verhaftungHamburg (ots)

Tatzeit: 	11.12.2016, 03:45 Uhr
Tatort: 	Hamburg-St.Pauli, Große Freiheit

Polizeibeamte haben heute am frühen Morgen in Hamburg-St. Pauli einen 34-jährigen Marokkaner nach einem Sexualdelikt an einer 24-jährigen Frau vorläufig festgenommen.

Die 24-Jährige befand sich zur Tatzeit mit Bekannten in einem Club in der Großen Freiheit, als sie von dem späteren Tatverdächtigen zunächst angetanzt wurde. Die 24-Jährige wies den Mann allerdings zurück. Später suchte sie die Toilette auf und wurde dabei von dem Tatverdächtigen verfolgt. Dort zog er die 24-Jährige in eine Toilettenkabine, verschloss die Tür und nahm gegen ihren Willen sexuelle Handlungen an ihr vor. Dem Opfer gelang es schließlich, aus der Toilettenkabine zu flüchten und ihre Bekannten zu informieren. Die alarmierten Polizeibeamten konnten den Tatverdächtigen wenig später noch in der Toilettenkabine antreffen und ihn vorläufig festnehmen. Der Mann wird nach Abschluss aller polizeilichen Maßnahmen dem Haftrichter zugeführt.

http://www.presseportal.de/blaulicht/pm/6337/3507939


Mehrere Zeitungen schreiben von Vergewaltigung:

24-Jährige in Bar vergewaltigt – Täter gefasst

https://www.welt.de/regionales/hamburg/article160194637/24-Jaehrige-in-Bar-vergewaltigt-Taeter-gefasst.html


24-Jährige vergewaltigt – Polizei umstellt Kiez-Bar

Bei dem 34-Jährigen handelt es sich offenbar um einen Asylbewerber, der im September 2015 nach Deutschland eingereist war.

https://www.abendblatt.de/hamburg/polizeimeldungen/article208947437/24-Jaehrige-vergewaltigt-Polizei-umstellt-Kiez-Bar.html


24-Jährige in Kiez-Bar vergewaltigt

Der Asylbewerber, der nach MOPO-Informationen seit Dezember 2015 in Deutschland ist, wurde dem Haftrichter vorgeführt. Der Tatverdächtige wurde erst vor drei Wochen aus der U-Haft entlassen. Vor der Vergewaltigung schnappte ihn die Polizei wegen Handy-Diebstahls

http://www.mopo.de/hamburg/polizei/grosse-freiheit-24-jaehrige-in-kiez-bar-vergewaltigt-25259868


Der 34-Jährige, der nach der Vergewaltigung einer 24-Jährigen am Sonntagmorgen auf St. Pauli festgenommen wurde, ist nach Informationen der „Welt“ ein bereits verurteilter Straftäter. Im Oktober dieses Jahres soll er von einem Amtsrichter zu neun Monaten auf Bewährung verurteilt worden sein, nachdem er zwei Diebstähle begangen hatte. Der Mann, der vor einem Jahr aus Marokko nach Deutschland gekommen war, soll bis zur Urteilsverkündung in Untersuchungshaft gesessen haben. Mit der Bewährungsstrafe kam er auf freien Fuß.

Angesichts seiner laufenden Bewährungsstrafe stellt sich die Frage, ob der 34-jährige Asylbewerber längst hätte abgeschoben werden müssen. Auch als Reaktion auf die massenhaften sexuellen Übergriffe auf Frauen in der Silvesternacht hatte sich die Bundesregierung Anfang dieses Jahres darauf verständigt, straffällig gewordene Ausländer schneller abzuschieben – egal, ob die Strafe bei einer Verurteilung zur Bewährung ausgesetzt wurde oder nicht. Das entsprechende Gesetz war Mitte März in Kraft getreten. Allerdings sollte diese Verschärfung des Asyl- und Abschieberechts nur für bestimmte Straftaten gelten, wie Straftaten gegen das Leben, gegen die sexuelle Selbstbestimmung oder bei Angriffen gegen Polizisten.

Allerdings könnten ausländische Straftäter auch schon dann ausgewiesen werden, wenn sie Diebstähle etwa in Serie oder unter Anwendung von Gewalt verübten. Der 34-Jährige soll nach Informationen der „Welt“ im Juli in einem Geschäft Schuhe und in einem Restaurant mindestens ein iPhone gestohlen haben. Eine Diebstahlserie beging er damit nicht. Die Frage ist also, ob sein Fall gar nicht unter die Abschiebeverschärfung fiel. Möglicherweise aber wurde bereits ein Abschiebeverfahren in Gang gebracht. Entsprechende Fragen konnte die Ausländerbehörde im Einwohnerzentralamt der Innenbehörde bislang nicht beantworten.

Die Polizei konnte den Tatverdächtigen wenig später noch in der Toilettenkabine vorläufig festnehmen.

https://www.welt.de/regionales/hamburg/article160214234/Ist-mutmasslicher-Vergewaltiger-bereits-verurteilt.html


Hamburg – Der Skandal um die Vergewaltigung auf der Großen Freiheit. In der Nacht zu Sonntag wurde eine 24-Jährige in einer Bar in St. Pauli missbraucht. Jetzt sitzt der Marokkaner Adil B. (34) deshalb in U-Haft. Dabei hätte er bereits im Mai abgeschoben werden müssen.

BILD fragte nach: Was lief da schief?

Erstmals räumt in Deutschland eine Behörde ein, bei der Abschiebung von Asylbewerbern zu kapitulieren!

Die Sprecherin des Landkreises Holzminden, Marie-Luise Niegel (54, SPD), redet Klartext. Dort hatte der Marokkaner 2015 seinen Asylantrag gestellt, der im April 2016 abgelehnt wurde.

In Niedersachsen habe das Innenministerium Ausländerbehörden angewiesen, abgelehnte Asylbewerber zunächst freiwillig ausreisen zu lassen.

Die Abschiebung sei nur mit gültigen Papieren möglich: „Um diese Passersatzpapiere von der marokkanischen Botschaft zu bekommen ist es unerlässlich, dass Herr B. in der Ausländerbehörde vorspricht, fünf Passfotos und seine Fingerabdrücke abgibt und einen Fragebogen zu Adresse und ähnlichem im Heimatland ausfüllt. Ein solches Verfahren dauert mit Beteiligung von Herrn B. gut fünf bis sechs Monate – ohne seine Beteiligung auch bis zu einem Jahr.“

Im Mai tauchte Adil B. ab, im Juli wurde er nach einem Einbruch in Hamburg festgenommen. Bis Oktober saß er in U-Haft. Dann wurde Adil B. zu neun Monaten Gefängnis verurteilt – auf Bewährung! Er spazierte aus dem Gericht, obwohl er sich offiziell nicht in Deutschland aufhalten darf.

Hamburg hatte vor dem Prozess die zuständige Behörde in Holzminden ersucht, Abschiebehaft zu beantragen.

Die Sprecherin: „Es ist angesichts einer Zahl von mehr als 4000 Fallbetreuungen im Verhältnis zum Stellenschlüssel von insgesamt 2,5 Vollzeitkräften zum fraglichen Zeitpunkt nicht möglich gewesen, dass eine Abholung und Überführung eines Abschiebehäftlings aus einer Haftanstalt in Hamburg in eine dafür geeignete Einrichtung nach Niedersachsen oder Nordrhein-Westfalen erfolgen konnte.“

Weiter: „Das Amtsgericht Holzminden verhängt beispielsweise nach umfangreichen Bemühungen unsererseits lediglich zwei Wochen Abschiebehaft. Diese reichen nicht aus, um alles Erforderliche zu erledigen.“

Im November tauchte Adil B. in einer Unterkunft in Holzminden auf.

Die Sprecherin: „Er wurde von den Betreuern aufgefordert, erneut zur Beratung in der Ausländerbehörde zwecks freiwilliger Ausreise vorzusprechen, dieser Verpflichtung kam er jedoch nicht nach.“ Er tauchte wieder ab.

Am Sonntag die Vergewaltigung in Hamburg. Reagiert die Behörde nun?

Die Sprecherin: „Solange er nicht rechtskräftig verurteilt ist, ist die erleichterte Abschiebung für Sexualstraftäter nicht durchführbar …“

http://www.bild.de/regional/hamburg/hamburg/behoerde-kapituliert-vor-abschiebung-49320632.bild.html


Hannover. Im Fall eines wegen Vergewaltigung verdächtigen Marokkaners in Hamburg gerät der Landkreis Holzminden unter Druck. Anscheinend hatte es im Fall des abgelehnten Asylbewerbers gleich mehrere Pannen gegeben.

Der Fall einer Vergewaltigung in einem Club im Hamburger Stadtteil St. Pauli bringt niedersächsische Behörden in Erklärungsnot. Denn der in der Nacht zu Sonntag verhaftete Verdächtige hätte längst nicht mehr in Deutschland sein dürfen.

Die Geschichte liest sich wie eine Kette von Pannen mit tragischem Ende: Der 34-jährige Marokkaner Adil B. sitzt in Untersuchungshaft, weil er eine 24-Jährige in einer Bar auf der Großen Freiheit zuerst aggressiv „angetanzt“ und später auf der Toilette vergewaltigt haben soll.

Dabei hat der Landkreis Holzminden in Südniedersachsen den Asylantrag des im Herbst 2015 eingereisten Mannes bereits am 1. April 2016 abgelehnt. Am 29. April erhält er eine „Grenzübertrittsbescheinigung“. Demnach soll B. spätestens bis zum 15.Mai freiwillig aus Deutschland ausreisen. Grundsätzlich zieht Niedersachsen die freiwillige Ausreise der Abschiebung vor.

Statt allerdings wie mit der Ausländerbehörde besprochen nach Marokko zurückzukehren, taucht B. ab. Ins Ausländerzentralregister wird er mit dem Vermerk „unbekannt verzogen“ eingetragen. Zur Fahndung ausgeschrieben wird der Mann nicht. Im Juli wird Ali B. bei einem Einbruch in Hamburg verhaftet. Er kommt in Untersuchungshaft, wird im Oktober zu neun Monaten auf Bewährung verurteilt – und kommt frei.

Während des Prozesses fordert Hamburg den Landkreis Holzminden per Mail auf, Abschiebehaft für B. zu beantragen. Das lehnt Holzminden allerdings aus Personalmangel ab. B. kann das Gericht ungestört verlassen. Im November taucht er wieder in Holzminden auf. Laut „Bild“-Zeitung fordern ihn die Betreuer zu einem Beratungsgespräch auf – dem kommt er aber nicht nach. Stattdessen nimmt die Polizei ihn am Sonntag nach der Tat im Club auf St. Pauli fest.

Der Landkreis Holzminden begründet die Pannen mit fehlendem Personal und den Fristen bei der Abschiebehaft. Bislang hätten sich 2,5 Vollzeitstellen um die Betreuung von 4000 Asylbewerbern kümmern müssen. Da sei die Abholung eines Abschiebehäftlings nicht möglich gewesen. Inzwischen hat der Kreis die Aufstockung auf 4,5 Vollzeitstellen angekündigt.

Sowieso sei die Abschiebehaft problematisch: Um den Mann aufzunehmen, besteht Marokko auf einem marokkanischen Pass. Seinen alten hat B. nicht mehr. Die Ausstellung des Papiers durch den Maghrebstaat dauert allerdings mitunter ein halbes Jahr oder sogar länger – gleichzeitig begrenzten deutsche Gerichte die Abschiebehaft oft auf wenige Wochen. Der Niedersächsischen Landkreistag wollte gegenüber der Nachrichtenagentur dpa zum Holzmindener Fall keine konkrete Stellung nahmen. Die Ausländerbehörden stünden allerdings wegen der Vielzahl der Verfahren „weiter stark unter Druck“, sagte Hauptgeschäftsführer Hubert Meyer. Abschiebungen ausreisepflichtiger Personen scheiterten jedoch in der Regel nicht am Personalmangel in den Ausländerbehörden. Ausschlaggebend seien vor allem rechtliche Hürden, sagte Hauptgeschäftsführer Hubert Meyer.

Innenminister Boris Pistorius (SPD) hatte am Donnerstag im Landtag Mühe, sich bei einer Unterrichtung des Parlaments seinen Ärger über die Pannen nicht anmerken zu lassen. Das gelang aber nicht ganz: Das Ministerium habe von dem Fall „erst aus der Presse erfahren, weil vorher keine Kontaktaufnahme durch den Landkreis mit uns erfolgt ist“, sagte der Minister. Über einige Punkte werde mit Holzminden „zu reden“ sein.

Gleichwohl sei B. bis zu seinem Untertauchen ein „ganz normaler Fall“ gewesen, betonte Pistorius. Eine Aussage, die der FDP-Abgeordnete Stefan Birkner „erschreckend“ findet. „Das darf nicht Normalität sein“, sagte Birkner. Der CDU-Parlamentarier Jens Nacke erklärte, dass der Minister es sich mit dem Verweis auf den Landkreis „ein klein bisschen zu einfach“ mache.

Wie es mit B. weitergeht, ist offen: Sollte er verurteilt werden, dürfte die Abschiebung einfacher werden. Bei Sexualstraftätern gibt es die Ersatzpässe oft schneller.

http://www.noz.de/deutschland-welt/niedersachsen/artikel/822126/ermoeglichten-behoerdenpannen-vergewaltigung


VERGEWALTIGER IN HAMBURG HÄTTE IM MAI 2016 AUSGEWIESEN WERDEN SOLLEN
Deutsche Behörde kapituliert
vor Abschiebung!
Hamburg – Der Skandal um die Vergewaltigung auf der Großen Freiheit. In der Nacht zu Sonntag wurde eine 24-Jährige in einer Bar in St. Pauli missbraucht. Jetzt sitzt der Marokkaner Adil B. (34) deshalb in U-Haft. Dabei hätte er bereits im Mai abgeschoben werden müssen.
Erstmals räumt in Deutschland eine Behörde ein, bei der Abschiebung von Asylbewerbern zu kapitulieren!
Die Sprecherin des Landkreises Holzminden, Marie-Luise Niegel (54, SPD), redet Klartext. Dort hatte der Marokkaner 2015 seinen Asylantrag gestellt, der im April 2016 abgelehnt wurde.
In Niedersachsen habe das Innenministerium Ausländerbehörden angewiesen, abgelehnte Asylbewerber zunächst freiwillig ausreisen zu lassen.
Die Abschiebung sei nur mit gültigen Papieren möglich: „Um diese Passersatzpapiere von der marokkanischen Botschaft zu bekommen ist es unerlässlich, dass Herr B. in der Ausländerbehörde vorspricht, fünf Passfotos und seine Fingerabdrücke abgibt und einen Fragebogen zu Adresse und ähnlichem im Heimatland ausfüllt. Ein solches Verfahren dauert mit Beteiligung von Herrn B. gut fünf bis sechs Monate – ohne seine Beteiligung auch bis zu einem Jahr.“
Im Mai tauchte Adil B. ab, im Juli wurde er nach einem Einbruch in Hamburg festgenommen. Bis Oktober saß er in U-Haft. Dann wurde Adil B. zu neun Monaten Gefängnis verurteilt – auf Bewährung! Er spazierte aus dem Gericht, obwohl er sich offiziell nicht in Deutschland aufhalten darf.
Hamburg hatte vor dem Prozess die zuständige Behörde in Holzminden ersucht, Abschiebehaft zu beantragen.
Die Sprecherin: „Es ist angesichts einer Zahl von mehr als 4000 Fallbetreuungen im Verhältnis zum Stellenschlüssel von insgesamt 2,5 Vollzeitkräften zum fraglichen Zeitpunkt nicht möglich gewesen, dass eine Abholung und Überführung eines Abschiebehäftlings aus einer Haftanstalt in Hamburg in eine dafür geeignete Einrichtung nach Niedersachsen oder Nordrhein-Westfalen erfolgen konnte.“
Weiter: „Das Amtsgericht Holzminden verhängt beispielsweise nach umfangreichen Bemühungen unsererseits lediglich zwei Wochen Abschiebehaft. Diese reichen nicht aus, um alles Erforderliche zu erledigen.“
Im November tauchte Adil B. in einer Unterkunft in Holzminden auf.
Die Sprecherin: „Er wurde von den Betreuern aufgefordert, erneut zur Beratung in der Ausländerbehörde zwecks freiwilliger Ausreise vorzusprechen, dieser Verpflichtung kam er jedoch nicht nach.“ Er tauchte wieder ab.
Am Sonntag die Vergewaltigung in Hamburg. Reagiert die Behörde nun?
Die Sprecherin: „Solange er nicht rechtskräftig verurteilt ist, ist die erleichterte Abschiebung für Sexualstraftäter nicht durchführbar …“

http://www.bild.de/regional/hamburg/hamburg/behoerde-kapituliert-vor-abschiebung-49320632.bild.html


13.05.17, 10:16 Uhr

Die 24-jährige Miriam K. feiert mit Freunden ausgelassen in einer Bar auf der Großen Freiheit. Als sie auf die Toilette geht, wird sie von einem Mann verfolgt, eingesperrt und vergewaltigt. Ab Montag steht der mutmaßliche Täter vor Gericht.

Die Tat ereignete sich am Morgen des 11. Dezembers. Miriam K. feierte mit Freundin in der „99 Cent“-Bar. Die Party neigte sich bereits dem Ende, als sie gegen 3.45 Uhr auf Toilette ging. Adil B. folgte der jungen Frau. Laut Polizei soll er sie bereits vorher angetanzt, sie ihn jedoch zurückgewiesen haben.

Auf der Toilette zieht er sie ihn eine Kabine und schließt diese von innen ab. Dann soll er sie vergewaltigt haben. Die Frau wehrt sich, kann schließlich flüchten. Sie berichtet ihren Freunden von dem Übergriff. Die alarmierte Polizei kann den mutmaßlichen Täter noch in der Toilettenkabine festnehmen. Seitdem sitzt er in Untersuchungshaft.

Weil Behörden versagten, kam Adil B. nach Hamburg
Der aus Mann ist für die Polizei kein Unbekannter. Adil B. war im Dezember 2015 nach Deutschland gekommen, beantragte in Niedersachsen Asyl. Als das abgelehnt wurde, erklärte er daraufhin, dass er Deutschland freiwillig verlassen wolle. Doch das tat er nicht. Stattdessen tauchte er unter. Weil die Behörden sich jedoch offenbar nicht weiter um seinen Fall kümmerten, kam er nach Hamburg.

Hier beging er mehrere Straftaten. Er klaute unter anderem ein Auto und fuhr damit gegen einen Baum.  Im Oktober 2016 wurde er zu einer Bewährungsstrafe von 9 Monaten verurteilt – und freigelassen. 

Vor der Vergewaltigung schnappte ihn die Polizei wegen Handy-Diebstahls. Erst drei Wochen vor der Tat wurde er aus der U-Haft entlassen. Ab Montag muss er sich vor dem Hamburger Landgericht wegen sexueller Nötigung verantworten.

http://www.mopo.de/hamburg/polizei/prozessbeginn-frau-in-kiez-bar-vergewaltigt—34-jaehriger-vor-gericht-26887742


15.05.17

Hamburg. Sie wollte mit gemeinsam mit einer Freundin ein paar fröhliche Stunden auf dem Kiez verbringen. Doch statt dessen wurde dieser Dezember-Abend für die junge Frau zu einem furchtbaren, schockierenden und demütigenden Erlebnis.

Die 24-Jährige wurde in einer Toilette der Bar „99 Cent“ auf der Großen Freiheit von einem Mann sexuell missbraucht, wie sie anschließend ihrer Freundin und dann der Polizei schilderte. Der Mann, der ihr diese Leiden zugefügt haben soll, wurde wenig später festgenommen. Nun sitzt der Verdächtige als Angeklagter im Prozess vor dem Landgericht. Die Staatsanwaltschaft wirft dem 34-Jährigen Vergewaltigung vor.

Laut Ermittlungen folgte Adil B. der 24-Jährigen am 11. Dezember vergangenen Jahres gegen 3.40 Uhr in der gut besuchten Bar auf die Toilette und schloss die Kabine hinter ihnen zu, so dass der Frau keine Fluchtmöglichkeit blieb. Obwohl sie entschieden deutlich gemacht habe, dass sie nichts von ihm wissen will, soll er sie gegen ihren Willen geküsst und sie dann auf verschiedenste Art sexuell missbraucht haben. Dann erst gelang es ihr, die Toilettentür zu entriegeln und ihrem Peiniger zu entkommen.

Laut Ermittlungen hatte der Angeklagte zur Tatzeit etwa 2,1 Promille, und auch die junge Frau soll mit rund 1,4 Promille deutlich alkoholisiert gewesen sein. Der Angeklagte ist ein gebürtiger Marokkaner, der im September 2015 als Flüchtling nach Deutschland gekommen ist und hier Asyl beantragt hat.

Während Fotografen zum Prozessauftakt Bilder von ihm machen, schützt der Mann sein Gesicht mit der Kapuze seines Pullis vor den Kameras. Danach sitzt er ruhig da und nennt dem Gericht seine Personalien. Zu den Vorwürfen macht der 34-Jährige keine Angaben. Die Frau, die er vergewaltigt haben soll, wird unter Ausschluss der Öffentlichkeit als Zeugin gehört.

Ihr Anwalt hatte einen entsprechenden Antrag gestellt, um so die Persönlichkeitsrechte des Opfers zu schützen. Aber auch so, ohne dass Publikum hinten im Saal sitzt, wird ihr Auftritt im Prozess für die 24-Jährige offensichtlich ein schwerer Gang. Die junge Frau wirkt sehr aufgewühlt, sie ist in Begleitung einer Freundin sowie einer weiteren Frau gekommen. Die Freundin nimmt sie noch einmal in den Arm, bevor sie an der Hand der anderen Begleiterin den Saal betritt.

In jener Dezembernacht von Sonnabend auf Sonntag war in der „99 Cent“ Bar viel los. Der Mann, der der 24-Jährigen auf die Toilette gefolgt sein soll, hat offenbar schon vorher versucht, mit ihr anzubändeln. Er soll die junge Frau immer wieder „angetanzt“ haben, sie habe ihn aber deutlich abgewiesen, hieß es. Als sie in Richtung der Toilette ging, sei er ihr unbemerkt hinterher gelaufen und habe sich dann an ihr vergangen.

Nach dem Übergriff vertraute sich das Opfer sofort ihrer Freundin an, die sich an Mitarbeiter der Lokalität wandte. Diese alarmierten die Polizei, die die Örtlichkeit abriegelte und den Verdächtigen noch in der Bar festnahm. Adil B. sitzt seitdem in Untersuchungshaft. Für den Prozess sind bislang acht Verhandlungstage terminiert.

http://www.abendblatt.de/hamburg/article210582637/Vergewaltigung-in-99-Cent-Bar-Angeklagter-schweigt.html


22.06.17, 16:29 Uhr

Freispruch für Adil B. (34), der am 11. Dezember 2016 auf der Toilette der „99-Cent-Bar“ eine 24-Jährige vergewaltigt haben soll: Das Landgericht sah es nicht als erwiesen an, dass die alkoholisierte junge Frau ihren „entgegengestellten Willen“ zum Sex „ausreichend erkennbar“ artikuliert hatte.  Die mit zwei Richterinnen und zwei Schöffinnen besetzte Kammer kam zu dem Schluss, dass der Angeklagte von einvernehmlichem Geschlechtsverkehr ausgehen konnte.

Die junge Frau hatte nach Angaben ihrer Freundin zuvor mit dem Marokkaner in der Bar „rumgeknutscht“. Eine Zeugin, die beide in der Toilettenkabine verschwinden sah, sagte dem Gericht: „Ich hatte den Eindruck, das Pärchen konnte nicht voneinander lassen. Ich sah keinen Anlass, Hilfe zu holen.“

Die junge Frau selbst hatte unter Ausschluss der Öffentlichkeit ausgesagt. Laut Gericht habe sie erst „realisiert, was gerade geschehen war“, als der Mann nach dem Geschlechtsverkehr in der Kabine Oralverkehr verlangte: „In diesem Moment empfand sie Widerwillen und sagte deutlich, sie wolle das nicht.“ Die junge Frau sprach von „einer Art Erleuchtung“, rannte aus dem Toilettenraum und brach in den Armen ihrer Freundin zusammen.

Ob sie auch zuvor schon „Nein“ gesagt hatte, das blieb bei ihrer Aussage unklar. „Vielleicht war es auch der Wunschgedanke, so gehandelt zu haben“, so die Vorsitzende Richterin, „aber es reicht nicht für unsere Überzeugung, dass ein für den Angeklagten erkennbares Nein gefallen ist.“

Dass sie zu betrunken für Widerstand war, glaubt die Kammer trotz der festgestellten 1,4 Promille nicht. Die kurz nach der Tat eingetroffenen Polizisten hatten keine Ausfallerscheinungen bemerkt: „Sie war klar und orientiert in ihren Schilderungen.“

Der Marokkaner nahm den Freispruch regungslos auf. Er bekommt Haftentschädigung für die U-Haft. Seine Abschiebung wurde bereits vor dem Vorfall in der Kiez-Bar beschlossen.

Anders als das Gericht sieht die Staatsanwaltschaft die Vergewaltigung als erwiesen an und hat zwei Jahre Haft ohne Bewährung gefordert. Die Ankläger prüfen nun, ob sie den Freispruch anfechten.

http://www.mopo.de/hamburg/frau-in–99-cent-bar–vergewaltigt–gericht-spricht-angeklagten-frei-27843406


24.06.17, 14:16 Uhr

Adil B., der vom Vorwurf der Vergewaltigung in der 99-Cent-Bar freigesprochen wurde, ist direkt nach dem Freispruch in Abschiebehaft gekommen.

Die Hamburger Ausländerbehörde hat in dem Fall Amtshilfe geleistet für die zuständige Behörde in Holzminden. Wann der lange bestehende Abschiebebescheid gegen den Marokkaner vollstreckt wird, ist noch nicht klar.

Derzeit prüft die Hamburger Staatsanwaltschaft, ob sie den Freispruch anfechten wird. Die Ankläger hatten für Adil B. eine zweijährige Haftstrafe gefordert. Sollte es zu einem Revisionsverfahren kommen, könnte das die Abschiebung verzögern. 

http://www.mopo.de/hamburg/-99-cent-bar–nach-freispruch–adil-b–sitzt-in-abschiebehaft-27853368


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