Mit verschränkten Armen sitzt Jordan B. (22) auf der Anklagebank, blickt abschätzend um sich. Er soll einen Mann mit einem Messerwurf im Gesicht bis auf den Knochen verletzt haben. Seit Mittwoch muss er sich vor dem Landgericht Hamburg wegen Totschlags verantworten.

Jordan B. soll am 9. Juni vergangenen Jahres Arian R. (24) im Florapark angesprochen haben. Arian solle „mit um die Ecke kommen“. Als dieser aus Angst die Flucht ergriff, verfolgte Jordan B. ihn, zog ein Messer und warf es.

Er traf den Flüchtenden an der linken Kopfhälfte. Obwohl das Opfer aus einer zwei Zentimeter langen, bis auf den Knochen reichenden Wunde blutete, rannte es weiter bis zum Parkausgang.

Dort verständigten Parkwächter den Notruf. Als die Polizei eintraf, war der Täter schon weggelaufen. Auch die Tatwaffe fanden die Beamten nicht. Der Angeklagte ist Kolumbianer, lebt seit 2000 in Deutschland, hat eine befristete Aufenthaltsgenehmigung. Seit März ist er arbeitslos, wohnt bei seinen Eltern.

Warum er sein Opfer angriff, ist unklar. Es ist möglich, dass sich die beiden kennen. Ein Zeuge will einen Streit gesehen haben. Die Staatsanwaltschaft schließt einen Drogenhintergrund nicht aus. Der Florapark ist ein beliebter Umschlagplatz. Möglicherweise gibt es am Freitag mehr Klarheit. Dann sagt das Opfer aus.

http://www.mopo.de/hamburg/polizei/messerwurf-ins-gesicht-jordan-b—22–drehte-im-florapark-durch-25482132