Köln – Für die Frankfurterin Anja (26) wurde der Köln-Trip zum Alptraum. Die Staatsanwaltschaft ist sicher: Sie wurde in der Wohnung der Freundin vergewaltigt!

Seit Montag Prozess. Schweigend saß Samuel N. (31/Name geändert) auf der Anklagebank. Auch er war im Dezember 2013 zu Besuch bei der Freundin. Sie gingen essen, tranken viel, feierten in einem Club. Dann soll er Anja in der Küche sexuell bedrängt, mit einem Brotmesser bedroht haben: „I will kill you.” Bis sie zur Freundin flüchten konnte.

Sie erstattete Anzeige, zog sie wieder zurück. Ob sie nicht will, dass Samuel N. bestraft wird, so die Staatsanwältin. „Doch”, sagte Anja. Es sei aber so schwer, damit konfrontiert zu werden.

Sie sei schon früher vergewaltigt worden, offenbarte Anja. Auch da wird nun ein Verfahren eingeleitet.

http://www.bild.de/regional/koeln/prozess/frau-mit-messer-bedroht-und-vergewaltigt-49926660.bild.html


Zusammengefasst: Nach dem Besuch eines Restaurants und einer Diskothek kehrten Sandra D., der angeklagte Jacob K. (31, Namen geändert), der aus den Niederlanden zu Besuch war, und eine Bekannte in deren Wohnung in Köln zurück; alle waren betrunken. Sandra bereitete sich mit einer Decke ihr Nachtlager auf dem Boden der Küche. Neben ihr legte sich Jacob K. hin. Er begann sie zu küssen, und als sie merkte, dass er mehr wollte, wehrte sie sich. „I love you“, sagte er, sie wiederholte „No, no“, fing zu weinen an, und er bedrohte sie mit Küchenmessern: „I will kill you.“ Schließlich schaffte er es, ihr die Hose herunterzuziehen. Er machte so lange weiter, dass sein Übergriff als „besonders schwere Vergewaltigung“ angeklagt ist.Am Ende flüchtete sich Sandra D. auf die Toilette, anschließend ins Wohnzimmer zu der Bekannten, der sie in ihrer Verstörtheit zuerst nicht sagte, was vorgefallen war. Das geschah erst im Laufe des Tages. Eine gleichfalls eingeweihte Freundin der Bekannten drängte: „Du musst zur Polizei gehen.“ Sandra D. tat es widerstrebend; am nächsten Morgen aber zog sie die Anzeige zurück. So weit das Resümee ihrer Schilderung und der Anklageschrift.

An manche, auch wichtige Details, die im Protokoll der polizeilichen Vernehmung auftauchen, konnte sich Sandra D., die nach jener Nacht ein paar Therapiestunden genommen hat, nicht mehr genau erinnern – nicht nur, weil das Geschehen Jahre zurück liegt, sondern auch, weil sie bemüht gewesen sei, „die Geschichte zu vergessen“.

So wie auch einen anderen Vorfall, der am Montag ebenfalls zur Sprache kam. Etwa eineinhalb Jahre vor dem Besuch in Köln sei sie in einer anderen Stadt Opfer sexueller Gewalt geworden: Nach einer durchzechten Nacht sei sie halb ausgezogen aufgewacht, vermutlich missbraucht von einem Mann, der ihr wahrscheinlich K.o.-Tropfen in den Sekt gemischt habe. Aus gleicher Scham habe sie damals von einer Anzeige abgesehen. Nun hat dieser Fall doch noch Folgen: Der Vorsitzende Richter belehrte Sandra D., die Staatsanwältin müsse deswegen Ermittlungen aufnehmen.

Abgesehen von den Personalangaben sagte Jacob K. kein Wort. Seine Verteidigerin kündigte an, am Mittwoch, dem nächsten Verhandlungstag, werde sie Beweisanträge stellen.

http://www.ksta.de/koeln/zweimal-vergewaltigt–opfer-wollte-vergessen–muss-aber-trotzdem-vor-gericht-aussagen-25605128

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