28. November 2016 – 18:06 Uhr

Göppingen – Am Montagmittag betrat ein 35-jähriger Mann den Kundenraum eines Göppinger Geldinstituts, schrie herum und schlug unvermittelt auf einen Kunden ein. Dieser 78-jährige Mann ging dabei zu Boden und musste schließlich mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus gebracht werden. Zeugen des Vorfalls hatten den Rentner vor weiteren Schlägen und Tritten des Angreifers bewahrt. Als der rabiate Angreifer flüchtete, hielten ihn beherzte Passanten vor dem Gebäude fest und übergaben den Mann anschließend der inzwischen alarmierten Polizei. Bei der Vernehmung machte der 35-Jährige einen verwirrten Eindruck. Die Polizei prüft deshalb, ob er einem Arzt zur Untersuchung vorgestellt werden soll. Den Mann erwartet eine Strafanzeige.

http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.goeppingen-in-der-kundenhalle-niedergeschlagen.5eb17ea4-4fda-4052-a127-ee6881d304f0.html


16.06.2017

Ein abgelehnter Asylbewerber aus Algerien stand im Mai vor der zweiten großen Strafkammer des UImer Landgerichts. Der 35-Jährige, der zum Tatzeitpunkt in einer Göppinger Flüchtlingsunterkunft gelebt hatte und dessen Duldung bereits abgelaufen war, griff im November in einem Kundencenter einer Göppinger Bank einen 78-jährigen Mann an. Nach einem Tritt gegen die Schienbeine fiel der Rentner zu Boden, schlug mit dem Kopf auf und verletzte sich lebensgefährlich. Zuvor hatte der Angreifer lautstark auf sich aufmerksam gemacht. Dabei hatte er auch mehrmals „Allahu Akbar“ ­­– „Gott ist groß“ gerufen. Nach dem Vorfall wurde er noch vor der Filiale festgenommen.

Das Opfer erlitt bei seinem Sturz Blutungen im Kopf, ein schweres Schädelhirntrauma, einen Schädelbasisbruch und eine Kopfplatzwunde. Drei Operationen waren notwendig, sagten die geladenen Ärzte beim Prozessauftakt im Mai. Wegen seines gesundheitlichen Zustands war der Rentner selbst nicht in der Lage, als Zeuge vor Gericht zu erscheinen. Stattdessen erzählte sein Sohn, der ursprünglich nur im Publikum saß, von der Verfassung seines Vaters. Dieser war bis Anfang Mai durchgängig im Krankenhaus oder in Reha. Inzwischen wird er Zuhause von seiner Familie und Pflegediensten versorgt.

Während der polizeilichen Vernehmung und vor Gericht sagte der Angeklagte, dass er krank gewesen sei und öfter Stimmen gehört habe. Eine habe ihm gesagt, er solle den Juden schlagen. Wieso der Rentner ein Jude gewesen sein soll, konnte der Algerier aber nicht beantworten.

Der Sachverständige Dr. Heiner Missenhardt ging beim Prozess von einer paranoiden Schizophrenie aus. Diese könne durch den Drogenkonsum des 35-Jährigen  begünstigt worden sein. Er rauchte seit seiner Jugend immer wieder Cannabis.

Aufgrund seiner Krankheit muss der Algerier nicht ins Gefängnis. Das Gericht entschied sich für eine Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus. Wie lange er dort therapiert werde, sei noch „unbegrenzt“, meinte Wolfgang Tresenreiter, Pressereferent der Strafabteilung und Vorsitzender Richter am Landgericht. Es werde alle zwei Jahre überprüft, „ob er weiterhin für die Allgemeinheit gefährlich ist oder ob der Zustand, der zur Tat geführt hat, fortbesteht.“ Nach der Therapie entscheide die Ausländerbehörde, ob der abgelehnte Asylbewerber abgeschoben wird.

http://www.swp.de/goeppingen/lokales/goeppingen/algerier-muss-nach-angriff-auf-goeppinger-in-die-psychiatrie-15248256.html

Advertisements