26-jähriger Asylbewerber vor dem Amtsgericht zu einem Jahr und sieben Monaten Freiheitsstrafe für Autoaufbrüche verurteilt.

RHEINFELDEN. Innerhalb von fünf Wochen hat ein heute 26 Jahre alter Mann Anfang des Jahres 2015 in Rheinfelden elf Autos aufgebrochen und sechs Mal in einem Sportgeschäft Turnschuhe gestohlen. Jetzt wurde er am Amtsgericht Lörrach zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und sieben Monaten ohne Bewährung verurteilt.

Zwischen dem 16. und dem 26. Februar hat er elf Autos aufgebrochen, indem er jeweils ein Seitenfenster mit einem harten Gegenstand eingeworfen hat. Aus den Autos stahl er Zigaretten, Rucksäcke und Taschen, Sportkleidung und in zwei Fällen auch Geldbeutel. Der Wert des Diebesgutes schwankte zwischen 50 und 250 Euro, meist war der Schaden am Auto höher. In einem Fall war der Angeklagte von der Eigentümerin des aufgebrochenen Autos überrascht worden. Zunächst stellte er sich im Auto schlafend, als sie ihn ansprach, rannte er davon. Doch die Polizei spürte ihn kurze Zeit später auf. Das hielt den Angeklagten aber nicht davon ab, weitere Autos aufzubrechen. Nachdem er aber bei diesem Vorfall erkennungsdienstlich behandelt worden war, konnte man ihm aufgrund von DNA-Spuren eine Reihe weiterer Aufbrüche zuordnen. In zwei Fällen ist es bei einem versuchten Diebstahl geblieben, einmal, weil der Angeklagte überrascht wurde und flüchtete, einmal, weil er in dem Auto nichts gefunden hat. In allen Fällen kam aber noch eine Strafbarkeit wegen Sachbeschädigung hinzu.

„Es gab zu dieser Zeit eine Serie von Autoaufbrüchen in Rheinfelden, die irgendwann schlagartig aufgehört hat“, berichtete ein Polizeibeamter. Doch offenbar müssen noch weitere Täter am Werk gewesen sein, auch mit der gleichen Begehungsweise. Dem 26-Jährigen hatte die Staatsanwaltschaft noch ein paar Autoaufbrüche mehr vorgeworfen, aber nicht alle ließen sich ihm zweifelsfrei zuordnen, so dass einige Anklagepunkte eingestellt wurden. Der Angeklagte sagte: „Sicher habe ich manche Sachen getan, aber nicht alle. Genau kann ich mich nicht mehr erinnern, denn ich war betrunken.

Weiterhin hat er zwischen dem 20. und dem 23. März 2015 sechs Mal in einem Sportgeschäft in Karsau Turnschuhe gestohlen. Teilweise hat man sie in seiner Unterkunft wiedergefunden, teilweise war seine Tat von der Videokamera des Geschäfts aufgezeichnet worden. Auch diese Taten gab der Angeklagte zu.

Der Angeklagte kam 2006 als 16-Jähriger aus Tunesien nach Italien. Dort besuchte er zwei Jahre die Schule, dann arbeitete er als Saisonarbeiter in der Landwirtschaft. Als es 2014 dort nichts mehr für ihn zu tun gab, ging er nach Frankreich, um nach Arbeit zu suchen, was nicht gelang. Nach sechs Monaten reiste er in die Schweiz und beantragte Asyl. Weil er nach drei Monaten noch keinen Bescheid bekommen hatte und nicht arbeiten durfte, zog er nach Deutschland weiter und beantrage erneut Asyl.

Als Asylbewerber durfte er damals aber nicht arbeiten, außerdem geriet er in kriminelle Kreise und begann Alkohol zu trinken. Um das zu finanzieren, beging er die Straftaten. In Italien wurde er am 28. Mai 2016 festgenommen, als er ein Schiff besteigen wollte, um seine Mutter in Tunesien zu besuchen. Seitdem saß er zunächst in Italien, dann in Deutschland im Gefängnis. „Ich habe das gemacht, und ich bitte um Verzeihung. Im Gefängnis habe ich eingesehen, dass ich nichts mehr trinken darf, und werde das auch nicht mehr tun“, sagte er. Der Angeklagte war nicht vorbestraft.

Der Staatsanwalt forderte eine Gesamtfreiheitsstrafe von zwei Jahren ohne Bewährung, der Verteidiger eine zur Bewährung ausgesetzte Strafe von einem Jahr und sechs Monaten. Das Schöffengericht verhängte ein Jahr und sieben Monate Freiheitsstrafe ohne Bewährung. Als strafschärfend wertete das Gericht, dass der Angeklagte das Aufenthaltsrecht in Deutschland missbraucht und in kürzester Zeit massive Straftaten begangen hat, und dass er sich dadurch auch nicht abhalten ließ, obwohl er mehrfach von der Polizei kontrolliert wurde. Aus diesen Gründen gewährte das Gericht keine Strafaussetzung zur Bewährung.

http://www.badische-zeitung.de/rheinfelden/keine-bewaehrung-fuer-serienstraftaeter–132555349.html