12.06.17, 08:10 Uhr

Ein Beziehungsstreit zwischen Ehepartnern, die noch nicht lange verheiratet waren, hat wohl zum heimtückischen Mord an Tina G. geführt. Der 49-Jährige der Mehdi T. hatte im November 2016 am Weidener Schulzentrum seine 13 Jahre jüngere, schwangere Ehefrau erschossen. Bei der Festnahme gestand er die Tat, bestritt aber eine Tötungsabsicht.

Am heutigen Montag beginnt der Prozess gegen T. vor dem Kölner Landgericht. 1993 war der Iraner erstmals nach Deutschland eingereist und hatte Asyl beantragt. Nach einem Ablehnungsbescheid der Behörden reiste er 1994 wieder aus. Sieben Jahre später stellte er erneut einen Asylantrag in Deutschland mit der Begründung, dass er in seiner Heimat angeblich wegen Vergewaltigung zum Tod durch Steinigung verurteilt worden war.

Wieder wurde der Antrag abgelehnt, die vorgelegte Urteilsbescheinigung als nicht glaubhaft eingestuft. Daraufhin ging er seine zweite Ehe ein, die jedoch kurz darauf von seiner damaligen Frau als Scheinehe angezeigt wurde. In seiner Heimat war er schon einmal verheiratet gewesen. Im Dezember 2012 heiratete T. erneut, auch diese Ehe wurde geschieden. Im Juni 2016 heiratete Mehdi T. die in Köln lebende Tina G., eine Kosmetikerin, die einen Monat später schwanger war.

Die Ehe soll unter der ständigen Eifersucht des Angeklagten gelitten haben, der nicht akzeptieren wollte, dass sich seine Frau alleine mit männlichen Freunden traf. Am Tatabend waren das Ehepaar gemeinsam mit Verwandten auf dem Weihnachtsmarkt, stritt sich dort offenbar lautstark. Angeblich, weil der 49-Jährige seiner Frau wegen der Schwangerschaft verbieten wollte, Glühwein zu trinken.

Zurück in Weiden machte Tina G. noch einen Spaziergang, rauchte am Schulzentrum eine Zigarette. Mehdi T. stellte die 36-Jährige dort zur Rede und zog plötzlich seine Pistole. Zweimal drückte er aus nächster Nähe ab. Ein Schuss traf Tina G. in die Brust, ein weiterer ging in ihre Schläfe. Mehdi T. ließ die sterbende Frau alleine zurück.

Ein Wachmann der nahen Flüchtlingsunterkunft fand die Leiche in der Nacht. Am nächsten Tag versuchte T., sich die Pulsadern aufzuschneiden, rief seinen Schwager an und meldete seine Frau als vermisst. Nach einem Hinweis des Schwagers nahm die Polizei Mehdi T. fest, der die Tat gestand. Bei der Polizei beteuerte er, er habe nicht die Absicht gehabt, seine Ehefrau zu töten. Acht Verhandlungstage hat das Landgericht angesetzt, das Urteil soll am 13. Juli gesprochen werden.

http://www.ksta.de/koeln/prozessauftakt-am-koelner-landgericht-schwangere-ehefrau-aus-eifersucht-erschossen-27775196


Advertisements