02.06.2017 – 17:27 Uhr

Endingen – Die Polizei hat nach BILD-Informationen einen Verdächtigen gefasst, der die Joggerin Carolin G. (27) im November 2016 getötet haben soll.

Die Ermittler der Soko „Erle“ kamen dem mutmaßlichen Täter offenbar durch neue Hinweise auf die Spur. Anfang April hatten die Beamten ein neues Phantombild veröffentlicht. Damit fahndeten die Beamten nach einem Mann zwischen 50 und 55 Jahren, der etwa 1,75 bis 1,80 Meter groß und womöglich Lkw-Fahrer ist.

Der Grund: In einem weiteren Mordfall, der mit dem Fall Carolin in Verbindung gebracht werden konnte, war das Tatwerkzeug eine Eisenstange gewesen, die als Hebewerkzeug für LKW benutzt wird. Tatsächlich ist der nun festgenommene Mann nach BILD-Informationen ein rumänischstämmiger Fernfahrer, der im Raum Freiburg arbeitet.

Die junge Weinverkäuferin aus Endingen (Kaiserstuhl) war am 6. November von einem Dauerlauf durch die Weinberge nicht nach Hause zurückgekehrt. Vier Tage lang fahndete die Polizei mit Hunden und Hubschrauber nach der jungen Frau.

Dann wurde ihre Leiche in einem Waldstück zwischen Endingen und Bahlingen entdeckt. Schnell war klar: Sie wurde von einem Unbekannten vergewaltigt und getötet. An der Leiche fehlte einer der beiden Laufschuhe. Ein Spaziergänger fand ihn später in der Nähe des Tatorts.

Für Hinweise, die zur Ergreifung des Killers führen, hatte die Polizei 25 000 Euro Belohnung ausgelobt.

Carolin (†27) wurde Opfer eines Serienkillers, ergab der Vergleich von DNA-Fragmenten.

Die Ermittler der Soko „Erle“ gehen davon aus, dass der Mord an der Joggerin aus Endingen (Baden-Württemberg) am 6. November 2016 im Zusammenhang mit der Tötung der Studentin Lucile K. (20) am 12. Januar 2014 in Kufstein (Österreich) steht.

Die junge Frau, eine französische Austausch-Studentin aus Lyon, war damals alleine gegen Mitternacht an der Inn-Ufer-Promenade zu Fuß unterwegs zu zwei Freundinnen, als sie von einem Unbekannten angegriffen und mit einer Eisenstange erschlagen wurde. Auch sie wurde Opfer eines Sexualdeliktes.

http://www.bild.de/news/inland/mord/verdaechtiger-gefasst-52023972.bild.html


3.6.2017 17:06 Uhr

Der Sexualmord an Carolin G. ist offenbar aufgeklärt. Die Polizei hat einen Fernfahrer festgenommen. Er soll auch eine Studentin in Kufstein getötet haben. Am Mittwoch gab eine Spedition den entscheidenden Hinweis.

Die Ermittler im Fall der ermordeten Joggerin Carolin G. in Endingen bei Freiburg sind über die Auswertung von Daten aus der Lastwagen-Maut auf die Spur des Verdächtigen gekommen.

Wie die Polizei mitteilte, waren nach einem ersten Mord im österreichischen Kufstein mehr als 50.000 Datensätze geprüft worden. Nachdem Lkws mit Standzeiten und das Fabrikat herausgefiltert worden waren, hatten die Ermittler Speditionen angeschrieben.

„Konkretisiert hat sich die Spur an diesem Mittwoch“, sagte ein Polizeisprecher. Da hatte sich eine Spedition zurückgemeldet, deren Lastwagen in Frage kam. Der 40-jähriger Fernfahrer sitzt nun in U-Haft. Seinen Wohnsitz hat er laut Polizei nahe seiner Arbeitsstätte im Raum Freiburg. Sein Handy sei zum Zeitpunkt des Mordes an Carolin G. in der Funkzelle am Tatort eingeloggt gewesen.

Das Amtsgericht Freiburg erließ Haftbefehl wegen des dringenden Tatverdachts der Vergewaltigung und des Mordes. Der Fernfahrer aus Rumänien soll die 27-Jährige Carolin G. im November 2016 vergewaltigt und getötet haben. Auch für den Sexualmord an der Erasmus-Studentin Lucile K. in Kufstein im Januar 2014 soll er verantwortlich sein.

Der Abgleich von Körperspuren von beiden Tatorten hatte früh ergeben, dass es sich um ein und denselben Täter handeln muss – aber nicht, wer es ist. In beiden Fällen wurden die Opfer laut Polizei sexuell missbraucht und mit einer Eisenstange erschlagen. Beide Tatorte befanden sich in Autobahnnähe.

Weil bei der Tat in Österreich eine spezielle Stange verwendet worden war, die in Lastwagen zum Einsatz kommt, hatten sich die Ermittler schon recht früh auf die Fernfahrerbranche konzentriert – allerdings lange ohne Erfolg.

Bei dem festgenommenen Mann sei der Abgleich einer Speichelprobe positiv ausgefallen, berichteten die Ermittler. Außerdem entspreche das Privatauto des Mannes genau dem Fahrzeugtyp, den Zeugen in Tatortnähe beobachtet hätten. Der Fernfahrer bestreitet die Tat.

Im April hatten die Ermittler der Sonderkommission „Erle“ ein Phantombild eines Mannes veröffentlicht. Die Zeichnung wurde nach der Aussage einer Zeugin erstellt, die den Unbekannten am Tag des Mordes in der Nähe des Tatorts gesehen hatte. Seit dem Mord in Endingen haben die Ermittler Tausende Hinweise verfolgt.

https://www.welt.de/vermischtes/article165222879/Polizei-kam-Verdaechtigem-durch-Lkw-Maut-Daten-auf-die-Spur.html


04.06.2017 – 13:50

Freiburg (ots) – Die Ermittlungsbehörden bestätigen nochmals ausdrücklich, dass sich der dringend tatverdächtige Mann in Untersuchungshaft befindet. Die Festnahme des Mannes erfolgte am Freitag, 2. Juni 2017, die Vorführung beim Haftrichter, der den Haftbefehl erließ, am Samstag, 3. Juni 2017.

Unter dem dringenden Tatverdacht eine 27-jährige Joggerin am 6. November 2016 in Endingen getötet zu haben, wurde am Freitagnachmittag, 2. Juni 2017, ein 40jähriger rumänischer Staatsangehöriger festgenommen und am Samstag (3. Juni) dem Haftrichter vorgeführt, der Haftbefehl erließ. Der Mann steht auch im dringenden Verdacht, am 12. Januar 2014 in Kufstein/Tirol eine 20-jährige Studentin getötet zu haben.

Wie bereits berichtet, waren die Ermittler der Soko „Erle“ und deren österreichische Kollegen des Landeskriminalamtes Tirol seit Mitte Januar 2017 aufgrund übereinstimmender Spurensituation davon ausgegangen, dass die beiden Gewaltverbrechen von ein und demselben Täter begangen wurden.

Von verschiedenen Tathypothesen ausgehend, war die Überlegung, dass es sich bei dem unbekannten Täter um einen Lkw-Fahrer handeln könnte, eine priorisierte Variante. Bei dem bei der Tat im österreichischen Kufstein benutzten Tatwerkzeug handelt es sich um ein spezielles Eisenrohr, das zu hydraulischen Hebetätigkeiten bei Lkw’s Verwendung findet.

Die Ermittler fanden heraus, dass dieses Werkzeug einem bestimmten Lkw-Fabrikat zuzuordnen ist, wodurch sich der Kreis der in Frage kommenden Fahrzeuge auch dadurch eingrenzen ließ, dass man auf österreichische Mautdaten zugreifen konnte. Dies führte letztlich dazu, dass auf Speditionsfirmen konkret zugegangen und mögliche Verbindungen von Fahrtrouten abgeklärt werden konnten. Dabei wurde festgestellt, dass im tatrelevanten Zeitraum solche Fahrten auch nach Kufstein führten. Bei dem nun Festgenommen handelt es sich um einen Fahrer, der im Januar 2014 eine derartige Route gefahren war. Bei der weiteren Überprüfung gelang der Nachweis, dass das Handy dieses Fahrers zur tatrelevanten Zeit im November 2016 in einer Funkzelle in Endingen eingeloggt war.

Inzwischen wurden die sowohl in Österreich als auch in Deutschland an den beiden Tatorten gesicherten Spuren, die zu einem direkten Vergleich mit einer bestimmten Person geeignet sind, mit der DNA des 40-jährigen Tatverdächtigen abgeglichen. Die Spuren zu beiden Fällen stimmen überein.

Zudem gibt es weitere übereinstimmende Merkmale, welche den dringenden Tatverdacht gegen den 40-jährigen Mann erhärten.

Die Tätigkeit der Ermittler, in Deutschland und in Österreich, geht dennoch weiter, da vor Abschluss aller Ermittlungen sämtliche angefallenen Spuren und Hinweise restlos abgearbeitet werden.

In einer gemeinsamen Pressekonferenz der Staatsanwaltschaft Freiburg und des Polizeipräsidiums Freiburg unter Mitwirkung der Kriminaltechnische Institut des Landeskriminalamtes Baden-Württemberg und des Landeskriminalamtes Tirol am Samstagnachmittag (3.6.2017) in der Stadthalle in Endingen stellten die Verantwortlichen den aktuellen Sachstand ausführlich dar.

http://www.presseportal.de/blaulicht/pm/110970/3652045


22.Dez.2017 | 11:47 Uhr

Freiburg | Nach dem Sexualmord an einer 27 Jahre alten Joggerin in Endingen bei Freiburg ist ein Lastwagenfahrer aus Rumänien zu einer lebenslangen Haftstrafe mit anschließender Sicherungsverwahrung verurteilt worden. Der 40-Jährige habe sich des Mordes und der besonders schweren Vergewaltigung schuldig gemacht, entschied das Landgericht Freiburg am Freitag. Er habe heimtückisch und aus niederen Beweggründen gehandelt. Der Mann hatte zum Prozessauftakt vor einem Monat ein Geständnis abgelegt. Die 27-jährige Frau war Anfang November vergangenen Jahres in einem Wald in den Weinbergen von Endingen vergewaltigt und getötet worden. Sie war alleine joggen, als sie Opfer des Verbrechens wurde.

Neben dem Verbrechen in Endingen wird dem Mann auch der Mord an einer französischen Austauschstudentin im Januar 2014 im rund 400 Kilometer von Endingen entfernten Kufstein in Österreich zur Last gelegt. An beiden Tatorten waren Spuren von ihm gefunden worden. Den Mord in Österreich hat er Gerichtsangaben zufolge gegenüber einem psychiatrischen Gutachter eingeräumt.

Die jetzt vom Freiburger Landgericht verhängte Sicherungsverwahrung gilt unter Vorbehalt. Da es zu dem Mord in Kufstein noch keinen Prozess gegeben habe, müsse dieser abgewartet werden, um in einem dortigen Urteil definitiv über eine Sicherungsverwahrung zu entscheiden, erläuterte die Vorsitzende Richterin Eva Kleine-Cosack. Mit Sicherungsverwahrung ist eine Freilassung nach 15 Jahren Haft nahezu ausgeschlossen.

Mit dem Strafmaß folgte das Gericht den Forderungen des Staatsanwaltes und der Nebenkläger. Der Verteidiger hatte in seinem Plädoyer vor rund einer Woche von Totschlag gesprochen, ohne ein Strafmaß zu nennen. Zu seinem Motiv hatte der Angeklagte gesagt, er habe spontan aus einer Aggression heraus gehandelt. Eine geplante Tat sei es nicht gewesen, auch ein sexuelles Motiv habe er nicht gehabt. Zudem machte er in seinem Geständnis Erinnerungslücken geltend.

Für den Prozess in Österreich muss das Freiburger Urteil rechtskräftig sein, sagte Staatsanwalt Hansjörg Mayr von der Staatsanwaltschaft Innsbruck. Das ist es noch nicht: Die am Freiburger Prozess Beteiligten haben bis nach Weihnachten Zeit, juristisch gegen das Urteil vorzugehen, sagte die Vorsitzende Richterin.

Der Mord in der rund 9000 Einwohner zählenden Gemeinde Endingen bei Freiburg hatte Entsetzen ausgelöst und eine große Verunsicherung in der Bevölkerung ausgelöst. Auf die Spur des Fernfahrers kamen Ermittler über die Auswertung von Lkw-Mautdaten. Ein psychiatrischer Gutachter in dem Prozess hatte dem 40-Jährigen eine große Wiederholungsgefahr attestiert und sich, so wie Staatsanwaltschaft und Nebenkläger, für eine Sicherungsverwahrung ausgesprochen.

https://www.shz.de/deutschland-welt/panorama/joggerin-vergewaltigt-und-getoetet-lebenslange-haft-fuer-lkw-fahrer-id18644791.html


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