Weissenfels –

Bis zu 30 Personen sollen an einer Auseinandersetzung am Samstagabend in Weißenfels beteiligt gewesen sein. Die hatte am Markt begonnen und endete nach Einschreiten der Polizei im Bereich Große Kalandstraße und An der Pforte. Was genau aber an dem Abend passiert ist, das ist bislang nicht vollständig geklärt. Daher konnte auch die Polizei am Sonntagabend noch kein klares Bild von der Situation geben. Pressesprecherin Ulrike Diener von der Polizeidirektion in Halle bestätigte auf MZ-Nachfrage lediglich, dass alles gegen 21.15 Uhr passiert ist und das wohl eine Person nach einer Messerattacke eine Schnittverletzung hatte. Wie schwerwiegend die ist, konnte nicht gesagt werden. Auch nicht, ob es weitere Verletzte gegeben hat.

Allerdings hat es einige unbeteiligte Augenzeugen gegeben, mit denen die MZ sprechen konnte. Ein Augenzeuge der Auseinandersetzung berichtete, dass es kurz nach 21 Uhr auf dem Weihnachtsmarkt zu einem Streit gekommen ist. Darin sollen sowohl deutsche als ausländische Personen verwickelt gewesen sein. Aus welchem Grund der Streit ausgebrochen ist, hatte der Betreffende allerdings nicht mitbekommen. Möglicherweise hat das Verhalten gegenüber Frauen eine Rolle gespielt. Eine entsprechende Andeutung gab es auch seitens der Polizei. Ob es aber tatsächlich zu einem Übergriff mit sexuellem Hintergrund gekommen ist, konnte die Polizei bislang nicht bestätigen.

Ein Sicherheitsdienst ist dann in der Nähe der Eislaufbahn eingeschritten und konnte mit seinen sechs Mitarbeitern die Situation erst einmal auf dem Markt klären und kurzzeitig beenden. Allerdings war die Angelegenheit damit nicht wirklich ausgestanden. Die streitenden Parteien verzogen sich jedoch erst einmal in Richtung Busbahnhof.

Dort ist dann der Streit laut einem anderen Augenzeugen, mit dem die MZ sprechen konnte, eskaliert. Mehrere Beteiligte sollen Messer in der Hand gehabt haben. Wie viele, das konnte der Zeuge, der die Situation aus einiger Entfernung sehen konnte , aber nicht sagen. Mittendrin hab es noch eine laute Explosion verbunden mit einem Lichtblitz gegeben. Vermutlich hatte jemand einen Böller in der Menschenansammlung gezündet, schilderte der Augenzeuge im Gespräch mit der MZ. Die Polizei sei schließlich mit zwei Kleinbussen angerollt. „Daraufhin haben sich die Beteiligten in Nebenstraße zurückgezogen“, sagte der Mann. Allerdings habe die Polizei auch Personen aus der Gruppe stellen können.

Laut Polizeisprecherin Diener wird in dem Fall weiter ermittelt. Wie schnell aber Ergebnisse vorliegen, ist noch unklar.

http://www.mz-web.de/weissenfels/messerattacke-polizei-beendet-eskalierten-streit-am-markt-25261652


Weißenfels –

Zu der Auseinandersetzung zwischen Deutschen und Ausländern am Sonnabend auf dem Markt in Weißenfels dauern die Ermittlungen der Polizei noch an. Allerdings konnte Dirk Seyffahrt, Pressesprecher des Polizeireviers Burgenlandkreis, aus Polizeisicht weite Teile der Darstellung bestätigen, die die MZ am Sonntag von Augenzeugen geschildert bekommen hatte. Wie Seyffahrt sagte, sei die Personengruppe, die in den Fall verwickelt war, aber deutlich kleiner gewesen, als bislang bekannt.

„Nach unseren Erkenntnissen war gegen 21.15 Uhr eine Gruppe von neun Personen gemeinsam auf dem Weihnachtsmarkt“, sagte der Sprecher. Darunter seien größtenteils junge Mädchen im Alter zwischen 14 und 18 Jahre gewesen. Drei Ausländer seien dann hinzugekommen und hätten unvermittelt einen Streit vom Zaun gebrochen. Erst am Sonntag sei jener junge Mann, ein 18-Jähriger, der später mit einem Messerstich verletzt wurde, noch einmal zur Polizei gekommen.

„Er hat dann angezeigt, dass einer der Ausländer eins der Mädchen aus der Gruppe unsittlich berührt habe“, sagte Seyffahrt. Das sei am Samstagabend so nicht gesagt worden. Allerdings habe dieser Vorwurf bislang noch nicht erhärtet werden können. Denn weitere Aussagen dazu gebe es nicht. „Zwei Zeugen – Mitglieder der angegriffenen Gruppe – haben das zum Beispiel nicht bestätigt“, sagte der Sprecher. Die Polizei hat aber noch nicht alle Beteiligten hören können. So bleibt vorerst der Grund für den Streit noch ungeklärt.

Nach dem Einschreiten von Mitarbeitern einer Sicherheitsfirma auf dem Markt hatte sich die Auseinandersetzung laut Polizei schließlich in die Große Kalandstraße verlagert. Auf dem Spielplatz an der Ecke zur Fischgasse ist es dann offenbar zu einer Messerattacke gekommen. Der schon genannte 18-Jährige bekam einen Messerstich in die Hand und wurde später ambulant versorgt.

Als die Polizei mit fünf Beamten und zwei Streifenwagen in der Großen Kalandstraße ankam, habe man sofort eine Suche in der Umgebung vorgenommen. Dabei habe man einen ebenfalls 18 Jahre alten Mann gestellt, der als Täter in Frage kommen könnte, sagte Seyffahrt. Bei ihm handelt es sich nach bisherigen Erkenntnissen um einen Asylbewerber aus Eritrea. Wer die beiden anderen Ausländer waren, ist noch nicht klar.

http://www.mz-web.de/weissenfels/nach-messerattacke-in-weissenfels-polizei-fasst-den-mutmasslichen-taeter-25270280