09.01.2018 – 22:51 Uhr
Duisburg – Mit zusammengekniffenen Lippen und einem leeren Blick lehnt er gebeugt über dem Treppengeländer des Gerichtsflurs. Das Gesicht des Mannes ist gezeichnet von tiefer Trauer. Dimitar M. (40) trifft den Mann, der ihm sein Liebstes genommen hat: den Mörder seines Sohnes Aleksandar (14).

Dem Angeklagten Alishan B. (53) droht eine lebenslange Haft wegen Totschlags. Reglos hört der Familienvater (4 Kinder) zu, was die Dolmetscherin übersetzt. Der Vorwurf: Der Bulgare soll Aleksandar mit einem Stich in den Rücken getötet haben!

Das schreckliche Drama: Am 16. April 2017 war es gegen 22.44 Uhr vor dem Haus in Duisburg (NRW) zu einem Tumult gekommen.

Ein Nachbar stritt sich um 30 Euro mit mehreren Bulgaren um ein Mobiltelefon, rief um Hilfe. Dimitar M. sprang auf, eilte die Treppe hinab, sein Sohn Aleksandar folgte ihm. Vor der Tür soll der Angeklagte das Messer gezückt haben.

Das Messer drang in die Lunge ein, der Junge starb an massivem Blutverlust.“

Auf Wunsch seiner Eltern veröffentlichte BILD das Foto des aufgebahrten Aleksandar im Mai 2017
Alishan wird durch Zeugen belastet, seine DNA soll sich an der Tatwaffe befinden. Trotzdem bestreitet der Angeklagte bis heute die Tat.

Vater Dimitar M. nimmt der Prozess sichtbar mit: „Ich sehe den Angeklagten. Ich kann nicht begreifen, dass er meinen Sohn getötet hat. Es ist für mich ein völlig fremder Mensch.“

Der Vater musste mehrfach um Fassung ringen. Er schaffte es immer nur kurz, den Angeklagten anzuschauen.

„Er hofft jetzt auf Gerechtigkeit“, sagt sein Rechtsanwalt André Miegel (29).

http://www.bild.de/news/inland/mord/dieser-vater-hat-gerade-den-moerder-seines-sohnes-getroffen-54423826.bild.html


13. Februar 2018 | 17.30 Uhr

Duisburg. Der Fall eines mit einem Messer erstochenen 14-Jährigen in Duisburg bleibt vorerst ungeklärt. Das Duisburger Schwurgericht hat den 53 Jahre alten Hauptangeklagten vom Vorwurf des Totschlags freigesprochen.

Der Mann wurde nach dem Urteil am Dienstag sofort aus der Untersuchungshaft entlassen. Der Angeklagte selbst hatte sich im Prozess nicht zu den Vorwürfen geäußert. Die Richter stellten nun fest, dass dem Mann nicht einmal nachgewiesen werden könne, dass er an der Auseinandersetzung am Ostersonntag 2017 überhaupt beteiligt gewesen sei.

Zwei benachbarte Familien hatten sich damals offenbar um ein nicht bezahltes Handy gestritten, als zunächst der Vater des 14-Jährigen einschritt. Später kam der Jugendliche selbst hinzu, um seinem Vater zu helfen. Dabei wurde der 14-Jährige durch einen Messerstich tödlich verletzt.

Am Griff des Messers konnten zwar DNA-Spuren gesichert werden, die von dem Angeklagten stammen sollen. Allerdings fanden sich auch Spuren einer weiteren Person. Weil zudem die Täterbeschreibung, die der Vater des Jungen abgegeben hatte, nicht zu dem 53 Jahre alten Angeklagten passte, entschieden die Richter letztlich auf Freispruch.

http://www.rp-online.de/nrw/staedte/duisburg/duisburg-14-jaehriger-erstochen-hauptangeklagter-freigesprochen-aid-1.7393806


Das soll uns wohl sagen, dass die Sippen das untereinander geklärt haben…