08.06.2017

WIESBADEN – Fünf Neuntklässler der Erbenheimer Hermann-Ehlers-Schule tragen den Tuberkulose-Erreger in sich. Das haben Bluttests bei 114 Jugendlichen, die die Integrierte Gesamtschule besuchen, ergeben, berichtet die Leiterin des Gesundheitsamts, Dr. Kaschlin Butt, auf Anfrage. Bei fünf weiteren Schülern stehen die Blutuntersuchungen noch aus.

Anlass für die Tests war wie berichtet eine offene Lungentuberkulose eines Mädchens aus der neunten Klasse. Die Schülerin hat eine chronische Grunderkrankung, bei ihr war zuerst eine Lymphknotentuberkulose festgestellt worden, anschließend hatte man Hinweise auf die Lungen-TB gefunden. Daraufhin war der komplette neunte Jahrgang untersucht worden.

Alle jetzt positiv getesteten Schüler haben einen Migrationshintergrund, es sind keine Flüchtlinge, sondern sie leben schon seit längerer Zeit in Deutschland, reisen aber auch in die Herkunftsländer der Familien. Keiner der Jugendlichen besucht die gleiche Klasse wie das erkrankte Mädchen. Deshalb ist völlig unklar, ob sie sich bei dem erkrankten Kind infiziert haben oder den Erreger vielleicht seit Jahren im Körper tragen, ohne dass dies sich ausgewirkt hat. Allen fünf wird nun eine mehrwöchige Antibiotika-Behandlung empfohlen. Butt betont, dass von den Jugendlichen keinerlei Ansteckungsgefahr ausgeht, da sie Träger des Erregers, aber nicht selbst erkrankt sind.

Die Familie des erkrankten Mädchens wurde, bis auf einen Säugling, der negativ getestet wurde, noch nicht untersucht. Der Grund: Erst acht Wochen nach dem Kontakt mit einem akut Erkrankten würde sich zeigen, ob man auch infiziert ist. Dieser Zeitraum ist noch nicht vorbei, weil das Mädchen, bevor es ins Krankenhaus kam, zwar die Schule nicht mehr besucht hat, aber Kontakt zu seiner Familie hatte.

http://www.wiesbadener-kurier.de/lokales/wiesbaden/nachrichten-wiesbaden/weitere-tuberkulose-faelle-fuenf-schueler-der-hermann-ehlers-schule-in-wiesbaden-infiziert_17950565.htm

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