Essen/Oberhausen (NRW) – Die Polizei in Essen hat einen islamistischen Gefährder festgenommen und zusammen mit der Ausländerbehörde Oberhausen in Abschiebehaft gebracht.

Nach exklusiven BILD-Informationen soll der Mann (28) aus Serbien einen Anschlag in Deutschland geplant haben!

Die Ermittler beobachteten den Mann schon länger. Bis vor wenigen Wochen saß er noch in Haft. Doch nach der Entlassung bestand sofort der dringende Verdacht, dass er Attentate planen könnte.

Er soll auch Kontakte zu einem Netzwerk von Islamisten haben. Möglicherweise wollte er nach dem Vorbild des Berliner Terroristen Anis Amri ebenfalls mit einem Laster in eine Menschengruppe rasen und viele Opfer töten.

Da die Ermittler des Staatsschutzes nicht ausschließen konnten, dass er seine Pläne zeitnah in die Tat umsetzt, wurde er zur Gefahrenabwehr an seiner Wohnung in Oberhausen festgenommen. Das kann die Polizei auch ohne Beteiligung der Staatsanwaltschaft. 

Die Ausländerbehörde Oberhausen beantragte daraufhin beim Amtsgericht einen Haftbefehl für die Abschiebehaft, der Richter stimmte dem zu.

Der Islamist kann allerdings Beschwerde gegen diesen Haftbefehl einreichen, denn er lebt schon mehrere Jahre in Deutschland, auch seine Familie mit mehreren Kindern wohnt hier. 

Warum das Innenministerium nicht versuchte, ihn nach dem viel diskutierten Paragraph 58a zur Abwehr einer terroristischen Bedrohung unverzüglich abzuschieben, erklärt ein Sprecher so: „Der Mann lebt illegal in Deutschland, er kann auch auf ganz normalem Wege abgeschoben werden. Wir müssen den Sonderfall dazu nicht benutzen.“

Warum das jetzt allerdings so schnell und einfach möglich sein soll, was vor dem Berliner Anschlag angeblich nicht ging, bleibt unklar. Offenbar haben die Sicherheitsbehörden endlich aus den Versäumnissen und Fehlern bei den Ermittlungen gegen Gefährder und den späteren Attentäter Anis Amri gelernt.

http://www.bild.de/news/inland/terrorismus/gefaehrder-in-abschiebehaft-49763852.bild.html