25.10.2016 – 18:07

Bremen (ots) –


Ort: Bremen-Horn-Lehe, Rhododendronpark
Zeit: 25.10.16, 16.20 Uhr
Am Dienstagnachmittag wurden vier Personen bei einer Messerattacke in Horn-Lehe zum Teil schwer verletzt. Der Täter konnte durch Spezialeinsatzkräfte gestellt werden.

Die Polizei wurde über Notruf alarmiert, dass ein Mann im Rhododendronpark Passanten mit einem Messer verletzt hat. SEK-Kräfte konnten den Täter noch in Tatortnähe festnehmen. Die Hintergründe zur Tat sind derzeit noch nicht bekannt. Der 29 Jahre alte Festgenommene soll nach ersten Erkenntnissen unter einer psychischen Erkrankung leiden. Polizei und Rettungskräfte sind derzeit mit einem Großaufgebot am Einsatzort.

Der Tatort wurde weiträumig abgesperrt, um weitere polizeiliche Maßnahmen wie Spurensicherung und Zeugenbefragungen durchzuführen. Bei neuen Erkenntnissen wird nachberichtet.

http://www.presseportal.de/blaulicht/pm/35235/3465800


26.10.2016 – 00:00 Uhr

Bremen – Es war ein Angriff ohne Vorwarnung und ohne ersichtliches Motiv.

Ein offenbar geistig verwirrter Amokläufer hat Dienstagnachmittag im Rhododendronpark in Bremen wahllos Spaziergänger mit einem Messer attackiert. Sechs Menschen sind zum Teil schwer verletzt worden.

Um 16.20 Uhr wird die Polizei alarmiert. Zeugen zufolge stürzte sich der Täter aus einem Gebüsch auf Passanten, stach auf sie ein. Wenn ein Opfer am Boden lag, soll er weiter gerannt sein, um noch mehr Menschen zu verletzen. Polizisten vor Ort sprechen von mindestens zwei Tatorten.

Zeugen aus dem Park sagten BILD: „Er hat seine Opfer angelockt. Zweimal hat er sie angesprochen, dabei gesagt ,Hey Du, hallo, kommst Du bitte mal her’?“

Während Notärzte und Sanitäter aus 15 Krankenwagen die Verletzten versorgen, fahnden Spezialeinsatzkräfte nach dem Täter. Schwer bewaffnete SEK-Beamte überwältigen den Messer-Schreck später an der Horner Mühle.

Polizeisprecherin Franka Haedke: „Es handelt sich um einen 29 Jahre alten Mann. Nach ersten Erkenntnissen hat er eine psychische Erkrankung. Über die Opfer kann ich noch keine Angaben machen.“

Eine Kellnerin (19) der Botanika zu BILD: „Gegen 16.20 Uhr bat uns ein 16-Jähriger um Hilfe, sagte: ‚ Da war einer mit einem Messer. Ich bin angestochen worden.‘ Wir versorgten seine Wunden am Arm. Da tauchte eine stark blutende Frau auf. Es war schrecklich.“

Bis in die Nacht war das Gebiet zwischen Deliusweg und der Botanika abgesperrt.

Der Messerstecher wurde zunächst in der Psychiatrie untergebracht. Am Mittwoch wird er dem Haftrichter vorgeführt, der entscheidet, ob der 29-Jährige in Untersuchungshaft muss oder in einer psychiatrischen Einrichtung untergebracht wird.

Den Opfern, einem 16-Jährigen, einer 40-jährigen Frau mit Kind (2) sowie drei weiteren Frauen (39, 51, 55) geht es besser. Polizeisprecher Dirk Siemering: „Niemand ist in Lebensgefahr.“

Wer ist der Täter?

Nach BILD-Informationen handelt es sich bei dem Täter um den arbeitslosern Italiener Giuliano B. (29).

Ein Bekannter: „Er hat sich in den letzten zwei Jahren sehr verändert. Fiel uns durch Merkwürdigkeiten auf. Einmal schlich er in den Rhododendronpark, versteckte sich unter einem Busch und aß dort heimlich Buletten. Er kapselte sich zunehmend von uns ab.“

http://www.bild.de/regional/bremen/amoklauf/hier-fasst-das-sek-den-messer-schreck-48452180.bild.html


16.06.17

Das Landgericht Bremen hat am Freitag für einen 29-Jährigen die unbefristete Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus angeordnet. Der Mann, bei dem die Kammer eine „erheblich verminderte Schuldfähigkeit“ feststellte, war angeklagt, Ende Oktober vergangenen Jahres im Rhododendronpark in Horn mehrere Menschen unter anderem mit einem Messer schwer verletzt zu haben. Eine Frau schwebte nach der Attacke in Lebensgefahr.

Mit dem Urteil schloss sich die Strafkammer 21 unter Vorsitz von Richterin Barbara Lätzel den Anträgen sowohl der Staatsanwaltschaft, der Nebenklagevertretern als auch der Verteidigung des Mannes an, die ebenfalls auf eine Unterbringung plädiert hatten.

Der heute 29-Jährige hatte am 25. Oktober 2016 mit einem Garniermesser bewaffnet auf mehrere Menschen eingestochen, andere – darunter einen zweijährigen Jungen – trat und schlug der Mann, der während der Beweisaufnahme alle Taten einräumte. Da der Angeklagte nach Überzeugung des Gerichts an einer „ausgeprägten paranoiden Schizophrenie“ leide und „keine Einsicht für die Tat und seine Schuld“ vorhanden gewesen sei, wurde die Unterbringung in der Psychiatrie angeordnet.

Einer Frau rammte der Mann das zuvor gestohlene Garniermesser in den Rücken, einer anderen Frau fügte er eine lange Schnittwunde im Gesicht zu. Scheinbar wahllos ging der 29-Jährige auf insgesamt sieben Passanten los, verletzte sie an Händen und Armen, als diese sich gegen die Angriffe zur Wehr setzten.

Die Attacke löste einen Großeinsatz der Bremer Polizei aus, Beamte des Mobilen und des Sondereinsatzkommandos (MEK und SEK) nahmen den Mann schließlich fest. Er sei nun froh, dass er behandelt werde, sagte er am Freitag.

Beim Angeklagten zeigten sich laut Richterin Lätzel bereits seit seinem 20. Lebensjahr erste Anzeichen für eine psychische Erkrankung. 2013 hatte der Mann schon einmal eine Frau angegriffen. Da es sich dabei aber „nur“ um eine „einfache Körperverletzung“ gehandelt hätte, so Lätzel, sei „keine Einflussnahme von staatlicher Seite“ – sprich die Einweisung in eine forensische Klinik – möglich gewesen. Als Auslöser für die Attacken komme die Nichteinnahme seiner Medikamente infrage, so das Gericht.

Da die Wahrscheinlichkeit für weitere Straftaten laut psychiatrischem Gutachten „sehr hoch“ einzustufen sei, wurde die Unterbringung auf unbestimmte Zeit festgelegt, begründete die Richterin, die zum Angeklagten abschließend sagte: „Sie sind aktuell auf einem guten Weg. Nun ist es entscheidend, wie Sie mitarbeiten.“

https://www.kreiszeitung.de/lokales/bremen/29-jaehriger-muss-psychiatrie-8407809.html

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