14.01.2015 – 15:36 Uhr

Dresden – Der junge Afrikaner Khaled I. (†20), den Dienstag Anwohner tot an Johannes-Paul-Thilman-Straße im Dresdner Stadtteil Leubnitz–Neuostra fanden, wurde erstochen.

MORD IN DER PLATTENBAUSIEDLUNG!

„Wir sind sicher, dass es ein Tötungsdelikt war“, erklärte Dresdens Polizeichef Dieter Kroll (60) gegenüber BILD.

Und weiter: „Wir können mittlerweile ausschließen, dass es sich um einen Unfall handelte, gehen von vorsätzlichem Handeln aus.“

Unfassbar: Am Dienstag hatte die Polizei noch das Gegenteil vermeldet. Wörtlich hieß es in einer Mitteilung, dass es „bislang keine Anhaltspunkte auf eine Fremdeinwirkung“ gab. Die Verletzungen des Afrikaners und eine Blutlache am Tatort seien vermutlich auf einen Sturz des Mannes zurückzuführen, hieß es auf Nachfrage.

„Die heutige Obduktion hat ergeben, dass der junge Mann durch mehrere Messerstiche in den Hals- und Brustbereich zu Tode gekommen ist“, erklärte die Staatsanwaltschaft am Mittwochabend.

Khaled lebte nicht in einem Aslybewerberheim, sondern mit anderen afrikanischen Asylbewerbern in einer sogenannten dezentralen Unterbringung im Dresdner Süden. Freunde berichteten bei Facebook, dass er seine Wohnung abends verlassen habe, um ein paar Dinge einzukaufen. Er kam nicht zurück…

Aber eine Frage bleibt: Wie konnte die Kripo einen Messerstich übersehen? Polizeisprecher Marko Laske am Mittwoch zu BILD: „Nicht in jedem Fall ist auf Anhieb eindeutig zu erkennen, was tatsächlich passiert ist.“ Heißt: Die Kripo hatte den Messerstich einfach übersehen. Erst die Obduktion am Mittwoch brachte die Wahrheit ans Licht.

Bei der Jagd nach dem Mörder von Khaled I. steht die Kripo nun erst am Anfang. Die Mordkommission wurde mittlerweile auf 25 Beamte aufgestockt.

http://www.bild.de/regional/dresden/mord/asylbewerber-wurde-erstochen-39337558.bild.html


22.01.2015 – 15:58 Uhr

Dresden – Die Dresdner Mordkommission hat den Messermord am jungen Afrikaner Khaled B. (†20) aufgeklärt.

Der Eritreer war vor neun Tag im Hinterhof eines Plattenbaus im Stadtteil Leubnitz-Neuostra gefunden worden. Donnerstag verhafteten die Ermittler einen seiner Mitbewohner (26).

Staatsanwalt Jan Hille (49): „Gegen einen Landsmann des 20-Jährigen ist Haftbefehl wegen Totschlags erlassen worden.

„Nach Auswertung von Spuren am Fundort der Leiche waren die Ermittler auf die DNA des Mitbewohners gestoßen. Wie BILD erfuhr, befragten die Ermittler den 26-Jährigen am Donnerstag noch einmal. Da legte er ein Geständnis ab.

Das Motiv der blutigen Tat soll ein Streit über die Haushaltsführung gewesen sein. Im Hinterhof der Wohnung an der Johannes-Paul-Thilman-Straße stach der Eritreer auf seinen Landsmann ein.

Hille: „Es besteht der dringende Verdacht, dass der Verhaftete den 20-Jährigen zwischen 20 und 21 Uhr im Hof mit Messerstichen in den Hals getötet hat“.

Am Donnerstag untersuchten neun Ermittler die Wohnung noch einmal nach Spuren. Dazu klebten die Polizisten die Fenster der Räume mit schwarzer Folie ab, bevor sie überall Luminol versprühten. Die Chemikalie macht unter UV-Licht u.a. Blut sichtbar.

So viel scheint sicher: Der Auffindeort der Leiche ist auch der Tatort. Der Täter handelte allein, die anderen Mitbewohner wussten nichts von der Tat. Die Tatwaffe wurde sichergestellt.

Nach der Haftrichtervorführung am Nachmittag, sitzt der 26-Jährige in U-Haft.

http://www.bild.de/regional/dresden/mord/mord-an-asylbewerber-aufgeklaert-39453490.bild.html


05.09.2015 – 12:59 Uhr

Dresden – Bleibt das Motiv für den brutalen Messermord an Khaled I. (†20) für immer ungeklärt?

Sein wegen Totschlags angeklagter Mitbewohner Hassan S. (27) behauptete, er habe mit Khaled gestritten, weil dieser seine nasse Wäsche aus der Maschine einfach auf den Boden warf.

Am Freitag sagten vier weitere eritreische Mitbewohner von Khaled vor Gericht aus. Alle vier erklärten, dass weder die Waschmaschine lief noch es einen Streit zwischen Hassan und Khaled am Tatabend gab.

Tesfalem N. (28), der sich das Zimmer mit Khaled teilte: „Beide kamen gut miteinander aus.“

Der Prozess geht am Montag weiter.

http://www.bild.de/regional/dresden/mord/mord-an-asylbewerber-khaled-motiv-immer-mysterioeser-42464016.bild.html


29.06.2017 – 00:00 Uhr

Vor knapp zweieinhalb Jahren tötete Hassan S. (29) im Hinterhof eines Wohnblocks in Leubnitz-Neuostra Flüchtling Khaled I. (†20).
Trotzdem sitzt der Angeklagte nicht in Gefängnis!

Der Bundesgerichtshof hatte das Urteil (fünf Jahre Haft wegen Totschlags) im Juni 2016 aufgehoben. Begründung: Der Beschuldigte behauptete in Notwehr gehandelt zu haben, dies wurde vom Dresdner Landgericht nicht intensiv geprüft.

Da die zuständige Schwurgerichtskammer aber total überlastet war (u.a. wegen Infinus-Verfahren und Prozess gegen Stückel-Polizist) wird der neue Khaled-Prozess erst jetzt – ein Jahr später – verhandelt.
„Somit wäre die Verhältnismäßigkeit einer Untersuchungshaft nicht mehr gewahrt gewesen“, so Oberstaatsanwalt Christian Avenarius (56). „Wir mussten daher dem Antrag auf Haftentlassung leider stattgeben.“

http://www.bild.de/regional/dresden/mord/hier-lacht-der-mitbewohner-von-khaled-52371534.bild.html

Advertisements