08.06.2015

Vor dem Regensburger Landgericht muss sich seit Montag, 8. Juni, ein 40-jähriger Türke aus Mainburg verantworten, weil er im September vergangenen Jahres seine Ehefrau mit dem Tode bedroht haben soll. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten versuchten Totschlags vor. Der Angeklagte weist den Vorwurf von sich.

Der 40-Jährige soll am späten Nachmittag des 30. September seine Ex-Frau in Mainburg aufgesucht haben und sie mit einem seiner Söhne vor dem Haus angetroffen haben. Obwohl sie bereits geschieden waren, war er außer sich, weil seine Ex-Frau eine Affäre mit einem seiner Cousins hatte und er die Kinder nicht sehen durfte. „Schämst Du Dich nicht, Du hast meine Kinder entführt“, soll er gesagt haben.

Mit einem schwarzen Fleischermesser soll er daraufhin auf sie losgegangen sein: „Es ist Zeit, Dich zu töten“, soll er dabei gerufen haben. Nach einem Gerangel kamen beide am Boden zum Liegen, sodass das Opfer ihrem Angreifer ins Gesicht treten konnte, während der Angeklagte weiter versuchte auf sie einzustechen.

Daraufhin konnte die Frau mit ihrem Sohn in ihre Wohnung flüchten. Unter Ausstoß von weiteren Todesdrohungen soll er an der Wohnungstür vehement Einlass gefordert haben, doch seine Ex-Frau und ihr Sohn hatten sich in der Wohnung verschanzt. Kurz vor dem Eintreffen der Polizei, warf der Angeklagte das Messer in eine Mülltonne.

Vor Gericht bestritt der Angeklagte, dass er seine Ex-Frau umbringen wollte. Auch von Todesdrohungen , die er im Vorfeld mehrfach ausgestoßen haben soll, wollte er nichts wissen. Das Messer und zwei weitere Teppichmesser habe er nur deswegen dabei gehabt, weil es die Teppichmesser im Angebot gegeben habe und er das Fleischermesser bei einem befreundeten Metzger – aufgrund der bevorstehenden Opferfeiertage – schleifen lassen wollte.

Allerdings wurden vor Gericht SMS an seine älteste Tochter vorgelesen, die seine Version etwas in Zweifel ziehen. „Ich bringe alle um. Ich habe nichts zu verlieren“, hieß es darin. Die Geschädigte bestätigte in ihrer Aussage die Anklageschrift und erzählte, dass die Ehe mit dem Angeklagten hart gewesen sei. Immer wieder habe er zu viel getrunken und sei dann ausfallend geworden.

Der Prozess wird am Donnerstag, 11. Juni, fortgesetzt.

http://www.wochenblatt.de/nachrichten/kelheim/regionales/Mainburger-griff-zum-Messer-weil-die-Ehefrau-durchbrannte-Es-ist-Zeit-Dich-zu-toeten;art1176,309992