08.05.17, 20:49 Uhr

Naumburg –

Die Auseinandersetzungen zwischen der Polizei und einer syrische Familie, die in Naumburg (Burgenlandkreis) mehrere Bars betreibt, hat am Wochenende einen Höhepunkt gefunden. Dabei eskalierte ein Einsatz gegen einen 21-Jährigen.

Dem jungen Mann entzogen die Beamten aufgrund eines vorherigen Deliktes den Führerschein. Dagegen aber wehrte sich der Syrer. Er rief weitere Personen aus seinem persönlichen Umfeld hinzu, trat gegen den Streifenwagen und beschädigte diesen.

Anstatt den 21-Jährigen daraufhin abzuführen, „entfernten sich die handelnden Beamten vom Ort, um eine weitere Eskalation zu verhindern“, heißt in einer Polizei-Mitteilung.

Anschließend fuhr die Gruppe zum Naumburger Revierkommissariat, forderte dort erneut den Führerschein zurück und fing an zu randalieren.

Dabei wurden eine Tür eingetreten und den Beamten Gewalt angedroht. Doch auch das führte nicht dazu, dass die Männer festgenommen wurden.

Zwar wird nun wegen Beleidigung und Beschädigung ermittelt, doch die Gruppe konnte von sich aus das Gelände verlassen. Für eine Fest- oder Gewahrsamnahme hätten nach Absprache mit der Staatsanwaltschaft keine „ausreichenden Gründe“ vorgelegen, teilte die Polizeidirektion Sachsen-Anhalt Süd am Montag mit.

Der Naumburger Landtagsabgeordnete Daniel Sturm (CDU) erklärte auf MZ-Anfrage, dass die Polizei in der Domstadt aufgrund fehlenden Personals überfordert sei. Der Politiker habe gleich am Montagmorgen seinen Parteifreund, Innenminister Holger Stahlknecht, kontaktiert. Dieser sei bereits im Bilde gewesen. Sturm wiederholte gegenüber Stahlknecht seine bereits vor zwei Wochen geäußerte Forderung, einen runden Tisch mit allen Behörden einzuberufen, um der Lage Herr zu werden.

Bereits Anfang April war die Kontrolle eines 21-jährigen Syrers in einer Naumburger Shisha-Bar eskaliert. Damals wurde ein Polizist am Kopf verletzt. Drei Wochen zuvor hatte es eine große Razzia in der Bar gegeben. Diese war durch das Herausstellen einer Cannabis-Pflanze, mutmaßlich durch die Bar-Betreiber selbst, provoziert worden. Zudem wurde kürzlich ein Familienmitglied wegen Drogenhandels zu fünf Jahren Haft verurteilt. Das Urteil ist aber noch nicht rechtskräftig. Eine Wohnungsdurchsuchung im Herbst wurde vorzeitig abgebrochen, weil nicht genügend Polizisten verfügbar waren.

http://www.mz-web.de/burgenlandkreis/keine-gruende-fuer-festnahme–syrische-familie-randaliert-auf-naumburger-polizeirevier-26860844


09.05.17, 13:14 Uhr

Naumburg –

Es klingt wie eine Kapitulation des Rechtsstaates: Nachdem sich ein 21-jähriger Syrer am Sonnabend in Naumburg nach dem Entzug seines Führerscheins gewaltsam gegen die Polizei zur Wehr gesetzt hatte und dabei sofortige Unterstützung aus dem Familien- und Freundeskreis erfuhr, „entfernten sich die handelnden Beamten vom Ort, um eine weitere Eskalation zu verhindern.“ So steht es wörtlich in einer von der Polizei am Sonntag verschickten Pressemitteilung.

Trotz Tritten gegen das Polizeifahrzeug weiter auf freiem Fuß, nutzten die Männer ihre Freiheit, um anschließend zum Revierkommissariat zu gehen, dort weiter zu randalieren und den Beamten zu drohen. Das Ende des Liedes? „Nach einiger Zeit verließ man das Polizeigebäude“, wie es offiziell heißt.

Ein Vorgehen, das wiederholt die Frage aufwirft, ob die Polizei dem Verhalten einer bestimmten Naumburger Familie noch Herr wird. Zur Erinnerung: Bereits Anfang April war die Kontrolle eines 21-jährigen Syrers in der Shisha-Bar an der Ecke Fischstraße/Lindenring eskaliert. Damals wurde ein Polizist am Kopf verletzt. Drei Wochen zuvor hatte es eine große Razzia in der selben Shisha-Bar gegeben, die durch das Herausstellen einer Cannabis-Pflanze, mutmaßlich durch die Bar-Betreiber selbst, provoziert worden war. Nicht zu vergessen, dass ein Familienmitglied jüngst wegen Drogenhandels (noch nicht rechtskräftig) zu stolzen fünf Jahren Haft verurteilt wurde, wobei die Wohnungsdurchsuchung im Herbst wegen fehlender Polizeikräfte vorzeitig abgebrochen worden war.

Also: Wildwest in Naumburg? Die Polizei scheint in ihrer Vorgehensweise am Sonnabend kein Problem zu erkennen. „Die Entscheidung der Polizeibeamten, sich zunächst zu entfernen, war richtig. In der Folge wurden weitere Einsatzkräfte der Polizeidirektion nach Naumburg entsandt, um die Situation zu bewältigen, was letztendlich gelang.“ Das antwortete die Polizeidirektion in Halle gestern auf Anfrage von Tageblatt/MZ. „Ausreichende Gründe für eine Gewahrsamnahme oder Festnahme“ hätten, nach Absprache mit der Staatsanwaltschaft, nicht vorgelegen.

Der Naumburger Landtagsabgeordnete Daniel Sturm (CDU) hat dafür kein Verständnis: „Wir reden hier über Widerstand gegen die Staatsgewalt“, meinte er gestern, als Tageblatt/MZ ihn in Montenegro erreichte, wo er derzeit über eine EU-Mitgliedschaft des Landes verhandelt.

Von dort aus habe er gleich am Morgen, nach der Online-Lektüre unserer Zeitung, seinen Parteikollegen Holger Stahlknecht angerufen. „Man kontaktiert einen Innenminister nicht wegen jeder kleinen Sache. Aber hier musste es sein“, so Sturm. Er habe seine bereits vor zwei Wochen geäußerte Forderung wiederholt, einen runden Tisch mit allen Behörden einzuberufen, um der Lage Herr zu werden.

Sturm ist dabei nicht nur politisch betroffen, sondern auch persönlich. So hätten ihm jüngst Unbekannte ein kriminelles Angebot gemacht. Sturm würde demnach 2.500 Euro monatlich bekommen, wenn er seinen Friseur-Meisterbrief zur Verfügung stellt und sich nur noch anstellen lässt. Wer genau ihn kontaktiert habe, wisse Sturm nicht. Dass zum Umfeld der syrischen Familie, die im Fokus der Ermittler steht, auch mindestens ein Friseursalon gehört, sei aber bekannt. Warum ein Friseur-Meisterbrief so viel Geld wert sein soll, liegt auf der Hand. „Vermutlich soll dort mehr gewaschen werden als nur Köpfe“, spricht Sturm vielsagend das Thema Geldwäsche an. Er kenne zwei weitere Naumburger Friseurmeister, die ein ähnliches Angebot bekommen und ebenfalls abgelehnt hätten. „Wir haben auch in einem Treffen der Innung und mit der Handwerkskammer dringend davor gewarnt, auf so etwas einzugehen“, sagt Sturm. Stellt sich die Frage, welche Priorität die Naumburger Geschehnisse im Innenministerium in Magdeburg haben. „Holger Stahlknecht war heute früh bereits informiert, als ich ihn erreicht habe. Das ist dort also durchaus Thema“, so Sturm.

Er selbst schätzt ein, dass die Polizei in Naumburg aufgrund ihres Personalmangels überfordert ist. Er fordert Unterstützung bei der Überprüfung des betroffenen Personenkreises, der in der Domstadt mehrere Bars betreibt. Sturm: „Geduldete Ausländer, die sich nicht an geltendes Recht halten, müssen wir wieder zurückschicken. Dann muss es knallhart auch zu Abschiebehaft kommen. Und wenn es unsichere Herkunftsländer sind, muss das Dubliner Übereinkommen angewendet werden. So können wir die Personen in den Staat schicken, in den sie zuerst eingereist sind.“ Jedoch weiß auch Sturm: Zuerst müssen die Straftaten nachgewiesen werden. Und dies scheint durch Personalmangel in Polizei und Justiz sowie die ermittlungstechnischen Grenzen des Rechtsstaates das Problem zu sein.

Wie hoch das Abschreckungspotenzial des Staates auf die betroffenen Personen ist, kann man übrigens nicht nur daran erkennen, dass diese im Beisein von Beamten gegen deren Polizeiauto treten. Auf Facebook kursieren seit Wochen diverse Videos. Eins, aufgenommen vor der Shisha-Bar, wo die Polizei-Razzia provozierend gefilmt worden war. Ein anderes in Form eines professionellen Gangsta-Rap-Clips. Gedreht unter anderem in einem Friseursalon am Lindenring sowie auf der Vogelwiese und am Leipziger Völkerschlachtdenkmal, heißt es darin nicht nur „LKA, BKA lauern viel“ und „Fuck the police“. Nein, im Verlauf wird es sentimental: „An dieser Stelle grüß ich Basel im Habs (arabisch für Gefängnis, Anm. d. Red.), wenn du rauskommst, ist ganz oben dein Platz“.

http://www.mz-web.de/sachsen-anhalt/randale-von-syrern-in-naumburg-rueckzug-der-polizei-als-kapitulation-des-rechtsstaats–26869680


11. Mai 2017

NAUMBURG. Am Dienstag berichtete die JUNGE FREIHEIT über einen Syrer-Clan, der in Naumburg Polizisten bedroht und auf dem Revier randaliert hatte, ohne daß es zu Festnahmen gekommen war. Die Polizei rechtfertigte das gegenüber dieser Zeitung damit, daß es keine ausreichenden Gründe für eine solche Maßnahme gegeben habe. Nun liegt der JF die interne Meldung der Polizeidirektion Sachsen-Anhalt Süd zu dem Vorfall vor. Demnach war die Bedrohung der Polizisten deutlich ernster, als dies in der Pressemitteilung der Polizei angegeben wurde.

Der 21 Jahre alte Syrer hatte eine Sachbeschädigung begangen. Als die Polizisten ihn deswegen kontrollierten, hatte er keinen Personalausweis bei sich. Deswegen wies er sich mit dem Führerschein aus. Bei der Kontrolle bemerkten die Beamten, daß die Fahrerlaubnis des Syrers rechtskräftig entzogen worden war und ein Bescheid zur Einziehung des Führerscheins durch das Straßenverkehrsamt vorlag. Also behielten die Beamten den Führerschein.

Das wollte der Syrer aber nicht akzeptieren und forderte aggressiv die Rückgabe seiner Fahrerlaubnis. Als die Beamten das verweigerten, rief der Syrer zehn bis 15 Freunde, die in der Nähe standen.

„Die Polizeibeamten verriegelten die Türen des FuStW (Funkstreifenwagens), da sich der Personenkreis aggressiv auf das Fahrzeug zubewegte. Beim Wegfahren, um eine weitere Eskalation zu vermeiden, schlug und trat der TV 01 (Tatverdächtige) gegen den FuStW, welcher dadurch am Kotflügel (hinten links) leicht beschädigt wurde.“

Doch damit nicht genug. Der Syrer-Clan folgte den Polizisten zum Revierkommissariat (RK) Naumburg und forderte weiter laut schreiend die Herausgabe des Führerscheins. Da der weitere im Polizeibericht geschilderte Tatverlauf angesichts keiner erfolgten Festnahme schwer zu glauben klingt, dokumentieren wir Teile aus ihm:

„Der TV 02 trat zweimal gegen die Gittertür des Besucherzugangs zum RK, wodurch der Schließmechanismus beschädigt wurde. Nun begab sich der TV 01 zum Eingang des Besucherbereiches und forderte über die Gegensprechanlage weiterhin seinen Führerschein. Bei der folgenden langwierigen Rücksprache der Beamten mit dem erregten und wütenden TV 01 in der Dienststelle bedrohte er verbal die Polizei und die GE 01 und 02 mit dem Tode und äußerte Drohungen zum Nachteil ihrer Angehörigen. Aufgrund der polizeilichen Erfahrungen mit dem TV 01 und dessen Familie ist von einer Ernsthaftigkeit der getätigten Äußerungen auszugehen.

Bereits bei früheren Einsätzen hatten Angehörige des Syrer-Clans Polizisten bedroht und sogar attackiert.

Wörtlich drohte der Syrer den Beamten:

„Wenn ich  meinen Führerschein nicht wieder bekomme, kann hier keiner mehr nachts ruhig schlafen. Sperrt mich doch ein, ich habe nichts zu verlieren. Ich jage jedem einzelnen von euch Bullen eine Kugel in den Kopf. Euch treffe ich privat! Ich mache euch das Leben zur Hölle. Dann bin ich eben der Cop-Killer. Ich hole alle meine Leute zusammen. Ihr habt mein Leben gefickt, jetzt machen wir euch fertig.“

Der Syrer zeigte in die Richtung der Beamten und sagte weiterhin:

„Euch alle mache ich fertig. Ich merke mir eure Gesichter. Der Kollege, welcher mir meinen Führerschein genommen hat und mir über den Fuß gefahren ist, bekommt eine Kugel. Ich zerstöre sein Leben. Ich weiß ganz genau, wo er wohnt. Seine Frau laß ich ficken, jeden Tag von meinen Leuten. Der wird in seinem Leben nicht mehr froh. Die Tochter schicke ich auf den Strich anschaffen. Ich kill den! Ich nehme eine Kugel und knall den ab.“

https://jungefreiheit.de/politik/deutschland/2017/seine-frau-lass-ich-ficken-syrer-clan-droht-polizisten-mit-dem-tod/


11.05.2017

Die Polizei aus Naumburg in Sachsen-Anhalt scheint gegen einen Familienclan aus Syrien machtlos zu sein. Seit Monaten soll es immer wieder Ärger geben. Nun ist der Streit eskaliert.

In der Nacht zu Sonntag wollten Polizisten dem 21-Jährigen Syrer Ahmed A. den Führerschein abnehmen. Der wehrte sich, holte Familienmitglieder und Freunde zur Verstärkung. Die Polizisten zogen sich daraufhin zurück – laut polizeiinternem Protokoll, um eine Eskalation zu vermeiden. Die Beamten nahmen aber den Führerschein mit.

Das wollte der Syrer offenbar nicht auf sich sitzen lassen. Zu acht sollen er und seine Unterstützer auf dem Polizeirevier randaliert und den Führerschein zurückgefordert haben. Im polizeiinternen Protokoll, so die „Mitteldeutsche Zeitung“, ist von Herumschreien und Tritten gegen eine Gittertür die Rede.

Ahmed A. soll die Polizisten laut Protokoll zudem bedroht haben: „Ich jage jedem einzelnen Bullen eine Kugel in den Kopf. Ich mache euch das Leben zur Hölle. Dann bin ich eben ein Cop-Killer.“ Über den Polizisten, der ihm den Führerschein abgenommen hatte, soll er gesagt haben: „Ich zerstöre sein Leben. Ich weiß ganz genau, wo er wohnt.“ Die Drohungen sollen sich auch gegen Frau und Tochter des Polizisten gerichtet haben.

Wie Oberbürgermeister Bernward Küper (CDU) dem Mitteldeutschen Rundfunk sagte, war es nicht der erste Konflikt mit der syrischen Familie. Erst im April sei ein Polizist bei einer Kontrolle am Kopf verletzt wurden. Der Clan soll zudem in Drogendelikte verwickelt sein. Die Familie lebt bereits seit 2002 in Naumburg und betreibt dort mehrere Shishabars.

In einem dieser Lokale soll der 21-Jährige, der in Naumburg zur Schule ging, am Wochenende Streit mit einem Gast gehabt haben. Der „Mitteldeutschen Zeitung“ erzählte Ahmed A., dass ein Schwarzafrikaner Gäste in seiner Bar belästigt habe. Als er diesen vor die Tür setzte, soll er Steine gegen die Scheibe der Bar geworfen haben. Ein Mitarbeiter hat daraufhin die Polizei gerufen. [Handelt es sich um diesen Fall?]

Da Ahmed A. der Besitzer der Bar ist, wollten die Beamten auch seine Personalien überprüfen – und behielten dann den Führerschein ein. Warum, sagten die Beamten ihm nicht, so A., nur, dass er das auf dem Revier erfahren könne. Laut internem Polizeiprotokoll war der Führschein vom Straßenverkehrsamt des Burgenlandkreises eingezogen worden. Der Syrer soll dagegen bereits Widerspruch eingelegt haben.

A. sagt, er sei nur mit einem seiner Brüder aufs Revier gegangen. Dass andere Gäste der Bar bereits dort waren, damit habe er nichts zu tun. Der 21-Jährige fühlt sich zu Unrecht beschuldigt und schikaniert. Fast täglich würden er, seine Familie und Bekannte kontrolliert. Polizisten würden auch Gäste der Bar ansprechen. A. gibt zu, dass einer seiner Brüder wegen Drogenhandels ins Gefängnis müsse. Deswegen dürfe man aber nicht gleich seine ganze Familie in ein schlechtes Licht stellen, beklagt der Syrer.

Holger Stahlknecht, CDU-Innenminister in Sachsen-Anhalt, kennt die Vorwürfe gegen den Clan. Einige Familienmitglieder behandelten die Polizisten wie Dreck. Da dieses Verhalten aber meist nicht strafrechtlich relevant sei, könnten die Beamten nichts dagegen tun. „Dadurch steigt der Frust“, sagte Stahlknecht der WELT.

Wirklich gut kann die Stimmung im Polizeirevier zumindest nicht sein. Kaum denkbar, dass das interne Polizeiprotokoll ohne Grund der Presse zugespielt wurde. Laut Mitteldeutschem Rundfunk ist die Polizei in Naumburg seit Monaten chronisch unterbesetzt, vor allem am Wochenende.

Stahlknecht weist die Vorwürfe zurück. Im Revierkommissariat Naumburg arbeiten aktuell 28 Polizeibeamte im Einsatzdienst. Darüber hinaus sorgt das Polizeirevier Burgenlandkreis mit rund 200 Mitarbeitern für die Sicherheit im Landkreis, u. a. durch ein spezielles Funkstreifenwagenmanagement. Damit sei die Polizei für eine beschauliche, friedliche Stadt wie Naumburg gut besetzt, sagte Stahlknecht. „Allerdings handelt es sich im Fall der syrischen Familie zum Teil um Integrationsverweigerer.“

Auch der 21-jährige Tatverdächtige wurde laut Stahlknecht bereits zu einem Jahr Jugendstrafe auf Bewährung verurteilt. Auch das Urteil gegen seinen Bruder ist dem Innenminister bekannt. Das sei jedoch noch nicht rechtskräftig, weil Revision eingelegt wurde. „Klar ist aber: Um solche Strafen zu erhalten, muss man eine lange Vorgeschichte haben“, sagte Stahlknecht.

Das Innenministerium plant nun, die Polizeidirektion in Naumburg stärker zu besetzen. Zunächst sollen die Beamten von 28 Kollegen aus Halle unterstützt werden. Diese Polizisten und Polizistinnen kommen aus einer Reservereinheit, die in solchen Fällen für einen bestimmten Zeitraum aushelfen kann. Aber auch langfristig wird aufgestockt. Absolventen der Polizeifachhochschule sollen ab Juli gezielt in Naumburg eingesetzt werden.

Im aktuellen Fall wurde keiner der mutmaßlichen Täter festgenommen, doch Ermittlungen laufen. Der 21-jährige Tatverdächtige hat einen sogenannten subsidiären Schutz. Sein Aufenthaltstitel ist derzeit bis November befristet. Die zuständige Ausländerbehörde im Burgenlandkreis soll nun prüfen, welche Maßnahmen ergriffen werden können. Eine Rückführung ist problematisch, da in Syrien Bürgerkrieg herrscht. Allerdings gebe es andere Sanktionsmöglichkeiten, so Stahlknecht.

Der Aufenthaltstitel des Syrers wird nun vermutlich schon frühzeitig überprüft. Würde dieser nicht erneuert werden, wäre Ahmed A. nur noch geduldet. Aufgrund des Bürgerkriegs in seinem Herkunftsland könnte er dann zwar immer noch nicht abgeschoben werden, sollte sich die Lage in Syrien aber ändern, wäre dies schneller möglich. Zudem können geduldete Flüchtlinge grundsätzlich nur reduzierte staatliche Leistungen erhalten und müssen sich unter bestimmten Voraussetzungen an wohnsitzbeschränkende Auflagen halten. Ob dies im Fall Ahmed A. zutrifft, wird die Prüfung der zuständigen Ausländerbehörde zeigen.

https://www.welt.de/vermischtes/article164482933/Als-sich-der-Clan-zusammenrottete-zog-sich-die-Polizei-zurueck.html


08.06.17, 16:13 Uhr

Die Polizei hat am Donnerstag mit einem Großaufgebot mehrere Wohn- und Geschäftsräume des 21-jährigen Syrers Ahmed A. in Naumburg und Freyburg (Burgenlandkreis) durchsucht. Gegen den Mann, der in den letzten Wochen bereits mehrfach Polizisten bedroht und eingeschüchtert haben soll (die MZ berichtete), werde wegen des Verdachts der Sachbeschädigung und Bedrohung ermittelt, erklärte ein Polizeisprecher in Halle. Bei der Razzia in insgesamt drei Objekten seien Beweismittel sichergestellt worden, die nun ausgewertet werden würden. Grundlage für die Polizeiaktion, an der 80 Beamten beteiligt waren, sei ein Beschluss des Amtsgerichtes Halle gewesen, sagte der Sprecher. Nähere Einzelheiten zu der Durchsuchung machte er nicht.

Zuletzt in Konflikt mit der Polizei geraten war Ahmed A. Ende Mai. Damals hatte der 21-Jährige eine Verkehrskontrolle mit seinem Handy gefilmt. Der Aufforderung der Beamten, das Filmen einzustellen, kam er nicht nach. Als die Polizisten sein Handy beschlagnahmten, leistete der Syrer so heftigen Widerstand, dass ihm eine Handfessel angelegt werden musste. Er wurde vorübergehend festgenommen.

 

Drei Wochen zuvor hatte er zwei Beamte eingeschüchtert und anschließend mit anderen Mitgliedern seiner Familie auf dem Naumburger Polizeirevier randaliert. Damals erklärte Innenminister Holger Stahlknecht (CDU), er habe den Eindruck, die syrische Familie um A. habe in Naumburg eine „Parallelgesellschaft“ etabliert, deren Mitglieder brutal und einschüchternd auftreten würden. „Das ist eine Mischung aus Straftaten von erheblichem Umfang und Integrationsverwigerung, gepaart mit Testosteron.“

Laut Innenministerium sind auch mehrere der fünf Brüder von A. in der Vergangenheit bereits polizeilich aufgefallen. Einer wurde vom Landgericht Halle aufgrund eines Drogendeliktes zu fünf Jahren Haft verurteilt. Andere Brüder seien wegen kleinerer Delikte aufgefallen. Ahmed A. wurde bereits zu einer Jugendfreiheitsstrafe von einem Jahr auf Bewährung verurteilt. „Dafür muss man schon einiges anstellen“, so Stahlknecht. (mz)

http://www.mz-web.de/burgenlandkreis/razzia-bei-rabiatem-syrer-80-polizisten-durchsuchen-wohnung-und-geschaefte-27761988


weitere Quellen:

https://jungefreiheit.de/politik/deutschland/2017/syrer-clan-randaliert-auf-polizeiwache-keine-festnahme/


Vorgeschichte:

26.04.17, 08:47 Uhr

Halle/Naumburg –

Wird das im Landgericht Halle gesprochene Urteil rechtskräftig, muss ein seit längerem in Naumburg lebender Syrer für fünf Jahre ins Gefängnis. Nach einer mehrtägigen Beweisaufnahme stand für die zweite Große Strafkammer fest, dass der 23-Jährige am 5. Oktober vergangenen Jahres zwei Kilogramm Crystal Meth, Straßenverkaufswert etwa 200000 Euro, von einem tschechischen Kurier bezogen hat, um es gewinnbringend zu verkaufen.

Diese Übergabe hatten Kriminalbeamte aus Sachsen-Anhalt und Sachsen in einer gemeinsamen Aktion platzen lassen. Dafür waren die beiden Männer zuvor rund einen Monat lang observiert worden. Den 49-jährigen Tschechen hatten Kriminalisten aus Dresden im Visier, die eng mit den Kollegen in Halle zusammenarbeiteten.

Als der Tscheche an jenem Oktobertag die Dealerware über die Grenze gebracht hatte, heftete sich die Dresdner Kripo an seine Fersen und folgte ihm durch Sachsen bis nach Naumburg. Unterwegs informierten die Beamten ihre Kollegen in Halle, die sich daraufhin in Naumburg in Position brachten. In der Domstadt behielten die Dresdner den Tschechen im Auge, während die Hallenser den Syrer in der Theodor-Körner-Straße festnehmen wollten. Des Mannes wurden sie aber nicht sogleich habhaft, denn dieser türmte, als sich die Beamten zu erkennen gaben. Der Syrer steuerte einst den Wenzelsring an und entledigte sich unterwegs des mit Drogen gefüllten Beutels. Seine Flucht endete jedoch vor einer verschlossenen Tür des Altenpflegeheims.

Zeitgleich hatte die Dresdner Kripo den Tschechen geschnappt. Der habe ihnen erzählt, dass er bereits mehrmals die Theodor-Körner-Straße zur Drogenübergabe angefahren hatte, den Syrer daher kenne. Als Zeuge zog er es dannn aber vor, nichts sagen zu müssen. Immerhin läuft gegen ihn in Dresden in gleicher Sache ein Strafprozess.

http://www.naumburger-tageblatt.de/lokales/prozess–fuenf-jahre-haft-wegen-drogenhandels-in-naumburg-26768010

http://www.naumburger-tageblatt.de/lokales/ermittlungserfolg-in-naumburg–zugriff-bei-drogenuebergabe-24857778http://www.mz-web.de/burgenlandkreis/naumburg-mutmassliche-drogenhaendler-festgenommen-24854460

http://www.naumburger-tageblatt.de/lokales/landgericht-halle–23-jaehriger-syrer-aus-naumburg-wegen-dealerei-angeklagt-26197376

http://www.naumburger-tageblatt.de/lokales/landgericht-halle-tscheche-sagt-nicht-aus-im-drogenprozess-26302762

 

 

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