linien. Beispiel: Die S 9 (Essen – Haltern) kriegt nachts nur noch die Schulnote 3,08.

Um das Problem in den Griff zu kriegen, haben VRR, Bahnunternehmen und Polizei die Streifen verstärkt, setzten mehr Videoüberwachung ein. Seit Anfang 2017 stehen für Brennpunkte sechs Verfügungsteams (jeweils drei Mann) bereit.

Heidenreich: „Daher hoffen wir, dass die Zahlen 2017 und danach besser werden.”

http://www.bild.de/regional/ruhrgebiet/ruhrgebiet/mehr-waffen-und-gewalt-im-nahverkehr-52175292.bild.html

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