12.05.2017 – 11:50

Hamburg (ots) – Tatzeit: 11.05.2017, 22:00 Uhr Tatort: Hamburg-St. Georg, Steindamm

Die Mordkommission führt heute einen 23-jährigen Afghanen dem Haftrichter zu, der im Verdacht steht, zwei Männer (18,29) mit einem Messer verletzt zu haben. Hierbei erlitt der 18-jährige Geschädigte eine lebensgefährliche Bauchstichverletzung.

Nach derzeitigem Stand der Ermittlungen wurde der spätere Täter zunächst von dem 18-Jährigen und dessen 29-jährigem Begleiter verfolgt. Als die beiden Männer den 23-Jährigen eingeholt hatten, soll dieser ein Messer gezogen und den 18-Jährigen damit angegriffen haben. Hierbei erlitt der 18-jährige Geschädigte eine Bauchstichverletzung. Der 29-Jährige wurde bei der Auseinandersetzung an der Hand verletzt.

Die drei Beteiligten konnten von den eingesetzten Beamten der Polizeikommissariate 41 und 11 noch am Tatort angetroffen werden. Der 23-Jährige wurde vorläufig festgenommen.

Die Mordkommission (LKA 41) übernahm die weiteren Ermittlungen. Am Tatort konnte die mutmaßliche Tatwaffe sichergestellt werden. Der Tatverdächtige hatte Blutanhaftungen an seiner Kleidung, die ebenfalls sichergestellt wurde.

Der 18-Jährige erlitt durch den Bauchstich eine lebensbedrohliche Lungenverletzung und wurde in einem Krankenhaus notoperiert. Auch der 29-Jährige wurde zur weiteren Behandlung in ein Krankenhaus transportiert.

Der Tatverdächtige wird heute einem Haftrichter zugeführt. Die Ermittlungen dauern an.

http://www.presseportal.de/blaulicht/pm/6337/3634230


13.05.17, 14:22 Uhr

St. Georg –

Ein Beamter im weißen Schutzanzug steht am Steindamm, fotografiert Blutspuren. Am Donnerstagabend wurde im Bahnhofsviertel ein 18-Jähriger lebensgefährlich verletzt. Ein Messerstich in die Lunge. Für einen Geschäftsmann vom Steindamm ein weiteres Detail in dem Bild des Schreckens, das die bekannte Straße abgibt: „Es wird von Tag zu Tag schlimmer hier – und niemand tut etwas!“

Am Donnerstagabend rückt die Mordkommission aus. Ein 23-jähriger Afghane war gegen 22 Uhr von zwei Landsmännern (18 und 29) verfolgt worden. Wie die MOPO erfuhr, kennen sich die Männer und hatten bereits öfter Auseinandersetzungen wegen Drogen.

Als die beiden Verfolger ihn einholen, zieht der 23-Jährige ein Messer aus der Tasche und sticht dem 18-Jährigen in den Oberkörper. Dabei trifft er die Lunge des Opfers. Den 29-Jährigen verletzt er an der Hand.

Zeugen alarmieren Polizei und Feuerwehr. Beide Verletzten werden ins Krankenhaus transportiert, der 18-Jährige sofort notoperiert. Der 23-Jährige wird noch am Tatort festgenommen.

„Die Gewalt am Steindamm nimmt überhand“, sagt Mehmet K. (45, Name geändert). Der 45-Jährige betreibt hier eine Spielhalle und bekommt das ganze Elend täglich mit. „Hier wird tagsüber auf der Straße gedealt, jeden Tag gibt es Schlägereien. Die Straße ist verdreckt, aber es interessiert ja keinen.“ Nur eines könne helfen, meint der Geschäftsmann.

„Die Polizei muss hier mehr Präsenz zeigen und nicht nur die Personalien von den Beschuldigten aufnehmen, sondern richtig durchgreifen. Wer Straftaten begeht, muss auch dafür bestraft werden!“

Auf der einen Seite des Hauptbahnhofs sei die Crème de la Crème, sagt Mehmet K., Mönckeberg- und Spitalerstraße, schicke Läden, Menschen, die sehen und gesehen werden wollen. „Verirrt sich ein Tourist auf die andere Seite, sieht er nichts als Abschaum und nimmt den nächsten Zug gleich wieder zurück“, sagt Mehmet K.

Mit Abschaum meint der Geschäftsmann die allgemeinen Zustände am Steindamm. „Frauen können die Straße nicht entlanglaufen, ohne angequatscht oder belästigt zu werden“, schimpft er. „Meine Mitarbeiterinnen bringe ich immer persönlich zum Bahnhof oder schicke sie mit dem Taxi nach Hause.“

http://www.mopo.de/hamburg/polizei/blut-tat-am-steindamm-die-strasse-des-schreckens-26892342

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