Das Landgericht Gera fällt ein Urteil gegen zwei Flüchtlinge aus Afghanistan, von denen sich einer an einem minderjährigen Landsmann vergangen hat und der andere Beihilfe geleistet haben soll.

Gera. Das Landgericht Gera hat einen Flüchtling aus Afghanistan wegen Vergewaltigung zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren und neun Monaten verurteilt. Einem Landsmann gab die zweite Strafkammer wegen der Beihilfe zur Vergewaltigung eine Jugendstrafe von sechs Monaten, die zur Bewährung ausgesetzt wird.

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass die Angeklagten am 28. April 2016 zunächst mit einem minderjährigen Flüchtling aus Afghanistan Alkohol getrunken haben. Einer der Männer habe das Opfer anschliessend im Stadtwald von Gera vergewaltigt, während der andere „psychische Beihilfe“ geleistet habe, erläuterte der Vorsitzende Richter Berndt Neidhardt die Auffassung des Gerichtes.

Die Beweislage gegen den Hauptangeklagten war deutlich, weil er Gen- und Spermaspuren in der Hose des Opfers hinterlassen hatte. Der Geschädigte hatte vor Gericht ausgesagt, dass der zweite Mann die Vergewaltigung gefilmt habe. Dafür spreche zwar viel, jedoch sei diese Tat nicht nachweisbar. So fanden die Ermittler keine Bilder und Videos der Tat auf dem Telefon und konnten auch keine entsprechenden Dateien wiederherstellen. Allerdings waren wohl Daten gelöscht worden.

Unklar war das genaue Alter der Angeklagten. Beide hatten bei ihrer Einreise nach Deutschland den 31. Dezember 1997 als Geburtsdatum angegeben. Beim Hauptangeklagten ergab ein entsprechendes Gutachten, dass er zum Tatzeitpunkt zumindest kurz vor seinem 21. Geburtstag stand. Damit kam zwar theoretisch die Anwendung von Jugendstrafrecht in Betracht. Nach hiesigen Maßstäbe sei ein Reifeverzug erkennbar, nicht aber nach den Lebensumständen in Afghanistan. „Bei Annahme eines landestypischen Lebenslaufes war er ganz normal entwickelt“, sagte Neidhardt. Deshalb entschied die Kammer darauf, das strengere Erwachsenenstrafrecht anzuwenden. Beim anderen Angeklagten ergaben die Untersuchungen, dass er etwa 18 Jahre alt war. Hier griff das Jugendstrafrecht.

Staatsanwalt Arnd Knoblauch hatte auf vier Jahre und neun Monate Haft nach Erwachsenenstrafrecht für den Hauptangeklagten plädiert. Verteidiger Alexander Giehler wollte eine Jugendstrafe von zwei Jahren erreichen, die zur Bewährung ausgesetzt wird.

Fall erst durch Kleine Anfrage der AfD publik geworden

Für den zweiten Angeklagten forderte der Staatsanwalt eine Jugendstrafe von zwei Jahren. Verteidiger Udo Freier verlangte einen Freispruch – sein Mandant verzichtete trotz der Verurteilung im Gegensatz zum Mitangeklagten auf Rechtsmittel. Er kam auch noch im Gerichtssaal aus der Untersuchungshaft frei und zieht nun wieder in eine Thüringer Gemeinschaftsunterkunft.

Der Fall hat politische Brisanz, weil er erst

publik geworden war. Laut der Antwort des Innen­ministeriums hatten Spaziergänger den Jugendlichen im hilflosen Zustand beobachtet, wie er von beiden Männern gestützt wurde. Er kam ins SRH-Waldklinikum, fiel dort aber auf, weil er randalierte. Gegenüber der hinzugerufenen Polizei gab er schließlich an, vergewaltigt worden zu sein. Auf eine weitere AfD-Anfrage antwortete das Innenministerium, dass wegen des Opferschutzes in der Regel keine Sexual­delikte mit Jugendlichen im Polizei­bericht stehen.

http://www.otz.de/startseite/detail/-/specific/Vergewaltigung-im-Stadtwald-Gera-Drei-Jahre-und-neun-Monate-Haft-1828756016

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