04.06.2017

Sigmaringen

Einige Händler beklagen einen Umsatzrückgang und führen diesen auf die in Sigmaringen angesiedelte Landeserstaufnahmestelle für Flüchtlinge zurück. „Uns fehlen die Kunden aus dem Umland“, sagte ein Geschäftsmann bei einem Gespräch, das die Leitung der Landeserstaufnahmeeinrichtung (LEA) diese Woche für Mitglieder der HGV-Stadtinitiative Sigmaringen und der Initiative Sympathisches Sigmaringen organisiert hatte. Vertreter der Polizei Sigmaringen, der Stadtverwaltung sowie der Ombudsmann für Flüchtlingsfragen im Regierungsbezirk Tübingen und der Streetworker des DRK standen für Fragen zur Verfügung. Der Einladung zu diesem Austausch waren sechs Vertreter der örtlichen Handels- und Gewerbetreibenden gefolgt.

Dass lediglich wenige Händler der Einladung gefolgt sind, habe unterschiedliche Gründe: „Viele Geschäftsleute sind frustriert, sie melden sich gar nicht mehr“, sagte ein Vertreter aus der Modebranche. Parallel fand am Mittwochabend ein Treffen der Bürgerinitiative „Gemeinsam für Sigmaringen“ statt. Es sei möglich , das sich Geschäftsleute für diesen Termin entschieden haben.

Aktuell befinden sich 781 Flüchtlinge in der LEA, wovon knapp 60 Prozent aus Nigeria und Gambia stammen. Auf die Sicherheitslage in der Stadt angesprochen, erläuterte der Leiter des Polizeireviers, Alexander Canadi, die Maßnahmen im aktuellen Brennpunkteinsatz seiner Mitarbeiter. Diese seien verstärkt in den Nachmittags- und Abendstunden im Bereich der Innenstadt, des Bahnhofs, des Prinzengartens und des Fachmarktzentrums „In der Au“ vor Ort. Canadi riet den Anwesenden, sämtliche Gesetzesverstöße anzuzeigen. Dies sei die Voraussetzung für ein polizeiliches Tätigwerden und in Folge eine strafrechtliche Sanktionierung. Wiederholte Straffälligkeit könne Auswirkungen auf den Verlauf des Asylverfahrens haben.

Die Händler äußerten sich besorgt über Ruhestörungen, Diebstähle und Belästigungen von Kunden sowie Mitarbeitern. Kunden, vor allem aus dem Umland, würden in andere Städte abwandern, da sie Sigmaringen als problematisch empfänden. Eine Vertreterin des HGV sagte: „Für manche Geschäfte erhöht sich der Umsatz durch die Flüchtlinge, für andere minimiert er sich.“

Der Leiter der LEA, Fabian Heilmann, gab bekannt, dass für die Bewohner der LEA regelmäßig Informationsveranstaltungen angeboten werden, in denen über Gesetze, Gepflogenheiten und Werte in Deutschland informiert wird. Positiv berichteten Händler aus dem Fachmarktzentrum über die gute Zusammenarbeit mit der Polizei und deren regelmäßige Präsenz vor Ort.

Der Streetworker des DRK informierte über seine Tätigkeit. Er stehe in direktem Kontakt mit Händlern und mit Flüchtlingen und weise diese in direkter Ansprache auf mögliches Fehlverhalten hin. Wöchentlich sei er für die Bürger in einer Sprechstunde im Rathaus für Fragen und Anliegen erreichbar. Zudem soll in Kürze ein zweiter Streetworker eingestellt werden.

Der Wunsch der Teilnehmer war es, künftig regelmäßig solche Treffen zum Meinungs- und Erfahrungsaustausch abzuhalten.

http://www.schwaebische.de/region_artikel,-Haendler-beklagen-Umsatzeinbussen-_arid,10678971_toid,623.html


Zahl der Straftaten durch Flüchtlinge hat in Sigmaringen zugenommen. Siehe Grafik:

http://www.schwaebische.de/region/baden-wuerttemberg_artikel,-Maennergruppe-begrapscht-und-bespuckt-junge-Frauen-_arid,10679443.html


Sigmaringen

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