Mühltal OT Nieder-Ramstadt (ots) – Am frühen Freitagabend (17.02.) kam es um 19.00 Uhr zu einer Messerstecherei in und vor einer Aufnahmeeinrichtung für unbegleitete männliche Flüchtlinge in der Ober-Ramstädter Straße in 64367 Mühltal, Ortsteil Nieder-Ramstadt. Nach ersten Erkenntnissen soll ein jugendlicher Flüchtling, welcher nicht in dieser Unterkunft wohnhaft sein soll, auf einen dort untergebrachten 16-jährigen mehrfach mit einem Messer eingestochen haben. Der Täter flüchtete im Anschluss in grobe Richtung Bahnhof. Es soll sich um einen ca. 170 cm großen jugendlichen Flüchtling handeln, welcher zur Tatzeit mit einer dunklen Jacke und hellen Jogginghose bekleidet war. Die Kriminalpolizei des Polizeipräsidiums Südhessen hat die Ermittlungen aufgenommen.

Weitere Presseauskünfte behält sich die Staatsanwaltschaft Darmstadt vor.

http://www.presseportal.de/blaulicht/pm/4969/3564056


31.1.2018

Zum Auftakt eines Prozesses gegen einen Asylbewerber wegen des Verdachts des versuchten Totschlags hat der mutmaßliche Täter vor dem Landgerichts Darmstadt einen Messerangriff auf einen Mitbewohner gestanden.

Über seine Anwältin ließ der nach eigenen Angaben 18-jährige Mann mitteilen, dass am 17. Februar 2017 in einer Asylbewerberunterkunft für unbegleitete Jugendliche in Mühltal „eine Rangelei völlig außer Kontrolle geraten“ sei. Die Staatsanwaltschaft Darmstadt wirft dem Angeklagten vor, während des Streits plötzlich ein Messer gezogen und neun- bis zehnmal auf den Oberkörper des Mitbewohners, der ihn zuvor des Diebstahls bezichtigt hatte, eingestochen zu haben.

Zudem soll er mehrfach auf seinen am Boden liegenden Kontrahenten eingeschlagen haben, bevor Zeugen ihn wegzogen. Der Mitbewohner erlitt lebensbedrohliche Verletzungen und musste notoperiert werden. Die Staatsanwaltschaft ist davon überzeugt, dass das heute 17-jährige Opfer ohne die intensivmedizinische Betreuung gestorben wäre.

Zum Prozessauftakt ließ der Angeklagte über seine Anwältin mitteilen, er wisse nicht mehr, wie es zu der Tat gekommen sei. Mit dem Mitbewohner sei er befreundet gewesen. Die Tat tue ihm „sehr sehr leid“, er wolle sich bei dem Mitbewohner entschuldigen und sei um dessen Gesundheitszustand besorgt. Weitere Angaben zur Tat machte der Angeklagte zunächst nicht. Einem psychiatrischen Gutachter, der ihn im Gefängnis befragte, hatte er ein mögliches Tatmotiv genannt: Der Angeklagte habe geglaubt, sein Mitbewohner habe ihn im Schlaf vergewaltigt, berichtete der Gutachter. Allerdings gebe es dafür keine Anhaltspunkte.

Der 17-Jährige erzählte als Opfer des Messerangriffs, er kenne den Angeklagten nur flüchtig aus Groß-Umstadt kenne, wo er einen Monat lang zusammen mit ihm in einer Unterkunft gewohnt habe. Bei der Polizei hatte er zudem vermutet, dass der Angeklagte nicht ganz richtig im Kopf sei.

Da Zweifel am Alter des Angeklagten aufgekommen waren, wurde er im Institut für Rechtsmedizin der Frankfurter Universität untersucht. Diesem Gutachten zufolge ist der mutmaßliche Täter inzwischen mindestens 19 Jahre alt – zum Zeitpunkt der Gewalttat vor knapp einem Jahr war er demnach bereits volljährig.

http://www.fr.de/rhein-main/kriminalitaet/muehltal-messerangriff-in-fluechtlingsheim-a-1437427