Es ist ein Verbrechen von unglaublicher Brutalität!

Im niedersächsischen Hameln wurde eine Frau (28) am Sonntagabend Opfer eines unfassbaren Mordversuchs: Ein Mann (38) legte ihr ein Seil um den Hals, befestigte den Strick an der Anhängerkuppel seines Wagens – und fuhr los!

Das Opfer wurde offenbar durch mehrere Straßen der Hamelner Innenstadt hinter dem Auto hergezogen und lebensgefährlich verletzt.

Anwohner sollen angegeben haben, dass der Täter den Wagen während der Horror-Fahrt stark beschleunigte.

Wie weit der Täter genau mit dem Pkw fuhr, ist noch unklar. Er schleifte die Frau durch die Königsstraße, Prinzenstraße und die Kaiserstraße.

Bei Täter und Opfer soll es sich um Deutsch-Türken mit kurdischen Wurzeln handeln. Die beiden hatten offenbar in der Vergangenheit eine Beziehung. Welcher Art, ist noch unklar.

Unklar ist, ob sich die junge Frau selbst befreien konnte oder ob sich der Strick nach der Amok-Fahrt durch die drei Straßen von ihrem Hals löste.

Ein Rettungshubschrauber brachte sie in eine Spezialklinik. Die Frau soll bisher noch nicht in der Lage sein, sich zu der Tat zu äußern. Sie musste notoperiert werden, es besteht akute Lebensgefahr.

Der brutale Täter stellte sich nahezu zeitgleich auf einer Polizeiwache und ließ sich festnehmen.

http://www.bild.de/regional/hannover/mordversuch/taeter-soll-stark-beschleunigt-haben-48854186.bild.html

Nach dem brutalen Verbrechen an einer 28-Jährigen im niedersächsischen Hameln, die hinter einem Auto hergeschleift wurde, hat sich der Zustand der Frau weiter gebessert. Sie könne sprechen, erkenne Verwandte und habe wohl trotz erheblicher Schädelverletzungen keine neurologischen Ausfälle, sagte der Anwalt der 28-Jährigen, Roman von Alvensleben, am Donnerstag.

Aus Sicht der Ärzte grenze der Genesungsverlauf jedenfalls an „ein Wunder“. Die „Deister- und Weserzeitung“ hatte unter Berufung auf Angehörige berichtet, der jungen Frau gehe es zwar noch nicht gut, sie sei aber auf dem Weg der Besserung.

Der Ex-Lebensgefährte der Frau steht im Verdacht, sie am 20. November im Streit um den gemeinsamen Sohn zunächst mit Messerstichen verletzt zu haben. Dann soll der 38-Jährige sie mit einem Seil ans Auto gebunden und 250 Meter weit bei hohem Tempo über die Straße geschleift haben. Das zweijährige Kind saß während der Fahrt im Auto.

Der Mann befindet sich wegen des Verdachts auf versuchten Mord in Untersuchungshaft. Das genaue Motiv für die Gewalttat ist weiter unklar. Der Verdächtige schweige nach wie vor, sagte Polizeisprecher Jens Petersen. Mit dem Opfer hätten die Ermittler noch nicht sprechen können.

https://www.welt.de/vermischtes/article160104389/Hinter-Auto-hergeschleifte-Frau-wie-durch-Wunder-ansprechbar.html


29.11.2016

1998 entschied der Landtag: Familie B. muss zurück in die Türkei – sie sind aber geblieben. Nur Nurettin B., der vor wenigen Tagen seine Ex-Frau an einem Seil durch die Stadt geschleift hat und derzeit wegen versuchten Mordes auf seinen Prozess wartet, hatte als einziges Familienmitglied eine gültige Aufenthaltsbefugnis.

https://www.dewezet.de/hintergrund/hintergrund-seite_artikel,-der-lange-kampf-einer-kurdischen-grossfamilie-_arid,2330014.html


Freitag, 19.05.2017, 15:49

Es sind genau 208 Meter von der Königsstraße 8 bis zum Imbiss „Goldhähnchengrill“ in Hameln. Diese Strecke, über Asphalt und Kopfsteinpflaster, rast am frühen Abend des 20. November 2016 ein VW-Passat mit hoher Geschwindigkeit.

Am Steuer sitzt wohl Nurettin B., auf dem Rücksitz sein zweijähriger Sohn Cudi. An der Anhänger-Kupplung ist ein Seil befestigt, daran hängt Kader K., die Ex-Frau des Fahrers und Mutter von Cudi. Schreiend, schwer verletzt. Vor dem Restaurant löst sich das Seil zufällig. Die bewusstlose Kader K. wird notoperiert, liegt wochenlang im Koma. Die 28-Jährige überlebt. Ab Montag steht ihr Ex-Mann wegen versuchten Mordes vor dem Landgericht Hannover.

Für den Anwalt von Kader K. ist es ein „absolutes Wunder“, dass seine Mandantin überhaupt noch lebt. Der erfahrene Strafrechtler Roman von Alvensleben sagt: „Ich habe kaum einen Fall erlebt, wo die Absicht zu töten, so deutlich zu erkennen ist.“

Tatsächlich lässt sich aus der Anklage der Staatsanwaltschaft Hannover, die FOCUS Online vorlegt, zweierlei erkennen: Zum einen, wie sich der Konflikt zwischen Nurettin B. und Kader K. über viele Monate hinweg zuspitzte und dann in der Horror-Tat einen blutigen Höhepunkt fand. Zum anderen, mit welcher menschenverachtenden Brutalität der mutmaßliche Täter Nurettin B. vorgegangen ist.

Nurettin B. und Kader K. haben beide kurdische Wurzeln. Sie heirateten nach islamischen Recht im März 2013, im Januar 2014 kam ihr Sohn zur Welt. Schon im Mai 2015 trennten sie sich. Vor und nach der Trennung soll der heute 39-Jährige, der die deutsche Staatsbürgerschaft besitzt, die Frau immer wieder geschlagen und wüst beschimpft haben. Die Verfahren wurden aber alle eingestellt. Ein ständiger Streitpunkt zwischen den beiden: Geld.

Nurettin B. kam seinen Unterhaltsverpflichtungen offenbar nicht nach, ihm drohte die Zwangsvollstreckung und seine Ex-Frau betrieb eine Lohnpfändung. Am 22. Oktober 2016 soll Nurettin B. seiner Ex-Frau gedroht haben, dass einer der beiden bald nicht mehr leben werde. Sie zeigte ihn an, die Polizei warnte ihn im Rahmen einer sogenannten Gefährderansprache. Nurettin B. versprach Besserung. Ganz offensichtlich eine Lüge.

Denn am Abend des 20. November eskalierte der Streit. Laut Anklage spielte sich um 18 Uhr vor der Königstraße 8 folgendes ab: Zunächst geraten Nurettin B. und Kader K. wegen der Unterhaltsforderungen aneinander. Nurettin B. beleidigt seine Ex-Frau. Dann prügelt er auf sie ein. Er holt ein Messer hervor und sticht auf die am Boden liegende Kader K. ein.

Er trifft ihren Bauch, ihren Herzbeutel. Doch Nurettin B. reicht dies nicht. Aus seinem Auto schnappt er sich eine Axt und schlägt mit der stumpfen Seite auf Kopf und Oberkörper seines Opfers ein. Er hat immer noch nicht genug. Er greift sich ein ebenfalls im Auto bereitliegendes Seil, bindet es um den Hals von Kader K. und befestigt die andere Seite an der Anhängerkupplung. Mit Cudi auf der Rückbank rast er mit Vollgas los. In einer Kurve löst sich das Seil, Kader K. wird vor den „Goldhähnchengrill“ geschleudert.

Ihr mutmaßlicher Peiniger fährt derweil zu einer Polizeiwache in Hameln. Den verdutzten Beamten verkündet er ohne weitere Erklärungen: „Ich war‘s, ich war‘s.“ Erst als sie von der Fahndung aus dem Polizeifunk hören, nehmen sie ihn fest.

Kader K. wird in ein künstliches Koma versetzt, sie muss monatelang im Krankenhaus bleiben. Erst Mitte März wurde sie aus dem Krankenhaus entlassen, sagt ihr Anwalt. Sie kann wieder laufen, doch vor seiner Mandantin stehen viele Herausforderungen. Noch immer leidet sie unter den körperlichen Folgen der Tat, hat Schmerzen. Inwieweit sie bleibende Schäden, vor allem des Kopfes, davontragen wird, ist unklar. Sie will eine Traumatherapie machen, um die Tat seelisch zu verarbeiten. Auch ihr Sohn braucht psychologische Hilfe, er hat das Grauen trotz seines Alters mitbekommen, sagt Anwalt von Alvensleben. „Er wacht in der Nacht auf und ruft ‚Mama, aua‘.“

Eine große Herausforderung für Kader K. ist der nun beginnende Prozess. Den Namen ihres Ex-Mannes nimmt sie nicht mehr in den Mund, er ist für sie nur noch „der Täter“, sagt von Alvensleben. Sie will vor Gericht aussagen, auch wenn sie sich kaum an den Abend erinnert.  „Sie will, dass die Tat mit der Härte des Gesetzes gesühnt wird.“

An der Täterschaft von Nurettin B.  gibt es wenig Zweifel.  Schwierig für das Gericht dürfte aber die Suche nach einer angemessenen Strafe sein. Theoretisch kann ein versuchter Mord milder bestraft werden als ein vollendeter Mord. Etwa, wenn der Täter zum Zeitpunkt der Tat nur vermindert schuldfähig war. Die Verteidigung dürfte entsprechend versuchen, die Tat als Affekttat darzustellen.

Der Anwalt von Nurettin B., Matthias Waldraff, sagte dem NDR vor einigen Wochen: „Es ist ein grauenvolles, extremes Geschehen, das aber nicht zum Vorfallszeitpunkt einen eiskalt planenden und abwägenden, nüchtern vorgehenden Täter hat, sondern jemanden, dessen Seelenleben, dessen Zustand völlig zerstört war.“ Nurettin B. habe unter einer „extremen seelischen Angespanntheit“ gelitten. Die Tat sei das Ergebnis einer sehr komplexen längeren Entwicklung gewesen, an dessen Ende Hilflosigkeit in Hass umgeschlagen sei.

Es spricht aber vieles dafür, dass er die Tat geplant hat, was sich strafverschärfend auswirken dürfte. Nicht nur, dass Nurettin B. das Messer, die Axt und das Seil mit sich führte. In seinem Auto wurde auch ein Zettel gefunden, auf dem er sich offenbar seinen Frust über die Unterhaltsforderungen von der Seele schrieb und die Tat anzukündigen scheint. Unter anderem heißt es dort, er wolle in Frieden leben. „Game over“. Kader Ks. Anwalt sieht deshalb wenig Anlass, die Höchststrafe – lebenslange Haft – zu mindern. „Für meine Mandantin ist er ihr Mörder.“

http://www.focus.de/panorama/welt/prozessbeginn-in-hannover-bluttat-von-hameln-ex-frau-mit-auto-ueber-asphalt-geschleift_id_7155624.html


Der Täter stammt aus einem illegal in Deutschland aufhältigen, kriminellen arabischen M-Kurden-Clan:

https://crimekalender.wordpress.com/2015/01/14/hameln-6-mitglieder-eines-libanesen-clans-verletzen-30-polizisten-sanitaeter-und-krankenpfleger-bewaehrung/

https://www.dewezet.de/hintergrund/hintergrund-seite_artikel,-der-lange-kampf-einer-kurdischen-grossfamilie-_arid,2330014.html


22.5.2017 18:45 Uhr

Im November 2016 eskalierte in Hameln ein Beziehungsstreit. Der Angeklagte hat seine Partnerin u. a. mit einer Axt schwer verletzt und anschließend mit einem Strick an seinem Auto mitgeschleift.

Weil sie Unterhalt forderte, fesselte Nurettin B. seine Ex-Frau an seinen Wagen und schleifte sie durch Hameln. Das Opfer erzählt aus einer „höllischen“ Ehe – und einem verstörenden Frauenbild des Täters.

Es ist nicht die Frage nach dem Ob, auch nicht die nach dem Weshalb, die in diesem Prozess im Mittelpunkt steht. Dass er versucht hat, seine Ex-Frau zu töten, weil sie seinen Lohn pfänden lassen wollte, gibt der Deutschkurde Nurettin B. gleich zu Beginn zu. Es ist das Wie, das Rätsel aufgibt. Denn die Tat erinnert an eine mittelalterliche Hinrichtung.

An Einzelheiten könne er sich nicht erinnern, lässt der 39-Jährige seinen Verteidiger verlesen. Nur daran, dass er einen solchen Hass verspürt habe wie noch nie in seinem Leben. „Es war wie eine andauernde Explosion.“

Die Einzelheiten rekonstruiert die Staatsanwältin: Am 20. November 2016 fährt Nurettin B. gegen 18 Uhr bei Kader K. in Hameln vor, im Kofferraum ein Messer, eine Axt und ein Seil; auf der Rückbank der gemeinsame, zwei Jahre alte Sohn, der über das Wochenende bei ihm gewesen war. Auf der Straße gerät das ehemalige Paar in Streit. B. beginnt, auf seine Ex-Frau einzuschlagen. Dann holt er das Messer und sticht auf sie ein. Die 12,4 Zentimeter lange Klinge dringt in ihre Brust ein, öffnet den Herzbeutel, touchiert den Herzmuskel. Ein zweiter Stich öffnet die linke Bauchhöhle. Wieder geht B. zum Kofferraum, holt die Axt. Mit der stumpfen Seite schlägt er auf Kopf und Oberkörper ein, der Schädel bricht.

Dann holt er das Seil. Mit dem einen Ende knüpft er einen Galgenknoten um ihren Hals, das andere bindet er an der Anhängerkupplung seines schwarzen VW Passat fest. B. gibt Vollgas. Mit rund 80 Stundenkilometern rast er durch die Straßen. Als er nach 208 Metern abbiegt, löst sich das Seil. Kader K. schleudert gegen die Bordsteinkante. B. rast weiter zur nächsten Wache, um sich zu stellen. Der gemeinsame Sohn sitzt noch immer auf der Rückbank.

„Versuchter Mord“, so lautet die Anklage. Nurettin B. habe die Tat geplant, sagt Staatsanwältin Ann-Kristin Fröhlich. Er habe seine Ex-Frau quälen wollen.

Nurretin B., mittelgroß, lichtes Haar, sitzt aufrecht auf der Anklagebank. Er wirkt ruhig und gefasst. Nur einmal, als der Verteidiger sein Geständnis vorliest, schaut er zu Boden, schluckt. Als seine Ex-Frau in den Zeugenstand tritt, lässt er seinen Blick unbewegt auf dem Richter ruhen.

Kader K. trägt ein dunkelblaues Kopftuch und lange Ärmel. Sie sollen die Narben, mit denen ihr Körper übersät ist, verdecken. Die Erinnerung an ihr Martyrium reicht nur bis zum ersten Messerstich. Vor Gericht soll die 28-Jährige ein Bild von der Beziehung zu B. zeichnen, den sie nur noch „den Täter“ nennt. Die Konturen zeigen eine kurze Beziehung und eine lange Phase von Streit und Gewalt. Und sie deuten an, dass der Exzess keineswegs aus heiterem Himmel kam.

Kader K. und Nurettin B. sind in kurdischen Gebieten in der Türkei geboren. 2013 lernten sie sich auf einer Kurdendemonstration in Straßburg kennen. Sie war Aktivistin, er habe nur mitgemacht, um sich nach der Trennung von seiner ersten Frau abzulenken, erzählt sie. Nach nur wenigen Wochen sei er in das Haus ihrer Mutter in Hameln gekommen, um um ihre Hand anzuhalten. Geweint wie ein kleines Kind habe er, erzählt K. Und dass sie sich auf ihn eingelassen habe, weil sie eine Familie gründen wollte.

Sie heirateten nach islamischer Tradition. Die Familien vereinbarten, wie bei kurdischen Hochzeiten üblich, eine „Morgengabe“ für die Braut: goldene Armbänder, Ringe und Ketten im Wert von 20.400 Euro. Kurz nach der Feier, sagt Kader K., habe „der Horror“ begonnen. B. habe ihr den Kontakt zu Freunden und Familie untersagt, sie habe das Haus nur für Einkäufe und Arztbesuche verlassen dürfen, auch kein Handy gehabt. Ständig habe es Streit gegeben, etwa weil sie rauchte. „Frauen, die rauchen, sind Huren für ihn.“ – „Hat er ein Problem mit Frauen?“, fragt der Vorsitzende Richter Wolfgang Rosenbusch. „Frauen sind Sklaven, sie müssen ihren Mund halten“, antwortet Kader K.

Nurettin B. habe sie beschimpft und verprügelt. Knapp zehn Monate nach der Heirat verließ sie ihn und zog mit dem Sohn zurück zu ihrer Mutter. Doch mit der Trennung wurden Streit und Gewalt nur noch intensiver. Sie wollte die „Morgengabe“ mitnehmen, die er ihr angeblich vorenthielt. Ein Gericht verpflichtete den Polsterer, monatlich 768 Euro Unterhalt zu zahlen. Alle 14 Tage durfte B. den Sohn für das Wochenende zu sich holen. Bei jeder Übergabe gab es Streit.

B. ist nicht vorbestraft, trotz der sieben Ermittlungsverfahren, die gegen ihn geführt wurden, unter anderem wegen Körperverletzung. Kader K. hatte ihn mehrmals angezeigt. Die erste Anzeige zog sie zurück, weitere Verfahren versandeten. Vor Gericht erzählt sie, dass sie mit ihrem Ex eine Vereinbarung habe treffen wollen: Wenn er das Sorgerecht für den Sohn abgebe, verzichte sie auf Gold und Unterhalt. So, hoffte sie, bekäme sie endlich Ruhe vor ihm.

Ihre Familien hätten bereits den Deal vereinbart. Doch dann habe ihre Anwältin ihr erklärt, dass es in Deutschland kein solches Gesetz gebe, nach dem einer auf sein Kind verzichte. Ihr Ex habe weiterhin das Recht, seinen Sohn zu sehen. Und wenn sie auf den Unterhalt verzichte, bekäme sie als arbeitslose Frau Probleme mit dem Arbeitsamt. Also habe sie weitergekämpft. „Das Jugendamt hilft ja nicht, und meine Anwältin konnte nichts machen.“

Am 18. November dann, zwei Tage vor der Tat, habe Nurettin B. ihr dann wieder einmal gedroht: „Sollten die Briefe wegen der Unterhaltspfändung nicht aufhören, dann wird einer von uns nicht mehr leben.“

Er habe das damals nicht ernst gemeint, lässt B. vor Gericht verlesen. Und dass er eigentlich seinem eigenen Leben ein Ende habe setzen wollen. Wenige Tage zuvor habe er auf der Arbeit unterschreiben müssen, dass sein Lohn für die Unterhaltszahlung gepfändet wird. Da habe er sich eigentlich in sein Auto setzen und gegen einen Baum fahren wollen. „Es kam dann völlig anders.“

Das Geständnis wirkt kalkuliert. Bei versuchtem Mord sieht das Strafgesetzbuch drei bis maximal 15 Jahre Haftstrafe vor. Sein erfahrener Verteidiger Matthias Waldraff wird ihn wohl beraten haben, was er sagen muss, um ein milderes Urteil zu bekommen. Die Tat sei keinesfalls geplant gewesen, erklärt B., vielmehr habe er das Messer zur Selbstverteidigung mit sich geführt und Seil und Axt für Gartenarbeiten zufällig im Kofferraum liegen gehabt. Seile zu knoten habe er in der Ausbildung zum Polsterer gelernt.

Die erste Zeugin, eine Nachbarin, schildert, wie sie an jenem Abend die Schreie von Kader K. hörte und ans Fenster rannte. Sie habe gesehen, wie er einen Gegenstand aus dem Kofferraum holte und damit auf die Frau einschlug. „Mit einer Wucht…“ Die Zeugin stockt für einen Moment. Sie habe ihn dann angeschrien, erzählt sie: „Wenn du nicht sofort aufhörst, rufe ich die Polizei.“

Doch Nurettin B. habe nur kurz zu ihr rübergesehen und mit gleichgültiger Stimme geantwortet: „Mach doch.“ Dann habe er weiter auf die wimmernde Kader K. eingeprügelt. „Er war wie besessen von der Frau.“

https://www.welt.de/vermischtes/article164823944/Frauen-sind-Sklaven-sie-muessen-ihren-Mund-halten.html


31.5.2017 15:37 Uhr

Weil er seine Ex-Frau in Hameln mit einem Strick um den Hals hinter seinem Auto hergeschleift hat, ist ein Mann zu einer 14-jährigen Freiheitsstrafe verurteilt worden. Das Landgericht Hannover sprach den 39-Jährigen des versuchten Mordes schuldig.

Damit entsprach das Gericht der Forderung des Verteidigers. Die Staatsanwaltschaft hatte lebenslange Haft gefordert.

Der 39-jährige Täter hatte zum Prozessauftakt gestanden, dass er Ende November in Hameln die 28-Jährige auf grausame Weise töten wollte. Nach Faustschlägen, Messerstichen und Axthieben band er die Frau laut Anklage an die Anhängerkupplung und fuhr schnell los. Nach rund 200 Metern löste sich das Seil, das Opfer überlebte schwer verletzt.

Während der Tat saß der damals knapp dreijährige Sohn der beiden im Auto. Hintergrund des Gewaltexzesses war ein Streit um Unterhaltszahlungen.

Die Frau, die physisch und psychisch unter den Folgen des Verbrechens leidet, trat als Nebenklägerin auf. Während des Prozesses wurde auch der kleine Sohn als Nebenkläger zugelassen.

In einem Vergleich haben sich die Anwälte der Parteien auf ein Schmerzensgeld von 137 000 Euro geeinigt, wie der Richter verkündete. Zudem soll der Mann für mögliche Folgeschäden aufkommen, sollten diese nicht von den Sozialversicherungen bezahlt werden. Der Angeklagte besitzt ein Haus in der Nähe von Hameln.

Nach Einschätzung des psychiatrischen Gutachters ist der Angeklagte zwar psychisch gestört, aber voll schuldfähig. Der komplexe Tatablauf spreche gegen eine Affekttat, sagte der Sachverständige. In dem von seinem Verteidiger verlesenen Geständnis hatte der 39-Jährige angegeben, die Tat nicht geplant zu haben. Seile und Axt habe er wegen Gartenarbeiten stets im Auto dabei gehabt.

Der Angeklagte hat wie das Opfer kurdische Wurzeln. Das Paar hatte 2013 nach islamischem Recht geheiratet. Nach Schilderung der Frau begannen die Misshandlungen, als sie zu dem Mann zog. Im Frühjahr 2014 trennte sie sich von ihm.

Der brutale Mordversuch hatte im vergangenen Jahr bundesweit Bestürzung ausgelöst. In der Kleinstadt Hameln versammelten sich kurz danach Hunderte Menschen zu einer Mahnwache.

https://www.welt.de/vermischtes/article165122307/Frau-hinter-Auto-hergeschleift-14-Jahre-Haft-fuer-Taeter.html

https://www.welt.de/vermischtes/article165122307/Frau-hinter-Auto-hergeschleift-14-Jahre-Haft-fuer-Taeter.html


31.5.2017 19:34 Uhr

Kader K. ist für ihr Leben gezeichnet. Sie ist die „geschleifte Frau“. Aus Hass und Wut gegen sie und alle Frauen hatte ihr Mann im November versucht, sie umzubringen, auf die qualvollste, erniedrigendste Weise: Nurettin B. hatte sie geprügelt, dann mit einem Messer ins Herz gestochen, ihr dann mit einer Axt den Schädel zertrümmert.

Und als wäre all das noch nicht genug, hatte er ein Seil um ihren Hals geknüpft und die wimmernde, schwerverletzte Frau 203 Meter hinter seinem Auto hergeschleift, während der gemeinsame Sohn hinten im Kindersitz saß.

Nun wurde der 39-jährige Deutschkurde in Hannover verurteilt: nicht lebenslänglich, wie von der Staatsanwältin und den Anwälten des Opfers gefordert, sondern zu 14 Jahren Freiheitsstrafe.

„Aufgabe eines Gerichtes ist es nicht, Rache zu üben“, erklärte Richter Wolfgang Rosenbusch und wandte sich damit direkt an die sichtlich fassungslose Kader K. Erstaunlich gelassen hatte die Frau, die erst im Januar aus dem Koma erwacht war, an diesem letzten Verhandlungstag ausgeharrt, die Haare und die schrecklichen Kopfwunden, wo die Axt ihres Mannes sie traf, unter einem schlammbraunen Tuch versteckt.

Nur kurz hob sie bisweilen die Hände wie betend an die Stirn, verbarg ihre Augen, zerknüllte ein Taschentuch. Manchmal huschte ihr Blick hinüber zu dem Mann, der sie so bestialisch zu töten versuchte. Doch nun schaut sie dem Richter beinahe entgeistert ins Gesicht.

„Es ist auch unsere Aufgabe, zu entscheiden, wie Menschen zu beurteilen sind, die schwere Fehler gemacht haben“, erklärt dieser weiter.

Es sollte die endgültige Abstrafung sein. Die Frau sollte tot sein, vernichtet, vor den Augen der Öffentlichkeit. Weil sie ihr Recht durchfechten wollte, Unterhaltszahlungen für den gemeinsamen Sohn einzufordern. Die Frauen in Deutschland haben zu viele Rechte, soll Nurettin B. im Vorfeld lamentiert haben.

Sein Frauenbild, das bestätigt auch der Richter, sei mit unseren deutschen Vorstellungen nicht vereinbar. Er sei empört darüber gewesen, dass seine Frau ihm mit Selbstbewusstsein entgegentrat, dass weibliche Richter über seine Unterhaltszahlungen entschieden, dass Frauen sein Leben bestimmten.

Seine Tat sei ein mehraktiger Vorgang gewesen, nicht im Affekt, nicht spontan, sondern geplant, immer wieder unterbrochen, mit größtmöglichen Qualen. Nicht mit der Absicht, sie sofort zu töten, sondern dabei seine Verachtung zum Ausdruck zu bringen, die sich gegen sie und alle Frauen angestaut hatte.

Der Anwalt des Opfers, Raban Funk, kam in seinem Schussplädoyer auf den Kern dieses Falles zu sprechen: das Schleifen. Er kenne es aus Cowboyfilmen. Dann habe er sich an die Berichterstattung aus dem Syrienkrieg erinnert, wo IS-Kämpfer Opfer in orangefarbenen Overalls an fahrende Autos gebunden haben, „aber ich glaube auch nicht, dass der Angeklagte ein IS-Sympathisant ist“.

Und schließlich sei Funk auf eine Henkermethode aus dem Mittelalter gestoßen: „Ich glaube, diese grausame Form einer mittelalterlichen Hinrichtung ist hier das Leitbild.“ Nurettin B. muss das schon im Kopf gehabt haben, davon ist Funk überzeugt.

Die Staatsanwältin Ann-Kristin Fröhlich hatte in ihrem Plädoyer ebenfalls sämtliche mildernden Umstände vom Tisch gewischt. Die Tat sei ohne Zweifel vorsätzlich geschehen.

Nurettin B. habe den Mord geplant. Weder sein Geständnis noch seine Bereitschaft zur Wiedergutmachung könne das ändern. Fröhlich spricht von Heimtücke, von niederen Beweggründen und Habgier. Sein Opfer war so gut wie tot, sie musste ins Leben zurückgeholt werden, so haarscharf sei die Grenze von versuchtem Mord zu Mord. Lebenslang. „Alles andere wird der Tat nicht gerecht.“

Nurettin B. hört sich all das völlig regungslos an. Klein, fast schmächtig sitzt er allein hinter der Anklagebank, sein schreiend roter Kapuzenpullover scheint das einzig Wilde an ihm. Zu Beginn des letzten Verhandlungstages hatten seine Anwälte mit denen seines Opfers einen Vergleich ausgehandelt: 137.000 Euro Schmerzensgeld, für das er sein Haus verkaufen muss, dazu sein Auto und die Verpflichtung für künftige materielle und immaterielle Schäden bei Kader K. aufzukommen.

Verteidiger Matthias Wallraff betonte, sein Mandant sei inzwischen ein anderer Mensch geworden. Die Bereitschaft, all sein Hab und Gut, sein Lebenswerk, sogar sein Auto – ironischerweise das Tatfahrzeug – an sein Opfer abzutreten, zeige, wie sehr er von Herzen bereue.

All dies hatte Richter Rosenbusch offenbar anerkannt, als er das Urteil fällte. „Ich will damit keinen Bösen zu einem Guten machen.“ Aber wenn ein Täter sich der Verantwortung stelle und bereit sei, mit dem Opfer in einen Dialog zu treten, wenn er versuche, einen Abschluss zu finden, dann könne man von einem Täter-Opfer-Ausgleich reden.

„Das streben wir an, dass man in irgendeiner Form nach vorn schauen kann.“ Kader K.s Familie sieht das nach dem Urteil ähnlich. „Wir akzeptieren die Entscheidung des Richters“, so ihr Bruder Maruf, 36. Und ihre Mutter Hayriye, 58, verweint und mit zerfurchter Stirn, sagt leise: „Wir hätten gern ,lebenslang‘ gehört. Aber jetzt können wir es hinter uns lassen.“

„Ich bin froh, dass du am Leben geblieben bist und deinem Sohn eine Mutter sein kannst“, sprach Anwalt Roman von Alvensleben seine Mandantin am Ende direkt an. „Ich kann nur hoffen, dass diese Tat keine Vorbildfunktion hat.“

Nur einige kurze Momente haben Kader K. vom Tod getrennt, wäre sie Augenblicke später gerettet worden, wäre sie tot. Nur ein Millimeter trennte die Klinge von ihrem Herzen. „Was ist das für ein Wunder, und was ist das für ein Glück? Aber was ist das für eine Demonstration von Unterwerfung und Macht? Nur ihr reiner Überlebenswille hat dafür gesorgt, dass Kader K. jetzt noch lebt. ,Ich bleibe da, ich lasse mich nicht so unterkriegen.‘“ Das sei ihre Botschaft an alle Frauen, die sie ihn bat weiterzugeben: „Seid stark! Lasst euch nicht kleinkriegen!“

https://www.welt.de/vermischtes/article165133929/Kader-K-schaute-dem-Richter-entgeistert-ins-Gesicht.html


08.06.2017

Kader K. verlangt Morgengabe zurück – Goldschmuck ist mehr als 20000 Euro wert

Kader K.-Anwalt legt Revision ein

HAMELN. Im Fall des sogenannten „Schleifmordversuchs von Hameln“ haben die Rechtsanwälte Roman von Alvensleben und Raban Funk, die das Opfers Kader K. (28) und deren dreijährigen Sohn Cudi vertreten, Revision gegen das Urteil des Schwurgerichts eingelegt. Die 13. Große Strafkammer des Landgerichts Hannover hatte Nurettin B. (39), den die junge Hamelnerin im März 2013 nach dem islamischen Recht geheiratet hatte, am 31. Mai wegen versuchten Mordes in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung zu 14 Jahren Haft verurteilt.

https://www.dewezet.de/blaulicht/blaulicht-dwz_artikel,-kader-kanwalt-legt-revision-ein-_arid,2377867.html


09.06.2017 – 13:01 Uhr

Hameln/Hannover – Vor gut einer Woche verurteilte das Landgericht Hannover „Blutschleifer“ Nurretin B. (39) wegen versuchten Mordes an Kader K. (28) zu 14 Jahren Knast. Jetzt hat der Opfer-Anwalt Revision gegen das Urteil eingelegt! Die Staatsanwaltschaft ließ unterdessen die Revisionsfrist verstreichen.

Wird der spektakuläre Fall jetzt nochmal neu aufgerollt?

Nurretin B. hatte seine Ex-Partnerin am 20. November vergangenen Jahres hinter sein Auto gebunden und 200 Meter durch die Hamelner Innenstadt geschleift. Zuvor hatte er mit einem Messer auf die Frau eingestochen und sie mit einem Beil am Kopf verletzt.

Die Begründung für die Revision: Alle drei Taten müssten einzeln bewertet werden, sagte Anwalt Roman von Alvensleben gegenüber „NDR.de“. Bereits im Prozess vor dem Landgericht Hannover hatte der Opfer-Anwalt eine lebenslange Haftstrafe gefordert.

Auch die Staatsanwaltschaft forderte in ihrem Plädoyer eine lebenslange Haft für Nurretin B. und sah vor der Urteilsverkündung keine Gründe für eine Strafmilderung. Im Plädoyer der Staatsanwaltschaft hieß es, dass Kader K. „nur durch ein Wunder“ überlebte.

Allerdings folgte das Gericht nicht der Einsätzung der Staatsanwaltschaft und verurteilte Nurretin B. zu einer 14-jährigen Haftstrafe.

Das verhältnismäßig geringere Strafmaß wurden von dem Richter Wolfgang Rosenbusch mit dem Tateingeständnis und dem Umstand, dass er seinem Opfer fast sein gesamtes Vermögen übergeben hat, begründet.

Verteidigung und Opfer-Anwälte hatten sich während des Prozesses auf ein Schmerzensgeld von 137.000 Euro geeinigt. Außerdem bekommt das Opfer auf eigenen Wunsch das Auto, das der Verurteilte bei der Tat einsetzte.

►Außerdem tobt zwischen Nurretin B. und Kader K. ein Streit um ein halbes Kilo Gold-Schmuck!

Die beiden war nach islamischen Recht verheiratet. Nach dem Urteil von vergangener Woche fordert Kader K. zudem noch von ihm die sogenannte „Morgengabe“, ein Hochzeitsgeschenk, das bei Trennung der Braut zusteht.

Es geht um Ringe, Armreife, Ketten. Angeblicher Gesamtwert: 20.600 Euro.

http://www.bild.de/regional/hannover/rechtsanwalt/legt-revision-gegen-das-urteil-des-blutschleifers-von-hemeln-ein-52113944.bild.html


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