Am ersten Weihnachtsfeiertag feierten zahlreiche Zuwanderer in Monheim mit Böllern, lauter Musik und einem Hupkonzert. Mehrere Anwohner reagierten empört. Die Polizei rückte zweimal aus.

Weihnachten – ruhig und besinnlich? Das hätte sich auch Michael Kornmüller (Name geändert) aus Monheim gewünscht. Doch diesmal erlebte er nach eigenem Bekunden am ersten Feiertag das glatte Gegenteil: „Plötzlich, kurz nach 13 Uhr laute Böller, Raketen, Gesang aus Richtung Neue Heimat“. Gemeint ist das Berliner Viertel. „Dann neben lauter (nicht heimischer) Musik auch noch ein Hupkonzert vom Berliner Platz„, schildert Kornmüller die Szene vom 25. Dezember. „Überall gingen die Fenster auf, Menschen blieben stehen oder schauten verwundert in Richtung dieser unpassenden Klänge und Töne.“

Nach rund 20 Minuten mit Böllern, Schüssen und Musik habe sich ein Konvoi von zumeist großen Fahrzeugen vom Berliner Platz in Richtung Opladener Straße und dann in Richtung Innenstadt in Bewegung gesetzt. „Geschmückt mit türkischen Fähnchen, vorweg ein offener Sportwagen mit Stativkamera, dahinter ein Brautwagen und dahinter zwischen 25 und 30 Wagen, die mit ohrenbetäubendem Hupkonzert in die Innenstadt fuhren.“

Kornmüller ist nicht der einzige, der sich durch den Lärm in seiner Weihnachtsstimmung stark gestört fühlte. „Es gab mehrere Anrufe“, berichtete Polizeisprecherin Nicole Rehmann auf Anfrage unserer Redaktion. Die Anrufer hätten sich über Ruhestörung und das Abbrennen von Pyrotechnik im Bereich Berliner Platz und Plötzenseer Straße beschwert.

„Unsere Kollegen sind zweimal raus und haben mit den Veranstaltern der Hochzeitsfeier gesprochen.“ Einmal um 14.32 Uhr, das andere Mal um 15.14 Uhr. „Um 17.07 Uhr gab es keine Feststellung mehr.“ Die Polizeibeamten hätten die Feiernden „zur Ruhe ermahnt“ und auf den christlichen Feiertag hingewiesen. Zumindest beim ersten Mal habe sich der Gesprächspartner aufseiten der Hochzeitsgesellschaft auch einsichtig gezeigt.

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