18.05.17, 20:38 Uhr

Erneut hat es in Berlin einen Mord gegeben. In Heiligensee wurde am Donnerstagnachmittag eine 35-jährige Frau umgebracht. Gegen 15 Uhr fanden Polizisten die tote Frau in einer Wohnung am Dambockweg. Nach Angaben von Ermittlern wurde auch ein gefesseltes Kind entdeckt. Es soll aber weitgehend unverletzt sein. „Wir vermuten eine Beziehungstat“, sagte ein Polizeisprecher lediglich.

Nähere Angaben machte die Polizei nicht, auch nicht darüber, wer die Polizei alarmiert hat. Zur Todesursache wollte sich die Polizei ebenfalls nicht äußern. Die Frau war nach Angaben von Beamten „übel zugerichtet“, unter anderem durch Messerstiche.

Bei dem Verdächtigen, den die Polizei schnell ermitteln konnte, handelt es sich um den 32-jährigen Edin A. aus Bosnien-Herzegowina. Er ist der frühere Lebensgefährte der Toten und hat nach Informationen der Berliner Zeitung keinen festen Wohnsitz.

Die Polizei sperrte das Wohngebiet weiträumig ab und forderte ein Spezialeinsatzkommando (SEK) an. Zur Sicherung des SEK-Einsatzes stellte die Feuerwehr an der Ecke Dambockstraße/An der Wildbahn ein größeres Aufgebot an Rettungswagen bereit.

Sogar ein Räumpanzer wurde aufgefahren, um in der weitläufigen Siedlung die SEK-Kräfte zu unterstützen. Die schwer bewaffneten SEK-Beamten durchsuchten die Gegend und auch das Wohnhaus, wo sich die Tat ereignete.

In dem Wohnhaus befindet sich unter anderem ein Diakoniezentrum, das nach eigener Darstellung Menschen „in jeder Lebenssituation ein Zuhause“ bietet. Mit Rammen brachen die Beamten in den verwinkelten Fluren des Hauses mehrere Wohnungen auf. In der Wohnung, in der die tote Frau gefunden wurde, sollen auch Waffen sichergestellt worden sein.

Bis zum späten Abend war Edin A. noch nicht gefasst. Die Polizei startete eine Großfahndung. Der Flüchtige wurde als hoch gefährlich eingestuft, er hat wahrscheinlich eine Schusswaffe bei sich.

Wegen der Größe des Einsatzes und der Gefahr, die vom Täter ausgeht, gründete die Polizei eine „Besondere Aufbauorganisation“ (BAO) aus mehreren Bereichen des Landeskriminalamtes und der örtlichen Polizeidirektion. Eine BAO wird nur bei sogenannten „besonderen Gefahrenlagen“ gegründet.

Die Bluttat am Donnerstagnachmittag in Heiligensee war in Berlin der vierte Mord in vier Tagen: In der Nacht zum Sonntag war im Volkspark Friedrichshain der 34-jährige italienische Staatsangehörige Stefan Unterweger durch mehrere Messerstiche getötet worden. Der oder die Täter sind noch nicht gefasst. Am Donnerstag prügelten unbekannte maskierte Täter in Britz den 43-jährigen Ali O. tot. Es soll, wie berichtet, um 100.000 Euro Schulden gegangen sein. Er hatte das Geld verliehen und darauf gedrängte, es wiederzubekommen. In der Nacht zum Donnerstag wurde im Reinickendorfer Ortsteil Waidmannslust die 19-jährige Lisa P. erstochen

http://www.berliner-zeitung.de/berlin/polizei/frau-in-heiligensee-getoetet-sek-polizisten-fahnden-nach-dem-mutmasslichen-taeter-edin-a–26928410


19.05.17, 17:30 Uhr

Berlin – Ein Mann sitzt lässig und entspannt auf einer Parkbank vor einem Mehrfamilienhaus, auf der Nase trägt er eine schicke Sonnenbrille. Es ist ein Schnappschuss, hinter dem sich eine Tragödie verbirgt. Der Mann auf dem Bild wird von der Polizei gejagt, weil er seine Freundin in Heiligensee getötet haben soll. Tatort: Das Haus, vor dem er sich zuvor selbst fotografierte.

Am Donnerstagnachmittag fanden Polizisten nach einem Hinweis die Leiche der 35-jährigen Michelle E. in ihrer Wohnung am Dambockweg. Der Verdacht fiel schnell auf den Lebensgefährten der Toten, den 32-jährigen Bosnier Edin A. Weil die Ermittler neben der toten Frau auch mehrere Waffen fanden und A. bereits wegen häuslicher Gewalt bei der Polizei bekannt ist, wurde Großalarm ausgelöst – und eine sofortige Fahndung eingeleitet.

Auch die Elitepolizisten des Berliner Spezialeinsatzkommandos SEK sowie ein Räumpanzer kamen zum Einsatz. Ohne Erfolg. Am Abend wurde die Suche zunächst abgebrochen. „Wir sind dem Tatverdächtigen weiterhin auf den Fersen“, hieß es am Freitag. Die Fahndungsmaßnahmen würden selbstverständlich weiterlaufen. Doch möglicherweise hat sich Edin A. bereits Richtung Balkan abgesetzt. Der 32-Jährige soll zwar seit mehreren Jahren in Deutschland leben, aber noch immer eine enge Verbindung zu seinem Heimatstädtchen Krizevici haben. Bekannte sagten dem KURIER, der Mann sei „irgendwie nie richtig in Deutschland angekommen. Mit dem Herzen war er immer in Bosnien.“ 

Zudem soll Edin A. zu gewalttätigen Wutausbrüchen neigen, auch die jetzt getötete Michelle E. soll in der Vergangenheit mehrfach von ihrem Freund angegriffen und diverse Male verletzt worden sein. „Ich habe sie immer wieder vor dem Kerl gewarnt“, so eine Freundin des Opfers. „Aber Michelle hat irgendetwas an diesem Edin gefunden. Warum wollte Michelle nicht auf mich hören…“

http://www.berliner-kurier.de/berlin/polizei-und-justiz/mordverdacht-die-polizei-jagt-moerder-von-heiligensee-26933320


21. Mai 2017 09:03

Edin A. ist seit Donnerstag auf der Flucht. Erst jetzt werden die schrecklichen Details bekannt. Der 32-Jährige fing seinen Stiefsohn vor Schulbeginn ab, misshandelte ihn, brachte dann Michelle E. um.

Er entführte, misshandelte und fesselte seinen 12 Jahre alten Stiefsohn, um dessen Mutter umzubringen. Seit Donnerstag ist Edin A. (32) auf der Flucht.

Mit welcher sadistischen Heimtücke er den Mord an seiner Ex-Freundin Michelle E. (35) geplant haben muss, erzählte der Sohn des Opfers einem Nachbarn in der Kleingartenkolonie am Diakonieweg in Heiligensee.

Es ist Donnerstag, 12.45 Uhr, als David P. (32) und seine Lebensgefährtin Schreie hören. Ein Kind ruft: „Hilfe, Hilfe, ich verblute!“ Als das Paar rausgeht, um nachzusehen, kommt ihnen ein Junge mit blutendem Kopf entgegengelaufen.

„Seine Hände waren mit einem Seil und Klebeband auf dem Rücken gefesselt, auch an den Beinen und am Hals hingen noch Klebestreifenreste“, so David P. zur B.Z.

Den Jungen haben beide in der Kleingartenanlage vorher noch nie gesehen. Es ist Christian*, der Sohn von Michelle E., er schreit: „Er will meine Mutter umbringen!“

David P. alarmiert Rettungskräfte und die Polizei. Danach erzählt das Kind eine verstörende Geschichte.

Demnach hatte Edin A. ihm morgens aufgelauert und ihn mit einer Waffe bedroht, als er vor Schulbeginn mit seinem Hund in der Straße An der Wildbahn Gassi ging. „Wenn du nicht machst, was ich dir sage, bringe ich dich um“, soll Edin A. gesagt und den Jungen dann in die Laube verschleppt haben.

Hier lebte Edin A., seit Michelle E. ihn rausgeschmissen hatte. Dort soll er Christian geknebelt, an einen Stuhl gefesselt und ihm die Schlüssel zur Wohnung von Michelle E. abgenommen haben. „So, jetzt bringe ich deine Mutter um“, waren seine letzten Worte.

Über vier Stunden windet sich der 12-Jährige auf dem Stuhl, bis er seine Füße aus den Fesseln bekommt. Beim Versuch loszulaufen, fällt er mit dem Kopf gegen einen Tisch, fängt an zu bluten.

Eine halbe Stunde nachdem Christian die Nachbarn alarmiert hat, stürmt ein Spezialeinsatzkommando (SEK) die Wohnung seiner Mutter. Für Michelle E. kommt jede Hilfe zu spät.

Edin A. hat seinen Plan eiskalt umgesetzt, die 35-jährige Mutter ist tot.

Eine Freundin des Opfers erhebt schwere Vorwürfe gegen die Polizei: „Michelle hat ihren Ex mehrfach angezeigt. Er hat sie gestalkt, beklaut, bedroht, sie und den Jungen immer wieder verprügelt. Die Polizei unternahm jedes Mal nichts.“

Wie die B.Z. aus Ermittler-Kreisen erfuhr, war Edin A. wegen mehrerer Fälle von häuslicher Gewalt gegen seine Ex-Freundin aktenkundig. Vor der Tat soll der Bosnier sich illegal in Deutschland aufgehalten haben.

Öffentlich gefahndet wird nach dem als gefährlich und gewalttätig geltenden Bosnier aber noch immer nicht! Das erklärt ein Sprecher der Berliner Staatsanwaltschaft mit noch „einigen Ermittlungsansätzen“.
(*Name des Kindes geändert)

http://www.bz-berlin.de/berlin/reinickendorf/frauen-killer-von-heiligensee-so-jetzt-bringe-ich-deine-mutter-um


11.01.2018

„Ich sah rot, nahm ein Messer und stieß es ihr in den Hals“
Frauen-Killer Edin A. (32) steht derzeit vor Gericht

Berlin – Ein zwölfjähriger Junge wird beim Gassigehen mit seinem Hund niedergeschlagen und verschleppt. Während er gefesselt und geknebelt in einer Laube um sein Leben bangt, wird zu Hause seine Mutter getötet. Seit Donnerstag sitzt der Mann, der das alles getan haben soll, wegen Mordes vor dem Landgericht: Edin A. (32), der Ex-Freund der Getöteten.
Zwei Jahre hatten der Bosnier und Michelle E. (35) in Heiligensee zusammengelebt. Dann zerbrach die Liebesbeziehung. Er musste ausziehen. „Er fühlte sich ausgenutzt und gedemütigt“, heißt es in der Anklage. Der Stachel muss so tief gesessen haben, dass er auf Rache sann. Am 13. Mai 2017 schritt er zur Tat.

Zunächst, so die Anklage, lauerte er Frederick*, dem Sohn der Ex, auf dessen morgendlicher Gassi-Tour mit Riesenschnauzer-Mix Mabel auf. Er brachte beide in die Gartenlaube eines Bekannten, fesselte den Jungen an Händen und Füßen, knebelte ihn mit einem Socken und Klebeband und nahm ihm die Wohnungsschlüssel ab.
Dann soll er – so berichtete eine Kriminalbeamtin im Prozess – dem Jungen angekündigt haben: „Jetzt gehe ich deine Mutter töten, dann töte ich dich und den Hund.“ Er ging und ließ den Jungen in seiner Todesangst allein.
Michelle E. dachte sich sicher nichts dabei, als sich gegen 11 Uhr der Schlüssel im Schloss umdrehte. Sie erwartete doch ihren Sohn zurück. Bis der Ex-Geliebte laut Anklage plötzlich vor ihr stand, mit einem Gasrevolver auf sie zielte und befahl: „Sei leise oder du siehst deinen Sohn nie wieder.“
Der 32-Jährige holte aus der Küche ein Messer, drückte sie in die Rückenposition und stieß es ihr in den Hals. Die Frau hatte keine Chance, verblutete innerhalb kurzer Zeit.

Die Kripobeamtin über die Vernehmung von Frederick*: „Aus dem traumatisierten Jungen sprudelte es nur so heraus, was weiter geschah.“ Der Angeklagte sei blutverschmiert in die Laube zurückgekehrt, habe sich die Hände gewaschen und das T-Shirt ausgezogen. Danach soll er den Jungen auf die Couch geworfen und ihn derart geschlagen haben, dass er „Sternchen“ sah. Danach sperrte er das Kind ins Bad – ehe er verschwand.
Der Junge konnte sich befreien und Passanten um Hilfe bitten. Er hoffte die ganzen nächsten Stunden, der Angeklagte habe nur geblufft und seine Mutter lebe noch. Bis die Polizei ihm die schreckliche Gewissheit gab.

Mit gesenktem Kopf, aber äußerlich ungerührt folgte der Angeklagte der Verhandlung.
Er hatte zu Beginn zugegeben: „Es ist richtig, dass ich den Jungen in die Gartenlaube verbrachte, fesselte, knebelte, schlug und später ins Bad verbrachte. Zwischenzeitlich war ich in der Wohnung von Michelle E. und habe sie getötet. Sie saß vor dem Computer, schrie mich an, beschimpfte mich. Ich sah rot, nahm ein Messer und stieß es ihr in den Hals.“ Er bereue die Tat sehr.

http://www.bild.de/regional/berlin/berlin/killer-gesteht-vor-gericht-54444326.bild.html