26.01.2017, 20:00 Uhr | aktualisiert: 16.05.2017, 14:42 Uhr

Bad Kreuznach. Gegen Ende des Jahres 2015 sollen zwei junge Männer in der Bad Kreuznacher Partyszene für Unruhe gesorgt haben. Ihnen wird vorgeworfen mehrere Schlägereien angezettelt und dabei einige Personen verletzt zu haben. Einer der beiden, ein 22-Jähriger Kreuznacher, stand am Donnerstag vor Gericht.

Vor dem Verhandlungssaal bauten Justizbeamte eine Sicherheitsschleuse auf, die alle Prozessbeteiligten und Zuschauer durchlaufen mussten. Der Anlass: Der Angeklagte soll Mitglied einer Kreuznacher Gruppierung sein, die schon mehrfach durch ihr aggressives Verhalten aufgefallen ist. Sieben Straftaten werden dem 22-Jährigen zur Last gelegt, der sich von Anfang an geständig zeigte.

So räumte er unter anderem ein, an einer Schlägerei vor einer Großraumdico im Kreuznacher Gewerbegebiet beteiligt gewesen zu sein. Dabei sei es am 3. Oktober 2015 bereits im Club zu Streitigkeiten mit einer anderen Gruppe gekommen. Nachdem alle Beteiligten vor die Tür gesetzt wurden, kam es dort zur handfesten Schlägerei. Mit einem Schlagstock prügelte der 22-Jährige auf einen anderen jungen Mann ein. Dabei erlitt das 24-jährige Opfer einen offenen Kieferbruch. Er musste bereits zwei Mal operiert werden und klagt auch heute noch über Taubheit in der linken Gesichtshälfte. Der Cousine des Opfers versetzte der Angeklagte ebenfalls einen Schlag, sodass sie mit dem Gesicht auf den Boden aufschlug und bewusstlos wurde. So schilderte sie die Situation zumindest vor der Polizei und genau so erkannte es der Angeklagte auch in seinem Geständnis an. Vor Gericht konnte sich die 29-Jährige aber plötzlich nicht mehr genau erinnern. „Sind Sie sicher, dass Sie nicht bedroht werden?“, hakte Staatsanwalt Wolfgang Jung ein. Die Zeugin nickte.

Ein Freund des Opfers, der eine blutendende Nase sowie Prellungen an Augen und Rücken davontrug, bestätigte hingegen Jungs Verdacht: „Wenn wir aussagen, dann wüssten wir was passiert“, berichtete er von Drohungen, die eine andere Cousine des Opfers erhalten haben soll. Woraufhin auch sie in den Zeugenstand gerufen wurde. Der Mitbeschuldigte, der aktuell in Untersuchungshaft sitzt, habe sie wenige Tage nach dem Vorfall angerufen und sei anschließend zu ihr nach Hause gekommen. „Wenn ich aussage, schickt er seine Leute“, erzählt sie von den Drohungen.

Rechtsanwalt Hans-Dieter Henkel betonte, dass von seinem Mandanten keine Gefahr ausgehe. Schließlich habe der gestanden und deshalb keinen Grund die Zeugen einzuschüchtern. Davon ging auch das Gericht aus und hob den Haftbefehl gegen den 22-Jährigen auf. Uneinig waren sich die Vertreter aber bezüglich des Strafmaßes. Während die Verteidigung – gegen Entschädigungszahlungen an sämtliche Opfer – eine Bewährungsstrafe von zwei Jahren forderte, verlangte die Staatsanwaltschaft mindestens drei Jahre Haft. Richter Roman Hamel gab außerdem zu bedenken, dass noch nicht erkennbar ist, inwieweit sich der Angeklagte aus der gewalttätigen Gruppierung herausgezogen hat. Die Verhandlung wurde ausgesetzt und soll, laut Staatsanwalt Jung, in Zusammenhang mit dem Verfahren gegen den Mittäter fortgeführt werden. Zum Schluss plädierte er noch einmal an den Angeklagten: „Es werden in Bad Kreuznach keine Parallelgesellschaften gebildet. Das heißt selbsternannte ,Kings‘ werden abgeräumt.“

http://www.rhein-zeitung.de/region/lokales/bad-kreuznach_artikel,-krawall-in-kreuznacher-partyszene-discoschlaeger-legt-gestaendnis-ab-_arid,1601771.html


09.05.2017 11:51 Uhr

Verwirrungen um Disco-Schlägerei: 21-Jähriger soll mit dem Gürtel zugeschlagen haben
Bad Kreuznach. Vorwiegend durch Schlägereien waren zwei junge Männer zwischen Oktober 2015 und Januar 2016 mehrmals ins Visier der Ermittler geraten. Einer von ihnen bekannte sich bereits im vergangenen Januar schuldig, nun muss sich sein „Komplize“ vor Gericht verantworten.

Der Ort des Geschehens: Vor der Tür der damaligen Diskothek Space-Park ist es im Oktober 2015 zu einer heftigen Schlägerei gekommen, bei der mehrere Personen verletzt wurden.

Ein ganzer Tag voller Zeugenvernehmungen liegt hinter den Prozessbeteiligten, trotzdem stehen alle Erkenntnisse über die Tathergänge quasi noch am Anfang. Denn bereits der erste von fünf Fällen birgt etliche Verwirrungen: Im Oktober 2015 soll der angeklagte 21-Jährige in eine Schlägerei auf dem Parkplatz der damaligen Diskothek Space-Park verwickelt gewesen sein. Dabei soll er mit Fäusten und seinem Gürtel auf mehrere Personen eingeschlagen und sie zum Teil gefährlich verletzt haben.

Laut der Anklage soll die Initiative dabei klar von ihm und dem ehemals Mitangeklagten ausgegangen sein. Das bestritt der Mann aus dem Landkreis und ließ über seinen Anwalt erklären: „Der Hergang ist nicht so einseitig, wie er sich darstellt.“ Er sei von einem Betrunkenen angepöbelt worden, von dem schließlich auch der erste Schlag ausgegangen sein soll. Wie kam es nun überhaupt zu der größeren Schlägerei – und wer hat in welcher Weise zuerst losgelegt? Dieser Frage wollte das Gericht während der Zeugenvernehmungen auf den Grund gehen und deckte dabei noch etliche weitere ungeklärte Aspekte auf.

Eines der Opfer, ein 24-jähriger Koblenzer, der einen doppelten Kieferbruch davontrug, ist sich sicher, dass zunächst seine Cousine zu Boden geschubst wurde. Als er versuchte, sie von dort wegzuziehen, sei auch er angegriffen worden. So entstand die Schlägerei – zumindest nach seiner Version.

Doch genau er soll hingegen nach den Angaben des Angeklagten Auslöser der Streitigkeiten gewesen sein. Dass das Opfer den ersten Schlag setzte, dementierten die Zeugen, die allesamt zu seiner Gruppe gehören und größtenteils auch selbst einige Hiebe einstecken mussten. Zwei von ihnen bestätigten jedoch, dass der 24-Jährige grundlos mit der gegnerischen Gruppe diskutiert habe: „Er war besoffen, hat wahrscheinlich nichts mehr gerafft.“

Fest steht, dass ein wohl recht unübersichtliches Gerangel entstand. „An dem Abend hat sich irgendwie jeder mit jedem geschlagen.“ Neben der Cousine des 24-Jährigen kam dabei noch eine andere Frau zu Schaden. Der Angeklagte habe sogar noch weiter mit dem Gürtel auf sie eingeschlagen, als sie bereits am Boden lag.

Die letzte Zeugin brachte dann noch einen ganz neuen Aspekt ins Spiel: Ein bislang unbekannter Mann, der ebenfalls mit ihnen unterwegs war, sei der Provokateur gewesen. In den anderen Aussagen: keine Spur von dem vermeintlichen Aggressor. Um etwas Licht ins Dunkel zu bringen, soll auch er nun als Zeuge geladen werden – und mit ihm nochmals all diejenigen, die bisher ausgesagt haben, ohne ihn zu erwähnen.

Zusätzliche Fragen warf der Anwalt des Angeklagten auf, der den Ermittlern einige Nachlässigkeiten vorhielt: Demnach wurde etwa einem Zeugen durch die Polizei Anonymität zugesichert – ohne Vereinbarung mit der Staatsanwaltschaft. Nur zwei der anwesenden Türsteher wurden befragt, und widersprüchliche Zeugenaussagen wurden einfach hingenommen.

http://www.rhein-zeitung.de/region/lokales/bad-kreuznach_artikel,-verwirrungen-um-discoschlaegerei-21jaehriger-soll-mit-dem-guertel-zugeschlagen-haben-_arid,1647897.html


10.05.2017, 10:00 Uhr

Bad Kreuznach. Körperverletzungen und Sachbeschädigungen in insgesamt sieben Fällen werden zwei jungen Männern aus dem Landkreis Bad Kreuznach vorgeworfen. Neben einer großen Schlägerei vor der ehemaligen Diskothek Space-Park stehen im Prozess um einen 21-Jährigen auch einige weitere Handgreiflichkeiten im Fokus, die sich zwischen November 2015 und Januar 2016 ereignet haben sollen. Der 22-Jährige Mittäter legte bereits im Vorfeld ein umfassendes Geständnis ab.

Die Disco im Bad Kreuznacher Industriegebiet bleibt auch bezüglich einiger weiterer Vorwürfe der Ort des Geschehens. Anfang November soll der Angeklagte dort jemanden bewusstlos geschlagen haben. Seinem Opfer brachen dabei die Schneidezähne ab. Zusätzlich soll es in der Raucherlounge zu einer handfesten Auseinandersetzung gekommen sein. Letztlich wird dem 21-Jährigen auch vorgeworfen, nochmals vor der Diskothek ausgeteilt zu haben. Dort schlug und trat er laut der Anklage auf seine Gegner ein.

Aber auch im sonstigen Stadtgebiet fiel der Angeklagte mehrfach durch seine Aggressivität auf. In der Neustadt soll er in einer Kneipe um sich geschlagen, andernorts die Seitenscheibe eines Fahrzeuges zerstört und weiter einen fremden Mann in Höhe der Kreuzkirche unvermittelt verprügelt haben.

Wie kam es zu diesen plötzlichen Ausrastern? Das will das Gericht herausfinden – vor allem auch mithilfe eines psychologischen Gutachters, der seine Beurteilung noch an einem der kommenden Prozesstage vorstellen wird. Eine gewisse Tendenz des Sachverständigen klang jedoch bereits am ersten Verhandlungstag an: Der Angeklagte sei ein „Early Starter“, also eine Person, die ihre dissozialen Verhaltensprobleme schon im Kindes- und Jugendalter entwickelt hat. Bereits in der Grundschule habe es Ärger gegeben, die Realschule musste der Angeklagte vorzeitig und ohne Abschluss verlassen. „Wir haben Blödsinn gemacht“, sagt er selbst dazu.

Er selbst begründet seine gesteigerte Aggressivität hingegen mit einem einzelnen Schlüsselereignis: Vor den Taten war der Angeklagte ein relativ erfolgreicher Fußballspieler, wurde von einem Verein abgeworben und hatte nach eigenen Angaben sogar Aussichten auf die Oberliga. „Da war ich vier oder fünf Mal die Woche im Training und hatte gar keine Zeit abends wegzugehen“, beschreibt er. Dann verletzte er sich, musste ein halbes Jahr lang pausieren, legte an Gewicht zu. Den Wiedereinstieg verpatzte er, der Verein kündigte seinen Vertrag. „Das war eine schwere Phase. Fußball war mein Traum.“ Daraufhin habe er sich abgelenkt, sei abends ausgegangen, habe ab und an getrunken und seiner Frustration offenbar freien Lauf gelassen.

Wie sich die Aggressivität des Angeklagten nun tatsächlich entwickelt hat, soll der Prozess klären, der am Montag, 9. Mai, fortgesetzt wird.

http://www.rhein-zeitung.de/region/lokales/bad-kreuznach_artikel,-discoschlaeger-schiebt-ausraster-auf-schwere-phase-woher-kam-seine-aggressivitaet-_arid,1648129.html


14.06.2017 – 22:08:20

Bad Kreuznach. Brutaler Zug durch die Kneipen: Diskoschläger legt umfassendes Geständnis ab. Die Beschreibung der Taten, die einem 21-jährigen türkischen Staatsbürger vor dem Bad Kreuznacher Amtsgericht zur Last gelegt werden, gleicht der eines Amoklaufs. Im Zeitraum zwischen Oktober 2015 und Frühjahr 2016 randalierte der junge Mann in mehreren Etablissements im Stadtgebiet und prügelte dabei mehrfach unkontrolliert und wahllos auf Unbeteiligte ein. Dabei benutzte er unter anderem seinen Gürtel als Peitsche und die dazugehörig Schnalle als Schlagring. Auch Frauen waren unter den zum Teil erheblich verletzten Opfern.

http://www.rhein-zeitung.de/region/lokales/bad-kreuznach_artikel,-brutaler-zug-durch-die-kneipen-diskoschlaeger-legt-umfassendes-gestaendnis-ab-_arid,1663996.html

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